Berichte, dass die gentechnisch veränderte BASF-Kartoffel Amflora künftig nicht mehr im Landkreis angebaut werde, hatte die Bürgerinitiative „Müritzregion – gentechnikfrei“ erfreut zur Kenntnis genommen. In Meldungen vom Dienstag und Freitag vergangener Woche wurde von BASF, dem anbauenden Landwirt Niehoff aus Bütow sowie seinem Projektleiter bestätigt, dass der Anbau-Vertrag nicht mehr verlängert wird. Am Samstagmittag kam dann überraschend die Ankündigung aus Bütow, Amflora 2011 doch anbauen zu wollen. Und zu den Aussagen der Vortage hieß es salopp „das ist völliger Quatsch“ (Niehoff).Hat es auf dem Gutshof Bütow über Nacht eine Veränderung gegeben, die zum abrupten Sinneswandel führte oder es ist das übliche Chaos, das wir seit vier Jahren von dort im Umgang mit Amflora kennen? Erinnert sei an die Ausbringung auf 20 Hektar nicht genehmigtem Acker, die zentnerweise nach der Ernte unbeaufsichtigt liegengebliebenen Knollen, die unkontrollierten Durchwuchskartoffeln und den hohen Krankheitsbefall der Amflora. Im Sommer 2010 zeigte die BASF dann in Schweden, wie wenig Kontrolle selbst der weltgrößte Chemiekonzern über die eigenen Gentechnik-Produkte hat, als sich die nicht zugelassene Amadea unter Amflora mischte. Dazu kam Desinformation – sei es nun aus Unkenntnis oder aus Absicht – der die Öffentlichkeit permanent ausgesetzt war. Die neueste Wendung lässt keine Besserung erwarten.
Noch am Freitag war als wichtiger Grund für die Einstellung des Amflora-Anbaus der starke Protest genannt worden. Auch für den Fall, dass wir 2011 nicht von der Agrogentechnik verschont bleiben, werten wir dies als Anerkennung unserer jahrelangen Arbeit in der Bürgerinitiative und als Ansporn für die Zukunft. Das gilt nicht nur für uns, sondern besonders für die vielen Unterstützer und Aktivisten sowohl aus der Region als auch weit darüber hinaus. So kam der kanadische Landwirt Percy Schmeiser, Träger des Alternativen Nobelpreises, 2010 auf den Zepkower Amflora-Acker und machte aus seinen eigenen Erfahrungen heraus deutlich, dass wir im Gegensatz zu den Kanadiern hier in Europa noch die Chance haben, eine großflächige gentechnische Kontamination zu verhindern.
Amflora, eine veraltete, überflüssige und gefährliche gentechnische Konstruktion, soll nach dem Willen der Gentechnik-Profiteure den Weg für eine Flut von weiteren Kreationen ihrer Labore bahnen. Doch der Widerstand wächst. Das wird auch die Großdemonstration am 22. Januar 2011 in Berlin deutlich machen, die von einem Bündnis aus 80 Bauern-, Umwelt-, Tierschutz- und Entwicklungsverbänden veranstaltet wird.
Der gentechnischen Verschmutzung unserer Umwelt und unserer Lebensmittel muss Einhalt geboten werden. Die BI „Müritzregion – gentechnikfrei“ fordert einen sofortigen Anbaustop und eine Abkehr von der Agro-Gentechnik im Müritzkreis, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Europa und weltweit.
Bürgerinitiative „Müritzregion – gentechnikfrei“
Ansprechpartnerinnen: Marlies Woellner 039925 – 27042, Ilse Lass, Biologin 039925 – 2586


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