Lesenswertes Buch als Einstieg in die Thematik.
Elinor Ostrom erhielt für ihre Forschungsarbeit zum Thema Gemeingüter 2009 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Im April 2011 veröffentlichte der Oekom Verlag das Buch "Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter". Die Grundage für den Text bilden zwei Schriften, die von Silke Helfrich zusammgeführt und übersetzt wurden:
-The Challenge of Common-Pool-Resources, in:Environment. Science and Policy for Sustainable Development. Juli/August 2008.
- Rethinking Institutional Analysis, in: Aligicia; Boettke: Challenging Institutional Analysis and Development. November 2003.
In der ökonomische Theorie und Lehre wird oft nur ein Teil der Nutzung von Gemeingütern dargestellt. Nämlich die "Tragik der Allmende", die der Biologe Garett Hardin 1968 erarbeitet hat. Hierbei entsteht durch die gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen unter engen Voraussetzungen eine Übernutzung. Diese vorherrschende Meinung versucht Elinor Ostrom und andere Commons-Forscher in das rechte Licht zu rücken sowie Bedingungen aufzuzeigen, wie Gemeingüter besser und für alle vorteilhaft genutzt werden können.
Hierbei werden die Grundlagen gut und einfach verständliche dargestellt sowie Erläuterungen zur Funktionsweise von Gemeingütern gemacht. Dies beinhaltet die Darstellung von Vor- und Nachteilen, Herausforderungen und Problemen. Es werden verschiedene Besipiele von Gemeingützern aufgezeigt (bspw. die Nutzung der Meer sowie Wälder). Dabei werden Positiv- wie Negativebeispiele dargelegt und versucht deren jeweilige Funktionsweisen zu erklären. Also warum einige Projekte funktionieren und andere nicht. Dabei werden äußere und innere Gegebenheiten analysiert, wie die Zusammensetzung der Nutzungsstruktur oder des Gutes an sich oder die externe institutionelle Rahmung durch behördliche Eingriffe.
Als übersichtliche Handlungsempfehlungen, werden acht Gestaltungsprinzipien erläutert, die bedacht werden sollten, um die erfolgreiche Nutzung von Gemeingütern zu ermöglichen.
Gestalungsprinzipien für Gemeingüter:
1. Grenze zwischen den Nutzern und Ressourcengrenzen:
Es existieren klare und lokal akzeptiret Grenzen zwischen legitimen Nutzern und Nichtnutzungsberechtigten. Es existieren klare Grenzen zwischen einem spezifischen Gemeinressourcensystem und einem größeren sozioökologischen System.
2. Übereinstimmung mit lokalen Gegebenheiten (Kohärenz):
Die Regeln für die Aneignung und Reproduktion einer Ressource entsprechen den örtlcihen Bedingungen, sie überfordern die Menschen nicht und sind aufeinander abgestimmt, das heißt müssen aufeinander bezogen sind. Die Verteilung der Kosten ist proportional zur Verteilung des Nutzens.
3. Gemeinschaftliche Entscheidungen:
Die meisten Personen, die von einem Ressourcensystem betroffen sind, können an Entscheidungen zur Bestimmung und Änderung der Nutzungsregeln teilnehmen.
4. Monitoring der Nutzer und Monitoring der Ressource:
Personen, die mit der Überwachung der Ressource und deren Aneignung betraut sind, sind selbst Nutzer oder den Nutzern rechenschaftspflichtig.
5. Abgestuft Sanktionen:
Die Bestrafung von Regelverletzungen beginnt auf niedrigem Niveau und verschärft sich, wenn Nutzer eine Regel mehrfach verletzen. Die Sanktionen sind glaubhaft.
6. Konfliklösungsmechanismen:
Konfliklösungsmechanismen müssen schnell, günstig, dirket sein. Es gibt lokale Räume für die Lösung von Konflikten zwischen Nutzern sowie Nutzern und Behörden.
7. Anerkennung:
Es ist ein Mindestmaß staatlicher Anerkennung des Rechtes der Nutzer erforderlich, ihre eigenen Regeln zu bestimmen.
8. Eingebette Institutionen:
Wenn eine Gemeinressource eng mit einem großen Ressourcensystem verbunden ist, sind Governance-Strukturen auf mehreren Ebenen miteinander verknüpft (polyzentrische Governance)
Nach: Elinor Ostrom: Beyond Market and States: Polycentric Governance of Complex Economic Systems. Nobelpreisrede, 8. Dezember 2009. www.uga.edu/pol-sci/courses/2010/ostrom.pdf


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