(Autoren: Yuki G. & Dominik M.)
Seit einiger Zeit entsteht ein immer größerer Hype um Elektrofahrräder, den sogenannten „e-Bikes“. Anfangs waren wir noch unschlüssig: wir konnten wenig Sinn darin erkennen, die Menschen von ihren Benzinschleudern – vor allem in der Stadt – wegzubewegen und dann erst recht wieder an ein Energie-abhängiges Vehikel zu binden. Warum fährt man nicht einfach mit dem guten alten Fahrrad, angetrieben durch pure Muskelkraft – gesund und umweltfreundlich?
Die e-Bikes einmal getestet müssen wir allerdings zugeben: die Dinger machen höllisch Spaß! Außerdem haben wir erkannt, dass man eben einen gewissen Anreiz schaffen muss,um die Menschen zu überzeugen, umzusteigen, ihr geliebtes Auto stehen zu lassen und einfach mal komplett ohne nennenswerte zusätzliche Anstrengung durch die Gegend zu radeln. Manche haben womöglich auch körperlich gar nicht die Möglichkeit mit dem Fahrrad die komplette Stadt zu erkunden. Ebenso muss hier die Stadt eine sichere und reizvolle Infrastruktur schaffen, um den Umstieg zu fördern! Frankfurt scheint hier sehr viel zu unternehmen: angenehme Radwege, eigene Ampelregelungen, Über- und Unterführungen und sogar Luftpumpstationen!
Zum Antrieb: die Fahrräder unterstützen nur beim Treten; sobald man in die Pedale tritt, spürt man, wie sich der Motor einschaltet und einen mit stil-echtem Summen nach vorne treibt – Vorsicht: Vor allem bergauf absolutes Suchtpotential! Spielend überholt man mit so einem Turbostart sogar stinkende Mopeds an der auf grün schaltenden Ampel. Der Akku scheint übrigens schier ewig zu halten. Zweieinhalb Tage intensives Biken sog gerade mal ein Viertel des Stromes aus den Zellen…Außer Betrieb? Kein Problem!

Aber woher stammt der Strom?

Naja, nochmals zu diesem Energiethema: Erdöl ist wie jeder weiß, ein endlicher Energieträger. Und dieser endet, wie vielleicht nicht jeder weiß, ziemlich bald. Die Prognosen sind natürlich sehr unterschiedlich. Je nachdem, ob man die Ressourcen oder Reserven betrachtet. Nur kurz erklärt: Ressourcen sind vermutete Vorkommen, die derzeit nicht profitabel gefördert werden können. Reserven dahingegen sind bereits nachgewiesene Vorkommen, die gewinnbringend gefördert werden können.

Die Erdölreserven reichen voraussichtlich noch bis zum Jahre 2043, die Ressourcen nicht viel länger (2067). Das Versiegen dieses Energieträgers werden also noch einige von uns hautnah miterleben. Die Zukunft des Erdgases sieht nicht viel rosiger aus: Hier sollen die Reserven im Jahre 2064 zur Neige gehen und den Ressourcen würde 2149 die Luft ausgehen. Das sind natürlich keine 100%-igen Zahlen (und müssten nochmals bestätigt werden) aber sie veranschaulichen, dass viele Herausforderungen auf uns zukommen werden. Momentan sind wir abhängig von diesen umweltschädlichen und unzuverlässigen Energieträgern. Und wir werden weiterhin abhängig von Energie sein. Darum ist es notwendig sich mit erneuerbaren Energiequellen zu befassen und deren Entwicklung zu forcieren. Der Energiemarkt birgt auch großes Konfliktpotenzial. Wir kennen alle die Krisen, Kriege und Gaunereien, die unter der Schirmherrschaft der Energieproduzenten, Lieferanten und Abhängigen die Welt erschütterten. Ob sich bei den Menschen je ein kollektives Bewusstsein etablieren wird, das zu mehr Nachhaltigkeit auf dieser Erde führt, bleibt offen.

Hier noch einige Auszüge aus einer einschlägigen Vorlesung an der Universität Innsbruck: Humanökologie von Dr. Günter Krewedl (Zahlen aus Nentwig, 2005):

Wir haben kein Energie- sonder ein Energienutzungsproblem! Denn:

Der Brennstoffvorrat in der Sonne hält noch weitere 4-7 Mrd. Jahre!Die Sonne liefert an Energie: 100Wm2 , das sind 3,6×1024 Joule pro Jahr1024 Joule = 1 Yottajoule; 5,8 YJ = Energie, die nötig ist, alles Wasser der Erde (1,39×109km3) um 1 Grad zu erwärmen.Dieses Angebot an Energie allein von der Sonne (dazu würde noch Wasserkraft und Windkraft kommen) würde den Weltenergiebedarf des Menschen (und der Pflanzen für Photosynthese =10mal der Energiebedarf des Menschen) mehr als decken. Das Problem derzeit sind die endenden Reserven, ohne deren Anzapfen wir wegen der rentablen Förderung / Abbaus momentan noch nicht auskommen. Um nochmal auf unsere Bedenken anfangs zurückzukommen: der Begriff “Energie” wird häufig missbraucht, um zu werben, um eine moralische Wertung miteinzubringen oder aber er wird einfach nur falsch verwendet, da das Hintergrundwissen und Verständnis fehlt. Einige Beispiele von Dr. Krewedl:

“Energienutzung” : ist die Umwandlung von einer Energieform in eine andere Energieform“Energieerzeugung”: ist schlichtweg nicht möglich! (Energieerhaltungsgesetz), gleiches gilt für:“Energieverbrauch”“Energieverschwendung, Energiesparen, Energieverlust” : sind Bezeichnungen oft mt moralischer Wertung für die Energieumwandlung“Energieversorgungsunternehmen stärken die Irritation durch ihre Selbstdarstellung als “Energieerzeuger”Aber nochmal: Die e-Bikes sind genial und machen einfach Spaß! Vielen Dank fürs Ausleihen an dieser Stelle an die villaOrange! Noch ein paar Eindrücke von unserer Rundfahrt durch Frankfurt am Main: