Braten, Schnitzel, Wurst - mmh oder bäh?
Ich bleibe noch etwas beim Thema Fleisch, da es auch für das Klima von enormer Bedeutung ist. Ich habe noch etwas recherchiert und bin dabei auf zwei interessante Studien gestossen.
Die WWF-Studie geht vor allem auf den Flächenverbrauch ein. Deutschland braucht eine Fläche so gross wie Österreich um das verzehrte Fleisch zu erzeugen. Also sowohl Wiesen zum Weiden, wie auch Acker für Mais und Soja Anbau. Mit ca. 60 kg Fleisch im Jahr isst der Deutsche doppelt so viel wie gesund wäre. Es werden also nicht nur Unmengen Fleisch weggeschmissen, nein wir essen uns an den Braten auch noch krank. Wenn ich das so betrachte, dann müssten wir uns einfach nur gesünder ernähren und weniger verschwenden um das Problem des Landraubs in den Griff zu kriegen. Also kein Verzicht - sondern im Gegenteil alle würden gewinnen:
http://www.wwf.de/fleisch-frisst-land/
Die zweite Studie von der “Erklärung von Bern” zeigt ähnliches für die Schweiz auf. Auch hier wird für die Nahrungsmittelproduktion fast gleich viel Land im Ausland gebraucht, wie im Inland. Auch hier ist der Fleischkonsum doppelt so hoch wie empfohlen und es werden riesige Menschen Mais und Soja aus Südamerika importiert und dort der Regenwald zerstört. Greenpeace hat jetzt eine Petition gestartet und fordert, dass Schweizer Kühe nur noch Schweizer Gras essen sollen: http://www.greenpeace.org/switzerland/de/Kampagnen/Landwirtschaft/Gras-statt-Soja/Petition-Gras-statt-Soja/
Spannende Hintergründe zum Thema Fleisch: http://www.evb.ch/p19305.html
Weniger is(s)t mehr und gesünder
Wie so oft wäre das Vernünftige und Gute so einfach, man müsste es nur machen. Solange aber mächtige Firmen und Verbände davon profitieren, wenn wir uns krank essen und nebenbei auch noch die Umwelt zerstören, so lange die Werbung auf uns prasselt und uns weis machen will, dass wir immer alles brauchen. So lange schlechtes Fleisch so billig ist und wir die wirkliche Qualität nicht wirklich merken, so lange wird dieser Wahnsinn wohl noch weitergehen. Was braucht es zur Lösung: Tierquäler- und Umweltzerstörer Fleisch muss teurer und unattraktiver werden, die Gesundheitskosten, die Klimakosten, die Resistenzen gegen Antibiotika, all das muss eingerechnet werden - also Kostenwahrheit hergestellt werden. Mehr Werbung unter dem Motto - Ich leiste mir lieber weniger besseres Fleisch !
Lichtblick
Greenpeace hat endlich mal wieder eine grosse Aktion in der Schweiz gegen Kohlestrom gemacht. Leider konnte ich nicht dabei sein, aber die Aktion an der Alpiq Generalversammlung in Lausanne letzte Woche hat Aufsehen erregt und den Aktionären klar gemacht, wo sie ihr Geld investiert haben. In der Deutschschweizer Presse wurde der Event totgeschwiegen, während in der Westschweiz und sogar in deutschen Medien darüber berichtet wurde.
http://www.greenpeace.org/switzerland/de/News_Stories/Newsblog/alpiq-muss-raus-aus-der-schmutzigen-energie/blog/40122/
Man kann auch online mitmachen:
https://www.facebook.com/AlpiqStopDirtyEnergy
Und in Süditalien hat eine Umfrage des WWF gezeigt, dass 61% der örtlichen Bevölkerung gegen ein neues Kohlekraftwerk sind. Repower, ein Schweizer Stromerzeuger hatte mal gesagt, dass sie nicht gegen den Willen der Bevölkerung bauen würden. Mal sehen, ob sie sich an Ihre Worte halten:
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/italien-repower-kohlekraftwerk-saline-joniche_1.16749183.html
http://www.suedostschweiz.ch/politik/bevoelkerung-kalabrien-lehnt-repower-kohlekraftwerk-ab
ToDo
Am 13. Mai finden überall Aktionen zu Transition, also Wandel in den Städten statt. Ernährung ist dabei ein Punkt. An verschiedenen Orten wird der neue Film gezeigt:
http://www.transition-initiativen.de/events
Viel Spass beim Lesen
Christina


Kommentare (2)
Beitrag abonnieren
Da wir Du hier ja auch einen Wirtschaftskreislauf (Landverbrauch, Resourcenverbrauch, Massentierhaltung, Krankheiten und die dann dazugehörenden Krankenkosten, Pharma-Industrie) ansprichst,
muss man eben das globale System verändern.
Aber anfangen muss natürlich jeder bei sich, dazu gehört zu einer nachhaltigen Lebensweise eben auch der Fleisch-und Milchverbrauch zu reduzieren. Allein diese Massnahme bei Millionen von Menschen dauerhaft durchgeführt, führt dann bei allen anderen o.g. Beteiligten im Kreislauf zu Konsequenzen (Abbau,Umbau, Veränderung...).
Es wäre so einfach, aber wie bekommen wir die Masse dort hin?
Ja, ich bin auch dafür, dass die Kosten, die aktuell externalisiert werden, zukünftig eingepreist werden. Damit lassen sich hierzulande aber leider noch keine Wahlen gewinnen...