Geschenke sind dann am wunderbarsten, wenn wir sie nicht erwarten. Einfach so, aus heiterem Himmel schenkt mir jemand etwas. Es ist, als würde sich auf einmal ein Fenster in eine andere Welt öffnen. Bis eben, gerade bevor das Geschenk kam, war alles normal, ich mache meine Arbeit, gehe spazieren, esse, trinke Tee – und auf einmal ist alles anders. Jemand mag mich, mag mich so sehr, dass sie/er mir etwas gibt. Etwas mit dem ich nicht gerechnet habe, selbstgemachte Marmelade, selbst angebaute Kartoffeln, ein Kleidungsstück, dass ich einmal bewundert habe. Der Alltag tritt zurück und eine Welt der Möglichkeiten steht vor mir. Veränderungen sind möglich, ein Wir – Gefühl ist da, ich fühle mich akzeptiert, gestärkt.
Etwas ohne Gegenforderung. Ich muß nicht bezahlen, ich kann mich einfach freuen. Ich schenke auch gerne – am liebsten überraschend. Die geplanten Geschenke enden bei mir doch recht schnell im Streß. Was, es ist schon Weihnachten ? Und wieder los in letzter Minute, den Weg finden zwischen Wertschätzung und Vermeidung des Konsumrausches.
Ein Geschenk zwischendurch ist da Erholung. Ich sehe etwas, das mich an eine bestimmte Person denken läßt. Die Vorstellung, wie er/sie sich freut, erblüht und ich trete in Aktion. Diese Momente lassen lange ein warmes Gefühl zurück, sowohl das Schenken, als auch das beschenkt werden.