Die Idee zu dem Bild kam mir, als ich recht vollmundige und blumige Weinbeschreibungen las.
Es ist schon erstaunlich, was da an verbalen Verrenkungen geschieht. Oder bin ich ungerecht?
An der Stelle ich zum wiederholten Male fest, dass ich mir bei der Einordnung in ein Themengebiet etwas schwer tue.
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Ein paar Freunde und ich haben uns oft einen Spaß daraus gemacht, bei Weinproben zu äußern: " Hmmmm dieser Wein ist sooooooooooo lecker". Als Folge trafen uns die Blicke der (Pseudo-)Weinkenner, die meist wenig amüsiert waren, im besten Fall mitleidig.
Ich trinke sehr gern Wein, immerhin seit ca. 40 Jahren, wobei der Geschmack sich zwangsläufig verfeinert. Aber die überkandidelte Sprache der sog. Kenner ist mir immer fremd geblieben. Einen Anklang von Schokolade habe ich bsw. noch nie irgendwo herausgeschmeckt, was meinem Unvermögen zuzuschreiben sein mag. Aber egal. Mir bereitet es noch heute Vergnügen, in einer angesagten Weinkellerei bei der Verkostung, entweder plump von lecker zu sprechen, als auch die sog. Weinsprache nach dem Zufallsprinzip zu verwenden. Oft erhalte ich bei letzterem Zuspruch von den sog. Weinkennern, wenn ich z.B. von einem enttäuschend flachen Abgang spreche. Ist da zu gemein?
Liebe Annette,
das ist nicht gemein, das ist angemessen.
Wenn da leichte Brombeertöne korrespondieren mit Anklängen an schwarze Johannisbeere etc. etc.
Du kennst ja den Spruch "Das Leben ist zu kurz, um es sich mit schlechten Weinen zu versauen.".
So kann ich Dir nur zustimmen, dass sich der Geschmack nicht nur verfeinert, sondern auch ändert.
Du erinnerst Dich sicher an die bastumflochtenen Chiantiflaschen unserer Jugend, an himmliche Tröpfchen oder ähnliche weinhaltige Getränke. Da hat sich glücklicherweise viel zum Guten hin verbessert.
"Es lebe die Freiheit! es lebe der Wein!" (Johann Wolfgang von Goethe)
In fast jeder Aesop-Fabel findet sich ein Wendepunkt, hier vielleicht eine rote Trennungslinie?
Katzen, die meines Wissens bislang nie gemeinsam jagten, schaffen es schließlich, im hellen Licht den Genuss verbal zu teilen. Die verstehen scheinbar die gemeinsame Sprache, wissen, die Gartenecke und den Keller zuzuordnen oder plötzlich doch nicht mehr?
Der an sich der Geselligkeit gerühmte Mensch sitzt im Bild im graugetönten Hintergrund und wirkt trotz der angedeuteten zweiten Sprechblase allein, isoliert. Oder ist er nur aus jenen elitären Kennerkreisen ausgegrenzt, weil er sich darauf besinnt, sich schlichter auszudrücken?
Kenner unter sich! und doch schön getrennt voneinander, jene 'Kenner'-Kreise.
Kommentare (3)
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Ich trinke sehr gern Wein, immerhin seit ca. 40 Jahren, wobei der Geschmack sich zwangsläufig verfeinert. Aber die überkandidelte Sprache der sog. Kenner ist mir immer fremd geblieben. Einen Anklang von Schokolade habe ich bsw. noch nie irgendwo herausgeschmeckt, was meinem Unvermögen zuzuschreiben sein mag. Aber egal. Mir bereitet es noch heute Vergnügen, in einer angesagten Weinkellerei bei der Verkostung, entweder plump von lecker zu sprechen, als auch die sog. Weinsprache nach dem Zufallsprinzip zu verwenden. Oft erhalte ich bei letzterem Zuspruch von den sog. Weinkennern, wenn ich z.B. von einem enttäuschend flachen Abgang spreche. Ist da zu gemein?
das ist nicht gemein, das ist angemessen.
Wenn da leichte Brombeertöne korrespondieren mit Anklängen an schwarze Johannisbeere etc. etc.
Du kennst ja den Spruch "Das Leben ist zu kurz, um es sich mit schlechten Weinen zu versauen.".
So kann ich Dir nur zustimmen, dass sich der Geschmack nicht nur verfeinert, sondern auch ändert.
Du erinnerst Dich sicher an die bastumflochtenen Chiantiflaschen unserer Jugend, an himmliche Tröpfchen oder ähnliche weinhaltige Getränke. Da hat sich glücklicherweise viel zum Guten hin verbessert.
"Es lebe die Freiheit! es lebe der Wein!" (Johann Wolfgang von Goethe)
Katzen, die meines Wissens bislang nie gemeinsam jagten, schaffen es schließlich, im hellen Licht den Genuss verbal zu teilen. Die verstehen scheinbar die gemeinsame Sprache, wissen, die Gartenecke und den Keller zuzuordnen oder plötzlich doch nicht mehr?
Der an sich der Geselligkeit gerühmte Mensch sitzt im Bild im graugetönten Hintergrund und wirkt trotz der angedeuteten zweiten Sprechblase allein, isoliert. Oder ist er nur aus jenen elitären Kennerkreisen ausgegrenzt, weil er sich darauf besinnt, sich schlichter auszudrücken?
Kenner unter sich! und doch schön getrennt voneinander, jene 'Kenner'-Kreise.
Was will uns der Fabelzeichner wohl mitteilen?