Vor ein paar Jahren haben mein Mann Kenny und ich bei einer Messe Menschen getroffen, die sich mit dem Wandern in Deutschland auseinandersetzten und www.wanderbares-Deutschland.de gegründet haben. Es sollte ein neues Wandergefühl entstehen. Wandern in der Natur, mit der Natur, mit klaren Qualitätskriterien für die Wege, so dass wir als Wanderer uns verlassen können, dass wir nicht ewige öde Asphaltstrassen hinter uns bringen. Fanden wir spannend. Und beobachteten es weiter. Vor einiger Zeit war es dann so weit, gemeinsam mit ein paar anderen
[image]

Betrieben im Wendland liessen wir einige Wege zertifizieren.

Auch eine spannende Arbeit, an der ich nur peripher beteiligt war, da das eher die Baustelle meines Mannes ist. Aber wie die gesucht haben, die Wege so zu legen, dass z. B. natürliche Stille vorhanden war, nicht zu viel Asphalt, gefühlte Höhepunkte wie Ausblicke oder historische Stätten, es war ein Vergnügen, bei den Planungen zuzuschauen. Und am Freitag habe ich nun einen lange gehegten Plan angefangen. Ich habe mich am Anfang des Weges aussetzen lassen und bin – natürlich mit dem Hund so lange gewandert, wie ich konnte. In Hitzacker habe ich angefangen, kleines Fachwerkstädtchen, nett, familiär. Dann geht es sehr schnell in die Elbhöhen, hinter Hitzacker gibt es nämlich ein Steilufer. Also hoch und wieder runter, entzückende Ausblicke bis nach Mecklenburg – Vorpommern rein, ach.

Doch es gab auch Schlangen in meinem Paradies – die Mücken und Bremsen. Zeitweise hatte ich doch den Eindruck eine ganz andere Funktion zu haben, nämlich das Buffet für die Natur zu sein, leider hatte ich mein Effitan, ätherische Öle zum Insektenschutz vergessen. Dadurch wurde ich dann so schnell, dass ich recht gut schweißüberströmt war, aber auch das hat nicht geholfen – ausgerutscht sind sie leider nicht auf mir.

Ganz zur Elbe runter habe ich mich geschlichen, um die Ruhe dieser dahinströmenden Mutter vieler Flüsse zu geniessen und wieder hoch. Und als ich dann zum dritten Mal wieder oben war, oh Wunder Luftzug und keine Viecher mehr. Ich habe mein Lunchpaket ausgepackt, mein Wasser [image]und mein Buch und es war wundervoll. Natürliche Stille, Windhauch, Wärme, kleines Knistern im Gebüsch,...

Nachdem ich abgekühlt war ging es dann weiter, gemütlicg, vergnügt, mein Hund und ich. Und als der Regen kam sassen wir beide im Maison de la Marinette, dem hiesigen Marionettencafé und tranken Espresso & Hundewasser. Und als der Regen wieder aufhörte ging es vorbei an den hiesigen wilden Höfen der Selbstversorger und Kunsthandwerker – ich bin einem ausgebrochenen kleinen Lamm begegnet – noch einmal hoch auf einen Aussichtspunkt und dann durch die Elbauen bis Drethem.

Zufrieden waren wir, mein Hund und ich, sehr zufrieden ! Und ganz bald machen wir weiter, immer wieder ein Stück entlang des Weges.

Unberührt ist diese Natur nicht, aber doch ungezähmt !