"Die Heuschrecken sind zurück! Die Branche feiert sich erneut mit dem zynischen Namen Super Return, sprich Superrendite, und sorgt sich vor allem darum, dass in Deutschland im Jahr 2011 zu wenige Milliardendeals zu erwarten sind", sagte Jutta Sundermann vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. "Doch der Unmut der Bürger über diese Finanzmarkt-Arroganz wird immer größer. Das zeigen auch die 10.000 Menschen, die Carlyle das Geschäft vermasseln werden, sollte der Fonds Hess Natur schlucken." Seit Dezember ruft das globalisierungskritische Netzwerk Attac dazu auf, beispielhaft diese Übernahme zu verhindern und fühlt sich von der Resonanz bestärkt.



Der Bundesregierung warf Attac vor, trotz anderslautender Ankündigungen während der Finanzkrise PE-Fonds und ähnliche Finanzmarktakteure nach wie vor nicht richtig zu regulieren. Zwar habe das Europaparlament im November einige Regulierungen verabschiedet; die Rechte der Arbeitnehmer kämen aber weiterhin systematisch zu kurz. "Und die neuen Regeln verhindern auch nicht wirksam, dass ein Unternehmen nur gekauft wird, um es auszuplündern. Die Politik lässt sich immer wieder einwickeln von der Finanzmarktlobby", sagte Jutta Sundermann.



Dass es Alternativen gibt, zeigt Attac gemeinsam mit dem Netzwerk Solidarische Ökonomie, der Kampagne für Saubere Kleidung und dem Betriebsrat. Noch im März wird das Bündnis eine Genossenschaft gründen und so ermöglichen, dass statt eines Finanzinvestors wie Carlyle Kunden und Beschäftigte Hess Natur übernehmen. Mehr als 550 Interessenten haben sich bereits gemeldet. "Wenn Tausende sich in den nächsten Tagen und Wochen solidarisieren und Mitglied werden, können wir Carlyle und Co. etwas entgegensetzen", sagte Dagmar Embshoff, Mitglied der Attac-Arbeitsgruppe Solidarische Ökonomie und Sprecherin des gleichnamigen Netzwerkes. Walter Strasheim-Weitz vom Betriebsrat ergänzte: "Wir haben die Chance, aus dem Pionierbetrieb für öko-faire Kleidung nun auch noch ein demokratisches Vorzeigeunternehmen zu machen."



Dabei geht es dem Kampagnenbündnis nicht allein um Hess Natur, sondern darum, dass Demokratie auch in die Sphäre der Ökonomie Einzug hält. "Solidarische Ökonomie" steht darüber hinaus für ein bedürfnis- statt renditeorientiertes Wirtschaften, das auf Kooperation anstelle von Konkurrenz basiert.









Für Rückfragen:

Jutta Sundermann, Attac-Koordinierungskreis, Tel. (0175) 8666 769

Dagmar Embshoff, Attac-AG und Netzwerk Solidarische Ökonomie, Tel. (0170) 8788 688

Walter Strasheim-Weitz, Betriebsratsvorsitzender Hess Natur, Tel. (06033) 991 225

Weitere Informationen

Homepage der Hess-Natur-Genossenschaft:

www.hnGeno.de



Attac-Seite "Carlyle stoppen!" mit Aktions-Fotos zur freien Verwendung (unter Aktionen):

Kein Waffengeld bei Hess Natur - 16.02.2011 12:43



Quelle: http://www.attac.de/aktuell/neuigkeiten/detailansicht/datum////protest-bei-super-return-private-equity-endlich-regulieren/?no_cache=1&cHash=2dee1dd68b5d9d0aafb6d17d4601e214