Bambus ist ein faszinierender Baustoff und ich würde ihn gerne für mein 10000 € Haus Projekt nutzen.
Ein Problem ist, dass er um die halbe Welt transportiert werden muss, weil Bambus in Deutschland nicht angebaut wird, zumindest nicht in einer Menge, die die Verwendung als Baumaterial ermöglichen würde. Auch Hanf würde ich gerne im Hausbau verwenden, aber auch Hanf ist , obwohl ursprünglich in Deutschland heimisch zum teuren Importartikel geworden.
Dem Hanfanbau hierzulande stehen aus ökologischer Sicht keine Bedenken entgegen, aber Bambus ist keine in Deutschland heimische Pflanzenart. Deshalb suche und brauche ich Informationen, was aus ökologischer und biologischer Sicht gegen den Anbau von Bambus in für Bauzwecke ausreichend großen Hainen auf nicht mehr genutzten Industrie- und Bergbaubrachen sprechen könnte.
Hierbei bin ich auf Fachleute angewiesen, die sich bestimmt auch unter uns Utopisten befinden. Ich bitte alle, die dazu etwas zu sagen haben um konstruktive Beiträge.Bambus ist ein faszinierender Baustoff und ich würde ihn gerne für mein 10000 € Haus Projekt nutzen.


Kommentare (17)
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- was beinhaltet Dein 10.000€ Haus Projekt ?
- wie solls aussehen, wo solls hin ? Standort Deutschland ?
- wie lange solls halten ?
- mit normalen oder wärmetechnisch optimierten Holzfenstern aus einheimischen ökologisch gewonnenen Holzarten ? - die kosten ja schon soviel ...
- Bambus lässt sich in seiner ursprünglichen Form hervorragend für Tragwerke oder auch dynamische Konstrukte verwenden - für Dämmstoffe oder als Füllstoff z.B. für Wandelemente ist es doch in unseren Breiten eher ungeeignet ...
- deswegen finden sich in der Baukunst der asiatischen Bereiche, wo Bambus schon seit Jahrtausenden als Kulturpflanze gezogen wird nirgendwo vernünftige Beispiele, wo mit Bambus 2 oder 3dimensionale raumabschließende, vor Witterung schützende Wände etc. hergestellt wurden
- in manchen Gegenden wird bzw. wurde Bambus in verschiedenen Formen für die Dachdeckung verwendet (größere Bambushölzer miitig getrennt wie europäische Mönch/Nonnenziegel oder als Reisigbündel ähnlich Reetdach) - konnte sich aber nicht wirklich durchsetzen - keine Ahnung warum ...
- für den Hanf gibts sicherlich andere Verwendungsmöglichkeiten ...
Das Beispiel, das ich weiter oben gegeben habe, komm aus dem Süden Chinas, wo durchaus Kulturvölker wohnen, die sich in einer ständig sich ändernden Welt zu behaupten wissen und in einer 1400 jährigen Bautradition mit Bambus bauen. Also würde ich dich bitten deine Behauptungen, wenn sie denn schon in dieser destruktiven Weise aufgestellt werden müssen, doch wenigstens zu belegen. Oder besser, du schlägst nach, was konstruktive Kritik bedeutet. Ganz bestimmt nicht die Verächtlichmachung von Ideen, die nicht unbedingt neu, sondern auf dem reichen Erfahrungsschatz der Menschheit fußend, nur neu zusammengesetzt werden.
Dass es einen großen Teil dieser Baumethoden auch heute noch mit Berechtigung gibt, dass es auch heute Häuser gibt, die ohne ein Zusatzheizsystem auskommen, dass Stroh ein jahrhundertealtes Baumaterial ist und Lehm sogar nachweislich Jahrtausende alt, scheint dich nicht zu interessieren. Ich habe sogar das Gefühl, das du dich gestern genau zu dem Zweck hier destruktiv zu wirken hier angemeldet hast. Zumindest zeigt dein Nutzerprofil nichts, nicht nur keine eigene Idee, sondern einfach garnichts an. Wieso erwartest du also von mir den Stein der Weisen?
Mein 10000 € Haus ist aber ein anderes Projekt. Zunächst findest du dazu einige Infos in den vorhergehenden Beiträgen des Blog. Ich fasse kurz zusammen: Ein Haus, das sich auch die Ärmsten in Deutschland bauen können sollen. Ein Innenhaus aus Holzrahmen und Strohwänden mit dickem Lehmputz, ein flaches, ebenfalls strohgedämmtes Dach, steht in einem leichten Gewächshaus, das nicht nur groß genug ist einen Wintergarten zu ermöglichen, sondern evtll. auch beschränkten ganzjährigen Gemüseanbau ermöglicht. Das Gewächshaus ist als Luft- Wärmekollektor gebaut und bietet so eine erste winddichte und wasserabweisende Schicht nach den Seiten und oben. Deshalb muss das Innenhaus kein wasserdichtes Dach haben, die Wände keine Windabdichtungen. Das Innenhaus kann atmen und braucht keine Dampfsperren, da der Frost nicht in die Wände eindringt.
da bedeutet auch keine Luftumwälzung, kein fliegender Staub, keine Allergien, kein Schimmel in den Wänden. Alles ohne technische Anlagen. Heizungswärme und Warmwasser werden über schwarze Schläuche auf dem Flachen Innendach in einen Wärmespeicher gepumpt, von wo sie auf Reisen durch dünne Schläuche in den Wänden der Räume gehen und diese Wände erwärmen. Die Wände strahlen eine wohltuende Wärme in das Innere des Hauses ab, nach außen dämmen die Strohballen Wärmeverlust ab. So sieht ein Haus aus, das sogar für Hartz 4 Empfänger bezahlbar sein soll.
Das Innenhaus soll 50 -60 m² für 2 Personen bieten und die Raten für das Wohneigentum sollen aus dem Mietzuschuß der Sozialbehörde gezahlt werden. Dei Städte haben den Vorteil, dass mit diesen Zahlungen nach drei - vier Jahren Schluß ist. Wenn die Stadt auf eigenem brachen Industriegrund eine solche Siedlung errichtet, kann sie die Raten für das Haus in ihren eigenen Geldbeutel streichen. Für kleine Städte hätte es auch den Vorteil, dass man so die zunehmende Abwanderung stoppen könnte, die Hartz 4 Empfänger landen nicht auf der Straße sondern haben einen Lebensmittelpunkt, für den es sich lohnt zu leben und evtll. auch zu arbeiten. Und wenn sie alt werden können sie sich ein bisschen Gemüse und Obst selbst anbauen, brauchen keine teuren Heizkosten zu zahlen und werden von ihrem Vermieter nicht vor die Tür gesetzt.
Übrigens gibt es im Süden Chinas Völker, die ihre traditionellen Häuser komplett aus Bambus und Lehm gebaut haben. Heute haben sie moderne Baustoffe in ihr 1400 Jahre altes Konzept mit aufgenommen. Und Hanf gilt im Moment als exotische teure Pflanze, obwohl es bis in die 30 er Jahre die Textilpflanze schlechthin war. Deshalb kommt mir der Verweis auf "bessere" Verwendungszwecke sehr weltfremd vor.
-> Wände aus Bambus - die Art und Weise is' nett und v.a. baubiologisch gedacht, aber selbst die primitiven Völker, deren Behausungen auch nicht so extremen Witterungsangriffen ausgesetzt, legen ihre Konstruktionen (zumindest für nicht temporäre Bauten) anders an,
dazu kommt, dass der frische, sehr tragfähige Bambus ja irgendwie behandelt werden müsste, um auch nachhaltig seinen Funktionen gerecht werden zu können. Die vor einigen Jahren sehr beliebten Bambusmatten für den Aussenbereich sahen bereits nach 1-2 Jahren schmuddelig aus und zebröselten im Weiteren wie Glas. Warum dies so ist, weiß ich leider nicht. Das Prinzip, eine Rahmenkonstruktion mit Gittern auszufachen, die dann bespannt und/oder mit entspr. aufbereitetem Lehm beworfen und zum Teil mit Tierhaaren oder Strohhäckseln gegen Reißen armiert werden, wird seit Tausenden von Jahren im Fachwerkbau angewendet - kann man sich im Einzelnen einschl. Entwicklungsschritte z.B. in der Fachwerkhausausstellung Detmold anschauen. Dort wurden über tausend Jahre alte Langhäuser wiederaufgebaut. Ähnliche Konstrukte finden sich in der modernen Fertighausbauweise - Pfosten-Riegel-Konstruktionen, die mit verschiedenen Dämmstoffen ausgefacht und mit verschiedenen Platten nach aussen und innen geschlossen sind.
Das Bambus ein wunderbarer Baustoff mit noch vielen bisher nicht eingesetzten Möglichkeiten ist, unterschreibe ich jederzeit ...
-> 10000€ Haus - Tschuldigung, aber so wie beschrieben, hört sich das Ganze ein bisschen nach der Geschichte von den 3 kleinen Schweinchen an ... Ich möchte das nicht als Unhöflichkeit, sondern als drastisch ehrliche Einschätzung formulieren ... Da fallen mir auch als Laie etliche unstimmige Knackpunkte auf / davon einige ganz spontan:
- wo sollen die Häuser stehen / freistehende Einheiten mit Garten haben ja einen gewissen Platzbedarf (450...550qm...), den Städte nun mal so ohne weiteres nicht bedienen wollen werden, da ja allein ein solches Grundstück bei sagen wir 100€/qm mit NK bei 60...70ooo€ raus kommt ... Ein solcher Landbedarf würde gleich in mehrere infrastrukturelle Bereiche eingreifen und außerdem zu einem Auseinanderreißen von sozialen gewachsenen Strukturen und Vereinsamung führen, mit ähnlichen Problemen wie die Rentner-Wohnwagen-Siedlungen in den USA, die ja auch ausserhalb der jeweiligen Stadtgrenzen irgendwo in die Pampa zivilisatorisch ausgelagert wurden (und in USA gibts noch Land ohne Ende...)
- wenn Du irgendwo auf ein so günstiges Gewächshaus dieser Größenordnung stößt oder weißt, wo man so etwas herbekäme, würde ich mich sehr über ne' entspr. Info freuen.
Selbst im Ausland oder aus recycelten Anlagen produzierte GH wären deutlich teurer und die leichteren Konstruktionen mit Kunststoffbahnen und z.B. Holz-/Bambustragwerken oder Pylonen sind nicht für dauerhafte Nutzung ausgelegt und vermutlich auch nicht für Wohnzwecke geeignet ...
- Strohdämmung und hohe Luftfeuchte (Gewächshaus) - weiß nicht ob das funktionieren kann
da müßte man Baubiologen fragen ...
- woher bezieht ein solches Haus seine Energie für Heizung und Warmwasserbereitung ?
Im Sommer unter Nutzung der beschriebenen Kollektoren mag das ja angehen (sofern
man nicht überhitzt ...) - Im Winter sind ja bei der Konstruktion mind. 0,5...1 KWh/qm (?)
täglich notwendig
- Den Reformbauten der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts lagen ähnliche Gedanken zugrunde - Arbeiter / Angestellte sollten sich in ihren billigen, weil meist industriell vorgefertigten Reihenhäusern auf 8 bis 10 m breiten und bis manchmal 70 m tiefen Gartenhandtüchern ihre Radieschen und Kaninchen für den Kochtopf selber ziehen (der gleiche Ansatz führte übrigens für die Quartierbewohner der größeren Städte zur Entstehung der Kleingartenanlagen) - solche Habitate bestehen bis heute fort, die Häuser sind ökologisch nicht ganz unsinnig, da sie durch > 50% gemeinsame Aussenwände weniger Energie nach aussen verlieren und trotz stark vernetzter nachbarlicher Strukturen noch ein gewisses Maß an Individualität bieten. Ähnlich sieht es bei den jüngeren urbanen Wohnkonzepten aus, z.B. Kolonien o. Wohngemeinschaften in innerstädtischen etwas angepaßten Wohnquartieren, wo z.B. Studenten o.ä. in einer gemeinsamen großen baulichen Hülle (gutes A/V Verhältnis) ein gemeinsames Grün im Hof nutzen.
- an anderer Stelle schreibst Du vom Luftkollektor - wie soll der denn funktionieren?
Ich bitte Dich, Deine Ideen etwas an den gegebenen physikalischen Zuständen anzupassen
Holz ist ein wunderbarer Werkstoff, braucht aber mindestens 30 Jahre um ähnliche Ergebnisse zu bringen und ist dem entsprechend teuer. Mein Anspruch ist es, ein Haus zu bauen, das sich jeder leisten kann und das trotzdem ökologisch ist. Deshalb suche ich nach einem möglichst günstigen Weg.
Die Schifffahrt ist sowieso dringendst in diese Richtung zu revolutionieren, sowohl die CO2 Bilanz, als auch der Ruß und schließlich auch die Schwefel-Emissionen sind bei der herkömmlichen Verbrennung von Schweröl katastrophal, und nicht einmal Filter (Rußfilter etc) haben die meisten großen Schiffe. Der Ruß trägt z.B. als Ablagerung auf Eis (sogar in der Arktis zu finden) zur Klimakatastrophe bei. Der Schwefel ist noch 100 km weit entfernt von der Küste für viele Krankheiten mitverantwortlich, wie z.B. neuere Studien aus den USA belegen.
Bambus kommt hierzulande hauptsächlich aus China und Kolumbien.
Kannst du dir vorstellen eine Ladung Bambus den Amazonas runter quer über den Atlantik nach Europa zu flößen?
Das wäre eine Welt wo es solche Trips gibt...
z.B. nur das gar nicht so große Land Senegal in Westafrika verliert jedes Jahr rund 50.000 Hektar Land an die Sahara (bzw. das war so, bevor mittlerweile einige Maßnahmen dem entgegenwirken)
Genauso wie man hierzulande neben Häusern mit feuchten Grundmauern eine Weide pflanzt, die sich vom überschießenden Grundwasser nährt, könnte Bambus in Gegenden die von Überschwemmungen bedroht sind regulierend wirken.
aber sogar die Folgen des Klimawandels für Bangladesch (zugleich die Folgen der Entwaldung im Himalaya) werden Bambuswälder dort vermutlich leider nicht kompensieren können. Dafür würden sogar Eukalyptus nicht ausreichen, allenfalls vielleicht Mangroven