Aktuell
Letzte Woche gab es bei uns Kaninchenbraten. Ich habe es tatsächlich geschafft und bin gleichzeitig stolz und auch ein bisschen besorgt den Zorn von Tierliebhabern auf mich zu ziehen. Letzte Woche habe ich nun drei unserer Kaninchen geschlachtet, bzw. mitgeholfen. Der Druck war mittlerweile sehr gross, denn wir haben jetzt 14 Kaninchen im Stall. Die letzten Würfe waren sehr gut und Laura ist eine hervorragende Mutter und Rory ein toller Vater. Nun haben wir die beiden aber für eine Weile getrennt, um ihnen und uns eine Pause zu gönnen. Vater und Mutter dürfen nun jeweils abwechseln mit den Jungen durchs Gehege toben.
Für fleischessende Tierliebhaber
Den Kaninchen geht es bei uns sehr gut. Sie haben Auslauf, jeden Tag frisches Gras, können in einer Gruppe aus Männchen, Weibchen und Jungtieren zusammen leben. Selbst bei den Geburten habe ich Laura nur für einige Tage abgetrennt. Das ist so artgerecht, wie nur möglich. In der Natur allerdings hätten die meisten Jungen die ersten Tage und Monate nicht überlebt, denn es gibt wirklich viele Fressfeinde (die sogar vor dem Zaun nicht haltmachen). So habe ich kein schlechtes Gewissen die Jungen zu essen. Vor allem da ich weiss, dass dieses Fleisch keine Waldzerstörung und Hungesnöte in anderen Ländern verursacht, kein Soja und Mais verfüttert werden, fast keine Treibhausgase entstehen, nichts transportiert werden muss, nicht fast 50% im Müll landet und auch keine Medikamente, Hormone und andere Gifte im Fleisch sind.
Und so wars
Das Töten habe ich selber noch nicht geschafft - das Bolzenschussgerät war nicht so einfach zu bedienen, da sehr alt. Die Tiere mussten sicher nicht leiden, es ging alles ganz schnell. Nachdem ich bei Zwei zugeschaut habe, habe ich es mir beim Dritten dann selbst zugetraut das Fell abzuziehen und es auszunehmen. Das war gar nicht so schwer. Wieder zu Hause habe ich es vorsichtig den Kindern beigebracht - die es erstaunlich gefasst aufgenommen haben. Sie wollten die toten Kaninchen gerne auch sehen und anfassen. Zwei Tage später war es dann soweit und ich habe eine echte marokkanische Tagine (Auflauf mit Gemüse und Fleisch) und einige kleine Schnitzelchen gemacht. Die Kinder haben nach einigem Zögern beide probiert und gefunden, dass sie es doch wichtig finden, wenn sie wissen, dass die Tiere gut gelebt haben. Aber die Option Vegetarier zu werden, ziehen sie weiter in Betracht. Ich bin mir auch nicht sicher, wie lange wir das noch machen - der Aufwand für das Fleisch ist sehr gross, sowohl emotional, wie auch praktisch. Aber trotzdem finde ich es eine wichtige Erfahrung für unsere ganze Familie.
Weltbekannter Klimawissenschaftler in Zürich
James Hansen, einer der bekanntesten Klimaforscher der Welt ist in Zürich an der ETH. Ich durfte James letztes Jahr persönlich kennenlernen und habe auch einen Blogbeitrag dazu geschrieben. Er ist wirklich eine beeindruckende Persönlichkeit. Meine Begegnung mit James:
http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com/2010/12/james-hansen-personlich-aktuell-es-ist.html
Details über den Vortrag: Mo. 30.4. 16:15 im Audi Max der ETH
http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com/2012/04/james-hansens-in-zurich-der-eth.html
Ich werde sicher da sein.
Mörderischer Kohleabbau in Kolumbien - Heute
Bergbau und Menschenrechte sind leider nicht leicht unter einen Hut zu bekommen. So berichten die beiden aus Kolumbien anwesenden Vertreter der indigenen Bevölkerung von zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, Vertreibungen, Wasserverschmutzung, Umweltzerstörung und Enteignung durch Konzerne mit Sitz in der Schweiz oder Verbindungen in die Schweiz. Es gibt heute, morgen und am Montag Gelegenheit die Beiden persönlich beim Vortrag zu erleben.
http://www.askonline.ch/veranstaltungen/
Und hier gibt es eine Petition, die man auch online unterschreiben kann. Es wird gefordert, das Menschenrechte ohne Grenzen gelten sollen, d.h. dass Schweizer Konzerne sich nicht im Ausland um Menschenrechte drücken können.
http://www.rechtohnegrenzen.ch/de/
Lichtblick
Ich bin in der Presse, also genauer ein Interview über mich und meinen Blog ist im EnergieExpress, einer kleinen Zeitung, erschienen. Ich habe das PDF der Zeitung via Google veröffentlicht, da es nicht online ist. Das Interview über mich ist auf der letzten Seite.
https://docs.google.com/file/d/0Bw1cB-30ESQnZ0dBSzd3LWdETDQ/editAuf meinem Blog findet ihr noch ein zweites schönes Bild: http://christina-fuer-nachhaltigkeit.blogspot.com/2012/04/christina-in-der-presse.html
Viele Spass beim Lesen
Christina


Kommentare (23)
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So ganz verstehe ich nicht, warum es Dir so wichtig ist, töten zu können.
Und warum lässt Du es letztlich andere machen? Ist Dir der Geschmack wirklich so wichtig, dass Tiere dafür getötet werden müssen? Gesundheitlich ist es ja nicht nötig, Fleisch zu essen. Insbesondere bei dem Angebot, das wir hier zur Verfügung haben.
Ich finde es aber durchaus interessant, wie Du Dich damit auseinander setzt.
Nachtrag zur Aussage "Ich bin mir auch nicht sicher, wie lange wir das noch machen - der Aufwand für das Fleisch ist sehr gross, sowohl emotional, wie auch praktisch."
Was ist die Alternative, die Du in Erwägung ziehst?
Habt Ihr Euch neue Kaninchen zugelegt?
Esst Ihr noch Fleisch?
Ich möchte es gerne selber machen, da ich die unangenehmen Sachen nicht einfach an andere auslagern möchte. So wie wir das heutzutage oft machen. Wir essen, andere bauen an, ernten, schlachten, misten. Klar ist es einfacher und schöner es nicht tun zu müssen. Aber irgendeiner muss es ja machen.
Um aber den Wert richtig zu bereifen muss man die Tätigkeit zumindest mal hautnah erlebt haben. Genauso wie wir heute die Armut auslagern, die Ausbeutung usw. Das findet oft in anderen Ländern weit weg statt.
gruss
Christina
Danke für den Erfahrungsbericht.
schön fand ich den Bericht jetzt nicht. Aber ehrlich.
Und ganz sicher ist es so, dass wenn jede(r) sein gegessenes Tier vorher selbst töten müsste, die Zahl der Vegetarier explosionsartig ansteigen würde. Somit muss man es respektieren, wenn jemand sagt, dass sie als Tier-Esser auch vor dem Töten nicht halt machen will, bzw. jetzt.schon mal "nur" ausgenommen hat, u.s.w.
Ich habe beispielsweise "kein Problem" mit Fischen. Früher selbst auch ein paarmal geangelt und heute nehme ich sie aus, u.s.w.
Kanninchen würde ich aber weder töten können, noch essen wollen. Und vorher auch nicht halten. Dann schon eher "jagen"...
Grundsätzlich hoffe ich aber, irgendwann mehr als nur ein Möchtegern-Vegetarier zu sein.
Wir halten Hühner in erster Linie der Eier wegen, haben aber auch einen Hahn und da bleibt es nicht aus dass ab und an eine Henne brütet. Natürlich könnte man auch Hühner ohne Hahn halten, aber ist es dann Artgerecht? Wenn ich unser Hühnervolk so beobachte und der Hahn eine ganz zentrale Rolle spielt, ob nun ein Habicht im Anflug ist und er den Warnruf ausstoßt, oder er Futter gefunden hat und die Hennen ruft. Vieles kann man da am Sozialverhalten des Hühnervolks lernen. Bei einer Brut sind gut die Hälfte Hähne. Würde ich sie nach der Geschlechtsreife im Hühnervolk belassen, dann gibt es nur noch Zank und die Hennen haben keine Ruhe. So ergibt sich ein Eingreifen von meiner Seite um wieder das notwendige Gleichgewicht herzustellen.
Ob "fleischessende Tierliebhaber" ein Widerspruch ist?
Ich glaube nicht, wenn man die Sache ernst nimmt und die Thematik der Haltung und Schlachtung nicht anderen in der Anonymität überlässt. Eine Artgerechte Tierhaltung erfordert sehr viel Arbeit und Umsicht und vor allem wenn man Tiere nicht um der "Verwertung willen" hält. Wird die Tierhaltung dagegen zum reinen Erwerbszweck und ist der Fleischverzehr abgekoppelt von der Haltung dann entsteht gewiss ein Widerspruch.
Man könnte die Männchen auch einfach kastrieren. Das könnte den Handlungsbedarf reduzieren.
"Ob "fleischessende Tierliebhaber" ein Widerspruch ist? Ich glaube nicht, wenn man die Sache ernst nimmt und die Thematik der Haltung und Schlachtung nicht anderen in der Anonymität überlässt."
Könnte es evtl. noch eine Alternative zum Töten geben? Mir würde da schon eine einfallen...
Da es hier insbesondere um Kaninchen geht, möchte ich noch zu einem passenden Beitrag verlinken: http://doppelstandards.wordpress.com/2010/05/15/wozu-sind-kaninchen-gut/
ich denke, Menschen, die Kaninchen selber halten, geht es nicht in erster Linie darum, sich an ihnen zu erfreuen, sondern definitiv darum sie dann auch zu verspeisen. Alles in Richtung Population verhindern sind keine wirklichen Gründe.
So wie es Züchtern darum geht ihre Hasen zur Schau zu stellen, Preise damit zu gewinnen.
Dem Kind, welches ein Häschen als Haustier hält, dem geht es um Freundschaft, Zuneigung. Das würde nie auf die Idee kommen, das Tier später als Nahrungsquelle zu benutzen.
So einfach und schlicht ist oft das Denken.
"Ein kastrierter Hahn nennt sich Kapaun. Früher wurde das viel gemacht, weil die Hähne verträglicher waren und mehr Fleisch ansetzten. Man kann sie sogar zum Brüten bringen. Es gehen aber auch die erwünschten Sondereigenschaften des Hahnes zum Teil verloren. Das kastrieren ist aus Tierschutzgründen sehr umstritten und wird meines Wissens auch kaum mehr gemacht. Es ist ein operativer Eingriff durch den Rücken, der in der Regel ohne Betäubung vorgenommen wird/wurde. Ein Tierarzt kann das natürlich mit Narkose machen, nur gibt es vielleicht nicht viele, die das noch können. Ich meine, die ursprüngliche Methode sollte der Vergangenheit angehören und es gibt ja Rassen, die friedlichere Hähne hervorbringen."
( http://www.huehner-info.de/infos/haehne_kast.htm )
Zum Zweiten löst es das Problem der Überpopulation nicht. Außer es sind alle Hähne kastriert. Dann entsteht ein neues Problem, Unterpopulation. Die könnte man ausgleichen mit Zukauf von Hühnern damit ist aber das eigentliche Problem bloß ausgelagert.
Eine andere Möglichkeit wäre keine Hühner zu halten sehen wir aber nicht als Lösung, da für uns Tiere auch einen hohen pädagogischen Wert für Kinder darstellen, die wenn sie bei uns sind den sorgsamen Umgang mit Tieren erleben dürfen.
Eine wirklich schlichte Denkweise :-)
Zu Deiner Ei-Problematik würde mir auch noch eine andere Lösung einfallen :-)
bezüglich Kastration von Tieren stand ich - vor inzwischen mehr als 10 Jahren - selbst vor der Frage ja oder nein. Ist es mir erlaubt in die Natur einzugreifen oder nicht? Kastration des männlichen Tieres oder Sterilisation der Schweinemama, war bei uns die Frage? Damals hatte ich mich, nach Rücksprache mit dem Tierarzt für die Kastration meines Zwergschweinebers entschieden, nachdem innerhalb von 4 Monaten gleich zwei Würfe mit insgesamt fünf Ferkeln geboren wurden. Ebenso mussten auch die männlichen Nachkommen ihre Mänlichkeit lassen. Wohlvorbereitet mit Vollnarkose und homöopathischer Begleitung! Ohne diese Maßnahme hätte ich in kürzester Zeit hunderte von Schweinen gehabt, inklusive Inzucht. Kaum ein Mensch will ein Schwein halten, dass nicht irgendwann als Braten verzehrt werden darf! Verschenken oder verkaufen wäre eben nur dann in Frage gekommen, wenn klar war, dass jedes Schwein "glücklich in Himmel kommen" darf. Unsere Schweinemama und -Papa feiern dieses Jahr den 12ten, die Kinder den 11ten Geburtstag!
Eine Möglichkeit der männlichen Küken Herr zu werden, wäre, die zu Hähnen werdenden Eier erst gar nicht ausbrüten zu lassen. Ohne Witz, mit dem Tensor oder Pendel gelingt es sehr wohl, die ganze Brut auf männlich und weiblich zuvor auszutesten, dann kann man sich immer noch entscheiden, ob nicht lieber doch nur das Ei verzehrt wird, oder am Ende der Hahn sein Leben lassen muss.
Wie mit dem Blut in der Zotter-Schokolade, Fleisch sollte weniger über die Tierart als über dessen Herkunft und artgerechte Haltung bewertet werden. Es fehlt an Wertschätzung, die Massentierhaltung und der damit verbundene Massenkonsum stumpft die Menschen ab. Sonst würden wir mehr als aufschreien, wenn in der Zeitung wieder Berichte von getöteten Primaten stehen, die als Bushmeat auf den Märkten landen und deren Babies als Haustiere verkauft werden.
Das ist wohl der Punkt, die Menschen haben unterschiedliche Relationen im Kopf, die sich auf ihre alltäglichen Verhaltensweisen und Reaktionen widerspiegeln.
Auf den Zeitungsartikel.
genauso (fast) haben wir es in den 80gern gemacht, mit Gänsen, Enten, Kaninchen und, ja, auch Lämmern, wobei nur die Elterntiere Namen bekamen und leben blieben, die Jungen ein - bis zu ihrer allen bekannten Bestimmung - immerhin gutes Leben hatten. Und ich habe auch von einer alten Bäuerin gelernt, Geflügel zu rupfen und auszunehmen.
Meine Töchter, inzwischen über 30, sind aber schon seit etwa 20 Jahren beide strikte Vegetarierinnen und ich bin inzwischen auf dem Weg dorthin...
Im Rückblick bereue ich unser Vorgehen nicht und finde es nur konsequent, wenn man denn Fleisch essen möchte. Aber ich finde es sehr mutig von Dir, Dich der Diskussion zu stellen.
Mit verständnisvollen Grüßen ,
ulmamix
Danke für eure Kommentare, die ich gerne lese und mich freue, dass es so viel Feedback gibt und andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Es ist für mich sehr spannend eure Erlebnisse zu lesen.
Liebe Grüsse
Christina
Wir haben die Kaninchen noch und mittlerweile immer wieder geschlachtet. Wir tuen es nicht gerne und planen, die Kaninchen auch wieder abzuschaffen. Die Elterntiere wollen wir in gute Hände geben oder nur 2 Weibchen behalten. Die Tiere machen mir Freude, aber es ist doch ziemlich viel Arbeit.
Dann lieber doch kein Fleisch essen. Die Kinder machen nicht richtig mit und es gibt jedesmal Diskussionen. Der Froster ist voller Fleisch und wir essen es nur selten.
Ich würde gerne auf Hühner umstellen, da hätte ich wenigstens Eier. Aber mein Mann will nicht. Also mal sehen, wie wir weiter machen. Ich habe mittlerweile ein Buch geschrieben, da steht vieles drin von uns und was sich verändert hat.
von Klima und Kaninchen
http://www.amazon.de/von-Klima-Kaninchen-ver%C3%A4ndern-dabei/dp/3848231395
gruss
Christina