Mein erster Eindruck vom Ampera war, dass da ein Auto in den Markt kommt, das von außen erst einmal ansprechend aussieht und keine generelle Umgewöhnung verlangt, weil es ein „Elektroauto“ ist. Das Design kann als 'schnittig' bezeichnet werden und ist von der Formgebung her durchaus 'Mehrheitsfähig'! Das ist m.E. eine wichtige Voraussetzung um ein Elektroauto im Massenmarkt attraktiv zu machen. Diese Vorraussetzung bringt der Ampera auf gelungene Weise mit. Auch in Abmessungen und 'Interieur' ist der Ampera nicht grundsätzlich anders als in einem herkömmlichen Benziner / Diesel. Selbst die 'Bedienung' verlangt keine große Umgewöhnung. Wer je ein Fahrzeug mit Automatik gefahren hat, kennt sich mit den Einstellungen des Wählhebels schnell aus.Der Unterschied zeigt sich aber sogleich beim Fahren.
Man stellt den Wählhebel auf D (Drive) gibt 'Gas' – rollt los und hört ...Nix!

Das ist die erste und angenehme Überraschung: Das Auto fühlt sich vom ersten 'Tapper' aufs Pedal gut und antriebsstark an, .. und fährt absolut leise! Außer einem leisen Surren unter der Motorhaube und dem Verkehr ringsum hört man nichts! Schnell hat man an das Fehlen einer Kupplung und dem somit entbehrlich gewordenen Schalten gewöhnt, konzentriert sich aufs Fahren und 'schwimmt' alsbald in wohltuender Ruhe im allgemeinen Verkehrsstrom mit.
Wer gerne Musik im Auto hört, darf sich auch bei ziemlich leiser Einstellung noch einer bemerkens-werten Hör-Qualität erfreuen. ( haben wir am Nachmittag bei unserer 'Überlandfahrt' noch mit einer Cellomusik-CD erpropt, die Marshavan mitgebracht hatte.)
So sind wir bei bestem Sonnenschein und entsprechender Laune in abwechselnder Fahrerbesetzung vom Vormittag bis zum Nachmittag mitten durch den Münchner City-Verkehr testfahrend und in Filmteam-Begleitung unterwegs gewesen.

Bei mir hat die Testfahrt einen absolut überzeugenden Eindruck hinterlassen, den ich in Kurzfassung so begründen möchte:
Das Auto vermittelt einen soliden und sicheren Eindruck. Man kommt, dank guter Beschleunigung, bestens im allgemeinen Verkehrsgetümmel mit und hat absolut keine Einbußen gegenüber 'normalen' Autos und schon einige Runden im Ampera beflügeln die Phantasie, alle Fahrten des normalen Alltags leise und abgasfrei zu bewerkstelligen.

Die rein elektrisch zu fahrende Reichweite beträgt laut Hersteller bis zu 80km. Bei unserer Testfahrt waren es ca.55km
Aber selbst diese Leistung - bei unseren zügigen Touren durch die Münchner City- reicht für den normalerweise anfallenden Tagesbetrieb wie Fahrten zur Arbeit, Kinder in den Kindergarten, Einkaufstour, etc.etc. vollkommen aus!
Und wenn es mal weiter weg gehen soll, muß man kein anderes Auto organisieren oder seine Route von 'Ladestelle zu Ladestelle' planen, sondern dann schaltet sich automatisch der eingebaute „Range-Extender“ zu und man fährt dann ausnahmsweise mal genauso wie alle anderen ausnahmslos unterwegs sind. Mit Benzin.
Im Kombibetrieb mit Benzinmotor ergibt sich eine Reichweite wie im 'normalen' Auto üblich. ( laut Hersteller ca. 500 km)

Am Nachmittag ging es dann noch ohne Kamerateam und sozusagen als 'freiwilliger Spaß an der Freud' zu einer Überlandfahrt an den Starnberger See.
Die Überlandfahrt war für mich auch sehr interessant, denn auf der Landstraße war das Auto im Benzinbetrieb gewohnt komfartabel und souverän zu fahren. Lediglich beim Auffahren und anschließendem Beschleunigen auf der Autobahn gab es ein kurzes 'Leistungsloch'. Aber damit könnte ich ggf. locker leben. ( Da gibt’s sogar noch einen „Sport“-Modus am Wählhebel - - Wer also ganz flott unterwegs sein will, kann auch da mal drauf zurückgreifen)
Aber im Normalfall ist doch eher davon auszugehen, dass das Fahrzeug nur hin und wieder im Voll-Benzinmodus gefahren wird und die leise und ruhige Fahrweise eher zu Buche schlägt, als evtl. Leistungseinbußen beim Beschleunigen. ( die sind wohl dem Akku-Gewicht geschuldet ).

Kurzum: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man mit dem Ampera tagtäglich im Nahbereich elektrisch unterwegs ist … und für den Fall, dass ein Termin 'am Wegesrand' noch mitzunehmen ist oder sonstwie eine weitere Fahrt zu bewerkstelligen ist, die Sicherheitsresevere durch den „Reichweitenverlängerer“ gerne annimmt.
Gerade unter dem Aspekt der so 'abgesicherten Reichweite' erscheint mir das Auto voll alltagstauglich und für alle Distanzen gewappnet. ( Zumal selbst mit Voll-Benzinantrieb der Verbrauch sich noch in akzeptablen Grenzen bewegt)
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Zusatzanmerkung:

Aber für mich geht es bei einem Auto wie dem Ampera eigentlich noch um etwas anderes.
Der Grund, warum mich ein solches Auto interessiert, liegt eigentlich in seinen Möglichkeiten vom Öl weg und und hin zu einer solargestützten Mobilitätsstruktur zu kommen!
Ohne eine solche grundlegende Neu-Strukturierung werden Elektroautos nicht viel verändern.
Elektroautos bieten, und da sehe ich die umfassenderen Entwicklungs-und Synergieoptionen, die Möglichkeit Mobilität technisch ganz neu zu denken und auf andere Füße zu stellen. Da ist ein riesiger Zukunftsmarkt jenseits des Öls erschliessbar!
Während der Fahrt im Ampera wurde es für mich 'greifbar', was ich mir nun schon seit über zwei Jahrzehnten Vor-stelle: Die meiste Zeit des Tages sind viele Autos eigentlich keine Fahr-zeuge, sondern eher 'Steh'-zeuge. Vor allem, wenn sie auf Firmenparkplätzen stehen. Meistens vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag.
Warum nutzt man eine solch lange Verweildauer nicht um die Fahrzeuge solar zu betanken?
Vom Firmendach oder vom Solarcarport!
Wieviele Öltanker-Fahrten -mitsamt der dort mitfahrenden Gelder-könnten wir uns sparen, wenn wir zu einer solarbasierten Elektro-Mobilität umsteigen würden?! ( Von den militärischen 'Nebenkosten' der Ölversorgung ganz zu schweigen.)
Doch für einen solchen 'Umstieg' braucht es die entsprechenden Autos!
Insbesondere vor diesem Hintergrund finde ich Angebote wie den Ampera ungemein wichtig.
Und wenn obendrein noch, wie beim Ampera der Fall, ein ansprechendes Design gewählt wird und durch die Antriebskonzeption mit einem eingebauten Reichweitenverlängerer die Besorgnis um das 'Liegenbleiben vor der nächsten Steckdose' entfällt, dann ist Opel damit prinzipiell auf dem richtigen Weg!

Ergänzung: Da ich selbst im Vertrieb von solaren Carportanlagen unterwegs bin, habe ich mal überschlägig berechnet, wie der Ampera -unter Einrechnug eines Solarcarports- und einem vorwiegenden Betrieb im Elektromodus, trotz Mehrkosten in der Anschaffung, sich gegenüber einem entsprechenden 'Verbrenner' ausnehmen würde: Bei hochgerechneten Preissteigerungen an den Zapfsäulen ist nach ca. 7-8 Jahren Kostengleichstand zu erwarten!
Dafür war man dann aber abgasfrei, leise und 'sonnig' unterwegs.

Wie war das noch mit meinem Fahrgefühl als 'Brücken-Philosoph' und praktischer Testfahrt:
'Ich lenke, also bin ich!'
In diesem Sinne seien 'sonnige Zeiten' gewünscht.

think sunny