Die Frage ist, wieso wir die Homöopathie als ökologisch nachhaltige Medizin bezeichnen können? Dazu müssen wir zunächst verstehen was während einer klassisch homöopathischen Behandlung mit dem Patienten geschieht. Besser gesagt wie wir die Wirkung von Informationen, die wir mit Hilfe der homöopathischen Arzneien vermitteln, richtig verstehen können.
Wir alle wissen, dass ein Liter Erdöl, den wir in unserem kleinen Gartenteich wieder finden, das ganze Ökosystem des Teiches ins Wanken bringen und darüber hinaus das Gleichgewicht des Ökosystems nachhaltig gefährden kann.
Wir können aber auch erleben, wie unglaublich die Regenerationskraft der Natur sein kann, wenn sie eine Chance dazu erhält. Hier arbeitet das System als Ganzes an einem neuen Gleichgewicht. Vielleicht gibt es für lange Zeit einen Zuwachs an genau jenen Bakterien die helfen bestimmte Schadstoffe zu beseitigen. Aber ich schätze, wenn sie hier auf Utopia unterwegs sind, ist ihnen ohnehin bewusst dass die Natur geneigt ist sich selbst zu helfen, sofern sie eine Chance dazu erhält. Sie dabei zu unterstützen dürfte unser aller Ziel sein.
Ähnlich verhält es sich mit unserem Organismus. Auch der kompensiert zum Beispiel mit seiner Leber die Belastungen durch zu viel Alkohol, Drogen oder schmerzlindernden oder betäubenden Medikamenten. Die Leber als geeignetes Organ innerhalb des Systems versucht den Körper von den belastenden Stoffen zu befreien. Sie bemüht sich das Gleichgewicht wieder herzustellen, den Haushalt in Ordnung zubringen. Wenn der Organismus das nicht von allein schafft, benötigt er Hilfe und hier ist die Frage wie diese Hilfe im Sinne einer Selbsthilfe am effektivsten gestaltet sein kann.
Die Frage ist folglich, welchen Ansatz eine Medizin verfolgen sollte um sich als ökologisch und nachhaltig zu erweisen? Und im Speziellen ob die Homöopathie diesen Anspruch erfüllt?
• Ich habe die These aufgestellt, dass eine Ökologische Medizin weder dem Individuum noch der Umgebung schaden darf. Wie ihnen vielleicht bekannt ist arbeiten wir in der klassischen Homöopathie nahezu ausschließlich mit hoch potenzierten Arzneien. Chemisch gesehen ist in der Dilution Wasser und Alkohol und in den Globuli reiner Milchzucker. Von dieser Seite kann es zudem bei den geringen Mengen keinen Schaden geben. Allerdings muss man Einräumen, dass es bei unsachgemäßem Umgang mit potenzierten Arzneien durchaus möglich ist, dem Patienten zu schaden. Damit ist nicht der Alkoholgehalt in den Dillutionen gemeint und auch nicht der Zucker. Es geht um die so genannte Arzneimittelprüfreaktionen.
Sie wissen vielleicht, dass alle homöopathischen Arzneien von gesunden Menschen in freiwilligen Selbstversuchen geprüft worden sind. Nun muss man erfahren haben wie leicht diese Prüfsymptome erzeugt werden können, wenn unser eigenes Reaktionspotenzial mit dem der Arznei korrespondiert, um nachvollziehen zu können, dass so wenig so viel bewirken kann. Darauf werde ich später noch einmal eingehen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber zunächst, dass bei sachgemäßem Umgang eine solch schädliche Wirkung nahezu unmöglich ist. Gleiches kann weder die Phytotherapie, noch die TCM oder die pharmazeutische Medizin von sich sagen. Denn sie arbeiten mit Substanzen, die in der Lage sein müssen, den Organismus materiell zu beienflussen. Pflanzenvergiftungen, Arzneimittelvergiftungen, zahlreiche Nebenwirkungen von Pharmazeutika und sogar die falsch angewandte Akupunktur der TCM könnte dem Patienten mehr schaden als ein sachgemäß verabreichtes homöopathisches Arzneimittel.
Eine zentrale Forderung Hahnemanns war, dass die Medizin dem Patienten nicht schaden darf. Das hatte ihn ja vor seiner Entdeckung dazu gebracht seinen Beruf als Arzt zunächst aufzugeben, denn er sah wie schlecht es den Patienten zum Teil durch die damals üblichen drastischen „Kuren“ ging.
• Weiterhin habe ich gesagt, das eine ökologische Medizin das körperliche, emotionale und geistige Gleichgewicht des Individuums in all seinen vitalen Funktionen fördern sollte. Hahnemann hat im Laufe seiner homöopathischen Praxis zunehmend erleben können wie nachhaltig die Besserungen waren und wie viel mehr seine Patienten im Gleichgewicht waren. In seiner Lehrschrift dem Organon der Heilkunst beschreibt er daher sehr eindringlich, dass von Heilung nur gesprochen werden kann wenn das Gleichgewicht des Patienten nachhaltig wieder hergestellt ist. Mit der schlichten Beseitigung von Symptomen hat er sich nicht zufrieden gegeben. Hatte er doch zu häufig erlebt, wie kurzfristig solches Sinnen ist und dass die Symptome geneigt sind wieder zu kehren, wenn sie nicht in ihrem Ursprung behoben sind.
• Die Forderung ist also, den Patienten so weit wieder herzustellen, dass er sein eigenständiges harmonisches Gleichgewicht und das zwischen sich und seinem sozialen Umfeld sowie seines ökologischen Lebensraums wieder findet. Was bedeutet, dass es nicht als ausreichend angesehen werden kann, einem Patienten mit Migräne ein Schmerzmedikament zu verabreichen. Vielmehr sollte er nachhaltig von seinen Schmerzen befreit sein und sich in seinem sozialen und ökologischen Umfeld frei oder wenigstens leidensfrei bewegen können. Wenn wir beispielsweise einen Hund im Sinne einer ganzheitlich ökologischen Medizin erfolgreich behandeln wollen, der den Tag über in einem zugigen Zwinger verbringt, an einem chronischen Ekzem und Arthrose leidet, aggressiv auf Fremde reagiert und an rastloser Unruhe leidet, werden wir sein Leiden kaum beenden können, in dem wir Ihm Hyaluronsäure (für die Gelenke), Phenylbutazon (gegen die Schmerzen) und Kortison (zum abschwächen der Symptome) verabreichen. Bestenfalls werden damit die Beschwerden gelindert.
Eine klassisch homöopathisch Therapie beginnt mit der Analyse aller Aspekte die zur Dynamik des Leidens gehören, es fördern, unterhalten oder verursachen. Wir versuchen uns ein Bild von dem Leidensmuster des Patienten zu machen, der Art und Weise wie er mit sich und seiner Umwelt zurecht kommt und mit sich und seinen Beschwerden umgeht. Dann erhält er nach der Ähnlichkeitsregel ein Medikament, dass in einem Gesunden ähnliche Symptome erzeugen kann. Wir nennen es das Simile oder Similimum. Dieser Impuls regt den Patienten an sein bisher von Leiden geprägtes Muster im Umgang mit sich und seiner Umwelt zu verändern. Es macht ihn gelassener, mutiger, zuversichtlicher in Bezug auf lösungsorientierte Handlungen. Man kann auch sagen, er ist wieder in der Lage das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen.
• Auf diese Weise wirkt die homöopathische Arznei stärkend, stabilisierend und nachhaltig vitalisierend. Im Falle unseres Patienten können Sie nun sagen, aber wie soll er sich denn aus dem Zwinger befreien, der möglicherweise als Ursache für die Ruhelosigkeit, evtl. auch für die Aggressivität angesehen werden kann. Und auch den Tierhalter kann sich das Tier ja nicht aussuchen. Richtig, hier haben wir uns eine sehr wichtige Frage zu stellen. Es ist die Frage nach der Freiheit. Wo beginnt sie, wo hat sie ihren Platz? Was ist wenn wir in beengten Lebensbedingungen stecken. Um die Relativität dieses Erlebens etwas besser zu verdeutlichen bitte ich meine Studenten gern sich vorzustellen Sie säßen in einem Gefängnis. Wie würde es ihnen damit gehen. Welche Möglichkeiten hätten Sie dort gesund zu bleiben, bzw. nicht zu Leiden? Die meisten halten das für relativ unmöglich. Im Umkehrschluss müsste man dann sagen, dass man zwangsläufig krank werden muss, wenn die Lebensbedingungen schlecht sind.
Nun gibt es Menschen wie Karl May oder Nelson Mandela, die lange Zeit auf ein Leben in Freiheit verzichten mussten. Aber sie haben diese Zeit genutzt, sie haben sich auf gesunde Weise mit den Bedingungen arrangiert. Geht man hingegen in Widerstand und ist überzeugt, dass man so nicht leben kann, ist das Leiden vorprogrammiert. Das ist wahrhaftig keine Entschuldigung und schon gar keine Rechtfertigung für schlechte Haltungs- und Lebensbedingungen. Hahnemann war einer der ersten Ärzte, die ausdrücklich auf die Lebensweise hingewiesen, frische Luft und Hygiene für die Patienten gefordert haben. Was ich damit vielmehr ausdrücken möchte, ist, dass ein gesundes, revitalisiertes Wesen mit wesentlich schwierigeren Lebensbedingungen zurecht kommen kann als eines, dem ich lediglich versuche seine Schmerzen zu nehmen.
• Eine ganzheitlich ökologische Medizin wie die klassische Homöopathie fördert daher die Fähigkeit des Individuums sein Leben kreativ und eigenständig gestalten zu können. Das ist im Beispiel unseres Hundes natürlich nicht ohne Unterstützung des Tierhalters möglich. Und wenn er einen Zusammenhang zwischen der Haltungsform und seinem Umgang mit dem Tier nicht gleich erkennen mag und kein Einsehen hat, wie gehen wir im ökologischen Sinne damit um. Klagen wir den Tierhalter an und rufen den Tierschutz an?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einen wesentlich erfolgreicheren Weg gibt. Das Tier lebt in einem Ökologischen System zu dem auch der Tierhalter gehört. Behandeln wir nun das Tier und regen einen Heilungsprozess an, der den Patienten von seinen Gliederschmerzen befreit, ihn ruhiger werden lässt, den Juckreiz lindert und das Ekzem abheilen lässt, nimmt auch seine Aggressivität ab. Er wird gelassener. Wenn Sie mit einem ausgeglichenen und gelassenen Menschen in einem Raum sitzen hat das eine Wirkung auf Sie, vielleicht lassen Sie sich davon anstecken selbst ein wenig ruhiger zu sein.
Ähnlich wirkt die Genesung des Hundes möglicherweise auf den Tierhalter. Er kann sich dann vielleicht vorstellen, den Hund auch frei auf dem Hof laufen zu lassen. Und vielleicht erlebt er ihn weniger als Last und empfindet weniger Schuld gegenüber seinem Hund, hat sogar wieder Freude und Spass mit ihm und ist glücklich über seine Genesung. Erkennen wir als Homöopathen das reagierende und agierende Umfeld als Teil des Systems an, können wir es nur schwerlich verurteilen. Im Gegenteil ich spreche meinen Studenten gegenüber gern von einem wie ich finde zutiefst homöopathischen Ursprung für Heilung. Es ist ein in Liebe annehmendes Erkennen, das die Voraussetzung für Heilung darstellt. Ein gut gewähltes Globuli bewirkt über das Ähnlichkeitsgesetz eine Art Spiegelung und regt einen Prozess an, der von einem Moment der Selbsterkenntnis ausgeht und einem in Liebe annehmenden Erkennen ähnelt. Mit Antibiotika (gegen das Leben) oder Schmerzmitteln ist dies kaum zu erreichen. Aber es ist ebenso wenig wahrscheinlich mit einem Krautwickel oder anderer Kräutermedizin zu erreichen, es sei denn sie bedient durch Zufall das Ähnlichkeitsprinzip.
• Eine ökologische Medizin lehnt auch aus diesem Grund dauerhafte Abhängigkeiten von medikamentösen Substitutionen ab und fördert statt dessen die Regenerationsfähigkeiten des Individuums. Das bezieht sich auch und im Besonderen auf chronische Krankheiten deren Ursprung möglicherweise Jahre und Jahrzehnte zurückliegt. Man kann von keiner Medizin erwarten, dass Sie all die ungelösten Baustellen, die wir bei chronisch Kranken in der Anamnese geschildert bekommen, auf einmal lösen kann, Aber wir können den Patienten bei seinem Prozess der Selbstheilung begleiten, mit sanften Impulsen, die ihn nicht schädigen und die nur so häufig gegeben werden wie der Patient sie wirklich benötigt und so selten wie möglich um ihn nicht zu entmutigen oder zu überfordern. Eine ganzheitliche, ökologische und nachhaltige Medizin begleitet den Patienten auf seinem Weg der Selbstheilung. Sie versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe und hat einzig die Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts des Patienten als Teil seines Ökosystems im Sinn.
Homöopathie – eine nachhaltig ökologische Medizin




Kommentare (57)
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berniewa
schrieb am 31.10.2011 um 19:22 ¶In Kommentaren zum ersten Teil habe ich bereits meine konträre Meinung zu Homöopathie geäußert (und sie auch kurz begründet);
Ebenso möchte ich nochmals betonen:
Ich bin ebenfalls sehr für eine menschenfreundliche und möglichst naturnahe (auch bewusstseinsfähige Tiere respektierende) Medizin, wie auch unter anderem mein Blogeintrag hier deutlich machen dürfte:
Titel:
Thymianöl gegen Bakterien, Heidelbeeren gegen Krebs, und Vieles mehr über echte Heilpflanzen
URL:
http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/thymianoel-gegen-bakterien-heidelbeeren-gegen-krebs-und
[Zusatz 03.12.2011] Noch folgende Bemerkung:
Wenn ein angebl. "homöopathisches" Mittel wirkt,
dann v.a. wegen der .z.u.s.ä.tz.l.i.c.h.e.n. Substanzen,
die .n.i.c.h.t. in homöopathischer Verdünnungen,
sondern in wirksamen Mengen enthalten sind;
und gerade nicht 'homöo-' sondern 'allopathisch' wirken,
z.B. ätherische Öle
animalmundi
schrieb am 31.10.2011 um 20:58 ¶Wenn Sie Interesse haben konstruktiv an einer Diskussion über das von mir vorgestellte Thema teilzunehmen freue ich mich auf ihren Beitrag. Sollten Sie hingegen Schwierigkeiten haben Leser von Ihren eigenen Blog-Beiträgen zu überzeugen, würde ich ihnen empfehlen einmal über den Inhalt nachzudenken. Aber Ihre Kommentare zu meinen Beiträgen dafür zu missbrauchen, Ihre Meinung, die wir ja inzwischen zur Genüge kennen, penetrant zu wiederholen und diesen Blog ständig zu nutzen um Leser auf Ihre Blog Beiträge zu lotsen, empfinde ich inzwischen als dreist.
Ich fordere Sie deshalb freundlich auf, sich konstruktiv an der Diskussion zu beteiligen und sich auf meine Beiträge zu beziehen, oder sich in Ihren eigenen Blog-Beiträgen zu verwirklichen.
Peter Mohr
PS: Hier noch ein konstruktiver Beitrag zu Ihren Anmerkungen.
Thymianöl ebenso wie Knoblauch und zahlreiche andere Kräuter haben – wie Sie erwähnten – antibiotische Wirkungen. Das ist absolut korrekt. Aber ist Ihnen bewusst, dass es keinen Unterschied macht, welche Substanzen antibiotisch wirken, wenn Sie den Patienten daran hindern seine eigenen Abwehrkräfte voll zu entwickeln. Nur weil Pflanzen in der Natur wachsen, sind sie doch nicht zwangsläufig besser als Substanzen die chemisch produziert wurden, wenn sie die gleiche Wirkung haben. Zudem vergessen Sie, dass sich die pharmazeutische Industrie zahlreich in der Natur bedient und Extrakte oder Substitute aus Ihnen oder nach ihrem Vorbild produziert.
Das bekannteste Arzneimittel dieser Art ist das Aspirin. Die Salicylsäure ist ein wesentlicher Bestandteil der Weidenrinde, kommt also aus der Natur. Dennoch wirkt sie wie wir sagen würden Palliativ, also nur am Symptom. Sie regt den Patienten nicht an das zugrundeliegende Muster zu überwinden regelmäßig an Kopfschmerzen zu leiden oder ständig zu viel zu trinken, weshalb man dann am Morgen danach eine Aspirin benötigt.
Die angeführten Beispiele für eine aus Ihrer Sicht wahrhaft ökologischen Naturmedizin scheinen allein auf der Tatsache zu beruhen, dass es sich um Kräuter handelt. Vielleicht reflektieren Sie einmal was jene Kräuter im Detail bewirken und ob sie auf Grund dieser Wirkung einer nachhaltig ökologischen Medizin gerecht werden.
Als Tierhomöopath wundere ich mich ein wenig über ihr Naturverständnis, in dem Sie offensichtlich nur bewusstseinsfähige Tiere respektieren…
berniewa
schrieb am 31.10.2011 um 22:29 ¶mit Aussagen wie z.B.
"(...) Ihre Meinung, die wir ja inzwischen zur Genüge kennen, penetrant zu wiederholen (...)"
beweisen Sie leider, dass Sie einen vorurteilslosen Dialog mit mir offenbar nicht wirklich wollen.
Schon dieses "wir" in Ihrem Satz spricht Bände.
Sie sind es zwar, der hier wiederholt Beiträge zugunsten von H. einstellt, die viel umfangreicher sind, als meine kritischen Anmerkungen, aber ich soll es sein, der etwas wiederholt. Ihre Pro Statements sind also beliebig oft und umfangreich erlaubt, aber kritische Äußerungen anderer nicht???
Auch das spricht Bände
Zum Thema Respekt: Ich respektiere Individuen - nach bestem Wissen und Gewissen (versuchsweise, denn ich behaupte nicht perfekt zu sein) - je nach Ihrer verschiedenen Wesensart - z.B. bewusstseinsfähige auf andere Weise, als nichtbewusstseinsfähige; z.B. Lebewesen mit Nervenzellen anders als Lebewesen ohne solche u.s.w.
SILKY
schrieb am 31.10.2011 um 21:45 ¶Ihc hab den Eindruck das Homooepathie als Therapieersatz (psychotherapie) gerne in Anspruch genommen wird. so braucht der Patient sich scheinbar (denn Placebomaessig mag sich ja eine Verbesserung fuer kurze Zeit einstellen) nicht mit seinen verleugneten Verletzungen befassen,oder gar aufspueren. der seelische Schmerz wird vermieden.
Es ist leichter an Tropfen sich zu klammern als Illusionen aufzugeben.
verlockend und truegerisch
animalmundi
schrieb am 31.10.2011 um 22:53 ¶dass das Immunsystem durch eine gesunde Psyche gestärkt wird, steht ausser Frage. Dazu gibt es genügend Untersuchungen. Vielleicht stellen Sie sich die Wirkung einer homöopathischen Arznei auch ein wenig falsch vor. Die Tropfen oder Globuli an sich verändern nichts. Das macht der Patient ganz allein. Nur aus diesem Grund reicht in vielen Fällen eine einzige Gabe, denn die Wirkung ist eher wie eine für den Patienten wertvolle Information zu verstehen. Ich vergleiche sie gern mit einem Moment tiefer Erkenntnis. Kennen Sie vielleicht Momente in denen sie plötzlich etwas begriffen haben, etwas das sie verleitet von nun an etwas gründlich zu ändern. Meist geschieht dies, wenn man auf eine bestimmte Weise an etwas erinnert wurde, das essentiell ist.
Durch das Ähnlichkeitsprinzip wird der Patient mit einem Energiemuster konfrontiert, dass seinen Zustand auf allen Ebenen spiegelt. Wenn zum Beispiel ein Mensch eine tief sitzende unbestimmte Furcht vor dem Tod mit sich herumträgt, er eine ständige innere Unruhe empfindet, nicht allein sein kann, Nachts vor allem um Mitternacht viele seiner Beschwerden verschlechtert erlebt, an Asthma leidet, blass und anämisch ist, extrem frostig und unglaublich penibel, ja peinlich genau in Kleinigkeiten, und sich hinter einer aristokratischen Haltung versteckt, dann entspricht dieses Leidensmuster jenem, das durch die Arznei Arsenicum album dem weißen Arsenik erzeugt werden kann.
Erhält der Patient diese Arznei, dann ist es so, als wenn etwas in ihm in den Spiegel seiner eigenen Seele schauen könnte. Ich sage, nicht dass es so ist, es ist als ob. Denn der Patient verliert anschließend mehr und mehr seine Furcht vor dem Tod. Es ist ausserordentlich wichtig die passende Arznei für den Patienten zu finden, denn wenn der Kern seines Themas nicht widergespiegelt wird, ist die Information der Arznei für den Patienten relativ nutzlos.
Ich kann mir vorstellen, dass dies für Sie ohne die entsprechende Erfahrung nur schwer vorstellbar ist. Aber wenn Sie den Beitrag auf youtube des Quantenphysikers Professor Zeilinger gesehen haben, wird verständlich, dass dies ein Beispiel für die Quantenphysikalischen Gesetzmäßigkeiten sein könnte, die ihnen vielleicht über den Vergleich bekannt sind, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings im Urwald rein theoretisch die Entwicklung eines Wirbelsturm auslösen könnte.
Sehen Sie, ich behandele seit mehr als 20 Jahren Tiere und ich kann ihnen derart zahlreiche Beispiele schildern in denen die Suggestion oder meine Aufmerksamkeit für das Tier als Ursache für eine so beeindruckende Veränderung ausserordentlich unwahrscheinlich ist. in manchen Fällen habe ich selbst nicht an diese Veränderung geglaubt. in anderen habe ich die Tiere nie persönlich gesehen. In anderen Fällen wiederum, wenn 1000 Puten ganz ohne Antibiotika und nur durch das wiederholte besprühen mit einer passenden homöopathischen Arznei gesund werden, die gewiss nicht kollektiv an meine Heilkünste geglaubt haben, dann würden vielleicht auch Sie die Frage zulassen, ob nicht doch irgend etwas an dieser Heilkunst ist.
Wenn ich mich missverständlich oder unverständlich ausgedrückt habe, fragen Sie gern nach.
Ihr Peter Mohr
animalmundi
schrieb am 01.11.2011 um 10:34 ¶lassen Sie mich noch auf einen Aspekt eingehen, den ich nur indirekt beantwortet habe.
Sie schreiben:
"…nicht mit seinen verleugneten Verletzungen befassen,oder gar aufspueren. der seelische Schmerz wird vermieden. Es ist leichter an Tropfen sich zu klammern als Illusionen aufzugeben.
verlockend und truegerisch"
Diese Vermutung hören wir auch aus anthroposophischen Kreisen immer wieder, denn für Anthroposophen ist es wichtig, dass der Mensch sein Karma eigenständig löst. Geht man von oben beschriebener Annahme aus, dann mutet man so einem Tropfen "Nichts" ein wenig zu viel zu. Ich möchte noch einmal betonen, dass die Arzneiliche Substanz nichts bewirkt. Es ist die Information die den Patienten anregt sein festgefahrenes Muster zu verlassen, sich von ihm zu lösen. Es ist nur ein Impuls, der abhängig von dem "Wahrheitsgehalt" oder von dem "Ähnlichkeitswert" für den Patienten einen bestimmten Wert hat. Wenn er wertvoll genug ist, um ihn anzuregen sein ungesundes Muster zu verlassen, erleben wir Heilung. Die Prozesse durch die ein Patient dabei gehen muss werden jedoch nicht vermieden, der Patient hat lediglich die Kraft sie zu leben und sie zu meistern. Das sieht manchmal beeindruckend aus, aber es ist nicht anders als wenn Sie eine tiefe Selbsterkenntnis haben und plötzlich begreifen, was Sie in ihrem Leben ändern müssen und dass Sie das schaffen.
Ein bekanntes Beispiel dafür, dass es sich sogar konträr zu Ihrer Annahme verhält ist die erfolgreiche Behandlung mit der Arznei Natrium muriaticum (heute Natrium-chloratum genannt) Diese Arznei ist dafür bekannt, dass das Leiden des Patienten häufig mit dem plötzlichen Verlust einer geliebten Person beginnt. Der Patient kann den herzzerreißenden Schmerz nicht anders meistern als ihn zu isolieren und vollkommen auf das zu konzentrieren was jetzt organisiert werden muss. Er kann nicht weinen und seinen Schmerz zulassen. In der Folge wird er verschlossen, reserviert, lässt niemanden mehr an sich heran und entwickelt vielleicht chronische Durchfallerkrankungen oder was zu seinem Muster passt, Allergien, die sich besonders im Frühjahr und Sommer verstärkt präsentieren. Erhält dieser Patient nun eine passende Dosis dieser Arznei, kann man feststellen, dass sich der Patient beim nächsten Besuch möglicherweise wie folgt äußert:
"Es geht mir viel besser, ich fühle mich von einer schweren Last befreit, aber wissen Sie was ich die ersten Tage nach meinem Besuch bei Ihnen gemacht habe. Ich habe endlich weinen können. Alles kam hoch und hat sich in Tränen verwandelt. Das tat auch weh, aber ich habe das Gefühl, dass es gut war. Ich hatte das Gefühl, als würde jemand den Stöpsel gezogen haben und endlich wieder alles ins Fließen kam. Sie hatten mir ja gesagt, dass ich mich melden solle, falls es mir schlechter ging und ich hab auch erst daran gedacht, aber dann hatte ich das Gefühl es war gut so und ich war mir sicher, dass die Tränen fließen mussten. Vielen Dank!"
Sie sehen, dem Patienten wird nichts abgenommen, im Gegenteil er wird in die Lage versetzt sich mit seinen Traumen und seinen "Schattenaspekten" zu versöhnen. Durch die Prozesse muss er dennoch durch. Sollte das nicht der Fall sein, würde der Homöopath davon ausgehen müssen, dass es sich um eine Unterdrückung handelt und seine Arzneimittelwahl überprüfen. Er würde nach einem passenderen Mittel suchen.
Lösungen haben mit loslassen zu tun und genau das scheint eine passende homöopathische Arznei anregen zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Ein guter Homöopath würde seinem Patienten zur Unterstützung eher zu einer Psychotherapie raten, als ihm zu suggerieren das ganze mit ein paar Kügelchen beseitigen zu können. Ich halte die Homöopathie aber für eine perfekte Ergänzung zu einer Lösungsorientierten Psychotherapie, weil sie die Türen öffnet und dem Patienten die Kraft gibt seine Themen zu bearbeiten.
Ihr Peter Mohr
PS: in meinem ersten Buch "Das geistige Prinzip in der Tierhomöopathie" gehe ich auf diesen und zahlreiche weitere Aspekte ausführlich ein. Vielleicht haben Sie ja Interesse.
http://astore.amazon.de/animalmundide-21
animalmundi
schrieb am 01.11.2011 um 12:28 ¶Ihr Peter Mohr
maude62
schrieb am 02.11.2011 um 13:12 ¶Dazu ein Beispiel: Ich biege um eine Ecke und sehe einen großen zusammengekauerten Schatten und erschrecke fürchterlich. Die Assoziation, die dieser Schatten in mir ausgelöst hat, war vielleicht „jetzt werde ich gleich von einem Tiger gefressen“. Die Idee hierfür lässt sich nicht messen. Das Ergebnis allerdings schon: der Puls rast, der Blutdruck steigt, die Atemfrequenz beschleunigt usw. Also hat die Idee des Gefressenwerdens in uns handfeste körperlich messbare Ergebnisse hervorgebracht.
Sollte ich nun feststellen, dass es sich bei dem Schatten tatsächlich um einen Tiger handelt (oder wie im richtigen Leben um meinen Chef), wird dieser Zustand solange aufrechterhalten, bis wir die Situation durch Flucht oder Gegenwehr gelöst haben oder wir fallen ihr zum Opfer.
Nun hat sich aber herausgestellt, dass der Schatten ein harmloser, großer Stein war. Die Idee der Gefahr verblasst, wir kommen in die vagotone Phase, Puls, Blutsduck und Atemfrequenz sinken, wir werden uns ausruhen und neue Kräfte sammeln.
Würden wir jetzt auf der stofflich argumentativen Ebene bleiben, hätte diese Reaktion nicht stattfinden dürfen. Schließlich hatten wir keine Tropfen eingenommen, auf denen „Tiger“ stand, ja, es war noch nicht einmal ein solcher in der Nähe.
Wir können also feststellen. Die Idee ist als solche nicht nachweisbar, die Reaktion darauf ist jedoch beobachtbar und messbar. Würden wir nun den Argumenten der bis heute geführten Anti-Homöopathiedebatte folgen, wäre diese körperliche Reaktion nur Einbildung gewesen, da die Idee als solche nicht stofflich und nicht messbar war.
Ein anderes Beispiel: vor einiger Zeit kam in Quarks & Co ein spannender Bericht über Allergien. Dort hat man in einem Versuch Katzenhaarallergikern während eines Filmbeitrages eine Großaufnahme einer Katze an die Wand projiziert. Fast alle Probanden zeigten daraufhin massive allergische Symptome, angefangen von zuschwellenden Augen bis hin zu asthmatischen Beschwerden- und das alles, obwohl kein einziges Allergen im Raum war. Welche „Moleküle“ haben in diesem Falle denn nun diese massiven Reaktionen hervorgebracht?
Wenn wir aber die „Idee“ als solche (noch) nicht messen können, wie können wir dann die Ursachen von „Heilung“ überhaupt sicher benennen? „Reparieren“ muss sich der Körper bei allen medizinischen Strömungen letztendlich selbst. Wir können zwar die Knochenenden chirurgisch annähern- zusammenwachsen müssen sie aber alleine.
Ich erkläre mir das homöopathische Ähnlichkeitsprinzip immer folgendermaßen:
Angenommen wir nehmen mal eine auch unter Homöopathiegegnern unverfängliche niedrige D-Potenz. (Dr. med.vet.Franz Schrömmer schreibt in „Einführung in die Homöopathie für Tierärzte“: „…Adrenalin wirkt noch in einer Menge von 1:10 000 000 000 (gleich D10) beschleunigend auf den Herzschlag…“). Diese arzneiliche Substanz übt einen Reiz auf bestimmte Gewebeschichten aus. Würden wir diesen Reiz lange genug aufrechterhalten, würden wir eine Arzneimittelprüfung beobachten und zwar durch die ABWEHRMECHANISMEN des Körpers. Hahnemann nannte dies „Kunstkrankheit“. Wir provozieren also durch den Reiz eine körperliche Abwehrreaktion. Diese provozierte Reaktion eliminiert das tatsächliche Problem gleich mit. Alles bis hierhin ziemlich unesoterisch, wie ich finde.
Diese gleichen Reaktionen lassen sich nun aber auch bei Hochpotenzen beobachten, was uns wieder zum oberen Teil, nämlich der „Idee“ hinter allem bringt.
Ich persönlich bin auch immer etwas vorsichtiger, alle stofflichen Arzneien unter rein materiellen Gesichtspunkten zu sehen, weil es meines Erachtens nicht wahrscheinlich ist, dass diese ohne „Ideen“ daherkommen. Frage ist nur, welche uns damit vermittelt werden.
Ich finde, es wird auf jeden Fall deutlich, wie kompliziert die Homöopathie ist. Genau die richtigen Abwehrreaktionen auf allen Ebenen im richtigen Maße zu provozieren ist schlicht eine Kunst.
Wie oft habe ich erlebt, dass Menschen nichts von der Homöopathie halten, weil sie schon einmal versucht haben, ein Problem „homöopathisch“ zu lösen. Die Chance, ohne fundiertes Hintergrundwissen das passende Mittel zu finden, ist etwa so groß wie der berühmte Sechser im Lotto.
animalmundi
schrieb am 03.11.2011 um 00:02 ¶na, das klingt doch ziemlich interessant! Die Beispiele gefallen mir. Sind ziemlich einleuchtend.
Nur die Ansicht, dass die Chance ein passendes homöopathisches Arzneimittel zu finden, einem Sechser im Lotto ähnelt, würde ich nicht teilen. Wenigstens nicht wenn es um Arzneien für einfache akute Erkrankungen geht, die meiner Meinung nach auch von Laien relativ leicht und erfolgreich gefunden werden können. Bei chronischen Krankheiten ist es ohne eine fundierte Ausbildung allerdings ziemlich unmöglich, wenn auch wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto.
Aber allgemein finde ich auch, dass die Homöopathie völlig unterschätzt wird. Es ist Zeit für eine wesentlich bessere Aufklärung, um Missverständnisse und Vorurteile zu überwinden.
maude62
schrieb am 02.11.2011 um 18:50 ¶Meinen Sie nicht Herr Mohr, dass dies möglich sein könnte? Wir können doch auch andere Probleme homöopathisch unterdrücken, wenn wir es falsch machen. Natürlich wäre es das Ideal und so sollte ja auch unser Bestreben sein, dass die unverarbeiteten Probleme durch den Arzneimittelreiz aufgearbeitet werden können. Aber ich teile eigentlich grundsätzlich nicht die Einschätzung, dass Homöopathie nicht schaden kann. Wenn wir den Heuschnupfen homöopathisch beispielsweise durch allium cepa unterdrücken, provozieren wir wenn es schief läuft ein Asthma. Und wenn wir unseren Organismus als einheitliches, in sich verwobenes System verstehen, müssten diese Wirkungsmechanismen auf allen Ebenen- also auch auf den geistigen und seelischen- zu beobachten sein. Von daher könnte ich mir schon vorstellen, das SILKY mit ihrem Einwand nicht ganz unrecht hat (außer dem Einwand, es handele sich hier um eine Placebowirkung). Womit wir wieder beim Anspruch an die Ausbildung, dem Verantwortungsgefühl der Therapeuten und den Kriterien, wie ich einen guten Therapeuten von einem schlechten unterscheiden kann, angekommen wären.
animalmundi
schrieb am 02.11.2011 um 23:14 ¶sicher kann man mit einer unpassenden und falsch dosierten homöopathischen Arznei auch Symptome unterdrücken und ihm bei kontinuierlicher Falschbehandlung auch schaden. Bei psychischen Störungen ist der Homöopath deshalb gefordert besonders gründlich zu arbeiten und angemessen zu dosieren.
So wie ich SILKY verstanden hatte ging es ihr aber vor allem darum nicht auf die Idee zu kommen, dass man auf eine Psychotherapie verzichten könne, wenn man statt dessen ein paar Kügelchen einer homöopathischen Arznei zu sich nimmt oder Bachblüten, die für emotionale und psychische Beschwerden gern von Laien weiterempfohlen werden.
Eine homöopathische Arznei kann den Patienten anregen sich seinen unerledigten Themen (geistig, emotional und körperlich) wieder anzunähern und sie mit neuem Mut zu stellen. Die Verarbeitung der Themen selbst nimmt ihm niemand ab. Weder ein Homöopath noch ein Psychotherapeut. Gemeinsam können sie dem Patienten helfen seinen Weg der Heilung erfolgreich zu gehen.
Wie Du richtig anmerkst braucht es gut ausgebildete Homöopathen. Hier kann man welche finden.
Human-Homöopathie-Organisationen mit Therapeutenlisten für gut ausgebildete Homöopathen
http://www.homoeopathie-zertifikat.de/
http://www.vkhd.de
http://www.bkhd.de
http://www.homoeopathie-forum.de
Tierhomöopathen finde sie über den Berufsverband
http://www.bktd.com
Maria_L
schrieb am 03.11.2011 um 08:11 ¶animalmundi
schrieb am 03.11.2011 um 09:35 ¶…der wird aus seinem Erleben heraus Gründe haben, keine Therapie zu machen. Und genau die gilt es anzuschauen, in Liebe anzunehmen und sie auf elegante Weise zu spiegeln. Wir Homöopathen tun dies mit der passenden Arznei. Damit der Patient sich öffnet und auf den Weg macht, seine Themen zu bearbeiten und Heilung zu finden.
Gründe es nicht zu tun gibt es individuell gesehen zahlreiche. Was ist wenn jemand in seiner veränderten Perspektive von der Welt die Idee entwickelt, ihm könne ohnehin niemand helfen oder er könne niemandem vertrauen. Diesen Menschen wird es schwerer fallen sich in eine Psychotherapie zu begeben, obwohl ihnen die wahrscheinlich gut tun würde. Sie werden sich schwer tun eine Therapie als Chance zu begreifen.
Wenn Sie hingegen an einem Hautausschlag leiden oder an einem chronischen Durchfall, bei dem ihnen niemand helfen kann und sie wenden sich an einen guten Homöopathen, dann erhalten sie die Chance ihre Perspektive zu verändern, die Idee, ihnen könne ohnehin niemand helfen wird widerlegt und sie erfahren, dass sie jemandem vertrauen können. Das wiederum kann den Weg zu einem Psychotherapeuten ebnen, wenn dies für den Patienten ansteht.
Ich habe vor meiner Homöopathie-Ausbildung einige Jahre mit Drogenabhängigen gearbeitet. Den meisten brauchte man mit Psychotherapie nicht kommen. Wenn jemand so weit ist, wie Du es dir wünschst, nämlich dass er die Therapie schon als Chance begreift und vielleicht sogar Lust darauf hat, dann ist er schon ziemlich weit. Für viele Menschen ist es ein großer Schritt dahin.
Ich habe zahlreiche Patienten erlebt, für die sich durch die Homöopathie sehr viel verändert hat. Es ist doch nur ein Impuls, eine Information, die hilfreich sein kann und ich frage mich was so viele Menschen so skeptisch sein lässt und nicht nur dass, die meisten Gegner der Homöopathie haben es selbst nie versucht, wenigstens nicht richtig. Vielleicht fehlt ihnen das Vertrauen sich einem Homöopathen gegenüber zu öffnen. Wer weiss…
Maria_L
schrieb am 03.11.2011 um 12:13 ¶Falls nicht bitte Bescheid geben...
Du schreibst sehr gut, sachlich und nachvollziehbar über Homöopathie.
Ich selbst bin eine dieser schrecklichen Hobby-Homöopathen mit bergeweise angelesenem Wissen.
Letzteres ist aber nicht mehr in Übung, weil ich es -gottseidank- zu selten brauche.
Trotzdem hatte ich schon viele Erfolgserlebnisse, habe aber auch einen ordentlichen Respekt davor und halte H. keinesfalls für harmlos.
Z.B. hatte ich mal ein sehr unschönes Erlebnis mit Bryonia...kann es nicht mehr genau beschreiben, es war jedenfalls nicht die gewünschte Heilung, sondern eine Arzneimittelprüfung mit heftigen, unangenehmen Symtomen.
Sprich: Ich weiß genau, wenn ich eine ernsthafte Krankheit hätte, sollte ich besser zu einem Arzt oder Heilpraktiker gehen, der sich mit H. auskennt.
Das war vor 10-15 Jahren kein Problem, da hatte ich immer Ärzte zur Hand, die sich damit auskennen und sich irgendwie die Zeit nehmen konnten, für eine ordentliche Anamnese.
Die Ärzte, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollen, haben ihre Kassenzulassung abgegeben und behandeln nur noch privat.
Heute ist es einfach nicht mehr möglich auf Kasse homöopathisch zu behandeln und mir ist klar, daß ich Geld mitbringen muß, wenn ich eine gute Behandlung wünsche.
Worauf sollte man achten, wenn man einen guten Heilpraktiker oder Privatarzt sucht, der homö. behandelt?
Ich kenne einige Heilpraktiker, zu denen ich nicht mal dann in Behandlung ginge, wenn ich Geld dafür bekäme ;-)
animalmundi
schrieb am 03.11.2011 um 13:40 ¶Du hast eine Erfahrung beschrieben, die viele Menschen mit der Homöopathie machen. Leider verleiten diese Handbücher für die homöopathische Hausapotheke in manchen Fällen auch dazu, Krankheiten zu behandeln, die ganz unzweifelhaft in die Hände von Fachleuten gehören.
Ein Buch das ich uneingeschränkt empfehlen würde, heißt "ERSTE HILFE durch Homöopathie" und ist von Manuel Mateu i Ratera. Es klärt sehr gut auf, ist sehr präzise in der Beschreibung von Indikationen und darüber hinaus klärt er viele Fragen die zu einem Besseren Verständnis der Homöopathie beitragen.
Link: http://astore.amazon.de/animalmundide-21
Die Sache mit der Kostenerstattung kann recht einfach gelöst werden. Es gibt Zusatzversicherungen für unter 20 Euro im Monat.
Adressen für Verbände, die für eine Qualitätssicherung in der Ausbildung ihrer Mitglieder achten habe ich in einem vorherigen Beitrag eingestellt.
Ob Heilpraktiker, Tierhomöopath, Arzt oder Tierarzt, man sollte sich wirklich ausführlich informieren ob der entsprechende Therapeut gut ausgebildet ist.
Wenn es ihnen schwer fällt dies zu tun, fragen Sie bei den Verbänden nach.
Für Mensch und Tier haben wir eine sehr umfangreiche Einführung mit Anleitungen, Podcasts, Skripten und Präsentationen für den Gebrauch einer homöopathischen Haus- oder Stallapotheke im Netz: http://onlinekurse.animalmundi-home.com/
…hoffe, das hat ein wenig weiter geholfen :-)
Maria_L
schrieb am 03.11.2011 um 14:04 ¶Werde ich auch meiner Schwester schicken, die seit Jahrzehnten ihre Tiere homöopathisch behandelt.
Was Bücher angeht, da habe ich wahrlich genug, heute verwende ich lieber das Internet, da kann ich ein Symtom eingeben + Homöopathie und bekomme zahlreiche Infos...
animalmundi
schrieb am 03.11.2011 um 21:53 ¶es ist zwar richtig, dass man inzwischen sehr viel im Internet findet. Teilweise ist das auch ganz gut. aber bedauerlicherweise gibt es doch eine Menge richtig dummes Zeug, was da verbreitet wird.
Besonders Behandlungsempfehlungen sollte man misstrauen.
Kein gut ausgebildeter Homöopath würde sich hinreissen lassen, auf Grund solch oftmals nur klinischer, körperlicher Beschwerden ein homöopathisches Arzneimittel empfehlen.
Meine Empfehlung: Vorsicht, wenn jemand ohne eine ausführliche Anamnese und ohne den Patienten persönlich gesehen zu haben, bereit ist Behanldungs-Empfehlungen von sich zu geben.
Maria_L
schrieb am 04.11.2011 um 07:24 ¶mich interessieren in dem Zusammenhang nur die Materia Medica, die für manche Mittel sehr vollständig enthalten ist im Internet.
Und eine wahre Fundgrupbe ist in dem Zusammenhang auch die Google-Buchsuche.
Gerade ältere umfassende Hömopathiebücher sind z.T. vollständig durchsuchbar.
Die Finger lasse ich weg von Internet-Foren zu dem Thema.
Das macht ja einen Ochs wuschig ;-)
Und dann rede ich auch immer von der s.g. "kleinen Homöopathie" in Abgrenzung zur "großen Homöopathie".
Diese Begriffe fand ich auch mal in einem Buch.
"kleinen Homöopathie" = leichte, akute Infektionskrankheiten, erste Hilfe
"großen Homöopathie" = Behandlung von schweren und chronischen Krankheiten
Letzteres gehört garantiert nicht in Laienhand.
Ersteres habe ich bei mir bislang fast immer selbst recht erfolgreich behandelt.
Heute habe ich nur noch selten Erkältungen...
-Olli-
schrieb am 06.11.2011 um 18:59 ¶"Diese behauptete selektive Steigerung erwünschter Wirkungen durch die Prozeduren des Potenzierungsverfahrens, die von einigen Autoren auch als „rituell“ bezeichnet werden,[3] [4] widerspricht jedoch naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.[5] Auch das hahnemannsche Ähnlichkeitsprinzip ist wissenschaftlich nicht haltbar.[6][7] Klinische Studien nach wissenschaftlichen Standards konnten keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweisen.[8] Erfolge einer Behandlung[9] werden somit ihrem Umfeld, nicht dem Mittel selbst zugeschrieben, etwa dem Glauben des Patienten an die Wirksamkeit der Behandlung oder der Qualität der Beziehung zwischen Therapeuten und Patienten.[10][11] Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg verwarf die Homöopathie 1992 im Rahmen der „Marburger Erklärung zur Homöopathie“ als Irrlehre.[12]"
Wer lieber Videos guckt, kann sich auch einen Bericht von Spiegel TV ansehen:
http://www.spiegel.de/video/video-1125057.html
Maria_L
schrieb am 06.11.2011 um 19:07 ¶http://www.utopia.de/gruppen/kritik-an-aberglauben-esoterik-und-505/diskussion/homoeopathie-widerlegt-181947
Da wurde auf 18 Seiten alles gesagt, was beide Seiten zum Thema zu sagen haben...
SILKY
schrieb am 06.11.2011 um 19:30 ¶-Olli-
schrieb am 06.11.2011 um 18:59
Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum so viele Menschen homöopathische "Arzneien" verwenden. Homöopathie wurde in unzähligen Wissenschaftlichen Studien als unwirksam bestätigt und gefährdet bei lebensbedrohlichen Krankheiten sogar Menschenleben, wovor die WHO auch eindringlich warnt."
ich hab vor vielen Jahren wegen diesem Irrglauben (der heilpraktikerin) eine voellig unzureichende Behandlung erhalten.
Nie wieder werde ich darauf reinfallen oder den Glauben an H. als harmlos abtun.
animalmundi
schrieb am 06.11.2011 um 19:45 ¶Du beziehst dich auf wissenschaftliche Studien, doch die Quellen, die du anführst sind rein wissenschaftlich gesehen höchst fragwürdig. Ist Dir bekannt, dass selbige WHO, bevor sie vollständig dem Einfluss der Pharmaindustrie unterlag, bezüglich der Homöopathie zu ganz anderen Schlüssen kam. Und ist dir bewusst, wie gefärbt der Artikel im Spiegel, der Süddeutschen und anderer Magazine und Medien durch eine seit 2005 gezielt von der Pharmaindustrie unterstützten Kampagne gegen die Homöopathie sein könnte?
Wahrscheinlich nicht. Es ist so als ob Du im Bereich der alternativen Energiepolitik auf Studien und berichte der Atomindustrie vertraust.
Die Artikel in denen viele Autoren ein "Abschließendes Urteil" zur Wirksamkeit der Homöopathie unreflektiert wiedergaben, beziehen sich auf eine Studie, die nicht einmal den banalsten Grundregeln der Wissenschaft entspricht. Sie versucht nämlich über die Summe aller Ergebnisse von Studien, die sich mit einem Beweis oder Gegenbeweis zur Wirkung homöopathischer Arzneien beschäftigt haben zu einem "endgültigen Urteil" zu kommen.
Wissenschaftlich gesehen kann es aber tausende von Untersuchungen geben, die ohne Ergebnis bleiben, ohne dass dem Prinzip an sich auch nur im Geringsten widersprochen sein muss. Es kommt darauf an, ob sie überhaupt so angelegt sind, dass sie einen Beweis erbringen können. Und hier fängt es an interessant zu werden.
Auffällig und letztlich einmalig in der Geschichte der Wissenschaft ist der unglaubliche Aufwand, mit dem Studien allein zu dem Zweck initiiert werden eine häufig erlebte Wirkung zu widerlegen.
Eine solche Studie zu gestalten ist unglaublich einfach. Man ignoriert einfach das Individualprinzip der Homöopathie und erforscht die Wirkung einer einzigen Arznei auf 50 Menschen. Das individualisierte Behandlungskonzept der Homöopathie würde jedoch für 50 Menschen, selbst wenn sie alle mit dem gleichen Erreger infiziert wären eine ganze Reihe unterschiedlicher Arzneien benötigen, um jedem Patienten das für ihn geeignete Arzneimittel zu verordnen. Diese Studie beweist höchstens eine mangelnde Sachkenntnis und sonst gar nichts. Von dieser Art Studien gibt es zahlreiche.
Darüber hinaus würde sie bestenfalls beweisen ob ein bestimmtes nach dem homöopathischen Arzneimittelbuch hergestelltes Arzneimittel geeignet ist, Patienten, die mit einem bestimmten Erreger infiziert sind mit dieser speziellen Arznei erfolgreich zu behandeln.
Ein Nachweis über die Wirksamkeit des Prinzips hingegen müsste einen völlig anderen Charakter haben. Und interessanter weise gibt es eine Reihe von Studien, die dieses Prinzip etwas ernster nehmen und zu eher überzeugenden Ergebnissen kommen. Nimmt man die Summe aller Studien, die das Wirkungsprinzip der Homöopathie berücksichtigen, sieht die Statistik schon ganz anders aus.
Der Mist, auf dem die von Dir zitierten Veröffentlichungen beruhen ist hingegen nicht einmal das Papier wert auf dem es gedruckt ist und jeder ernsthafte Wissenschaftler müsste Rot werden, wenn er sie als Beweis für die Widerlegung des homöopathischen Wirkungsprinzips akzeptieren würde.
Wie kann man im Bereich der Ökologie oder Energiepolitik so kritisch und im Bereich der Medizin so gutgläubig gegenüber einer Industrie sein, die ähnlich wie die großen Saatgutkonzerne das weltweite Gesundheitswesen so offen und einseitig zu beeinflussen suchen.
Das was im letzen Jahr mit der Schweinegrippe gelaufen ist, war die wohl erfolgreichste weltweite PR-Kampagne für den Verkauf von extrem profitablen Impfstoffen, die völlig überflüssig waren.
Also vielleicht überlegst Du Dir noch einmal ob Du Wikipedia und dem Spiegel so einfach vertrauen kannst und schaust mal etwas genauer hin.
Ich werden am Wochenende eine wissenschaftliches Symposium zum Thema besuchen und anschließend einen Artikel dazu veröffentlichen, der versucht ein wenig unvoreingenommener über dieses Thema zu berichten. Vielleicht hast Du ja Lust ihn zu lesen.
Herzliche Grüße
Peter Mohr
Tierhomöopath
(Man kann sich kaum vorstellen wie unglaublich dieser Placebo-Effekt bei Tieren wirkt. Die müssen eine wahnsinnig intensive Einbildungskraft und einen beeindruckenden Glauben haben…)
PS: Was macht es eigentlich für einen Unterschied ob ich unreflektiert an alles Glaube was die Kirchen verkünden oder an das was angeblich alles "wissenschaftlich" bewiesen ist. Es gab in den letzten 50 Jahren derartig viele medizinische Irrtümer mit fatalen Folgen für Patienten, dass es ganzen Bücher füllt. Vielleicht bemühen wir uns bei diesem Thema einfach mal um ein wenig mehr Sachlichkeit. Denn sachlich gesehen ist jeder einzelne "homöopathische" Heilungserfolg ein Grund, das was wir über die Wirksamkeit potenzierter Arzneien noch nicht wissen näher zu erforschen, anstatt das was nicht sein darf zu verteufeln.
animalmundi
schrieb am 06.11.2011 um 19:56 ¶es tut mir leid, wenn Du mit einer Heilpraktikerin schlechte Erfahrungen gemacht hast. Das kann Dir leider ebenso leicht passieren wie mit einem Schulmediziner.
Aber nur weil manche Menschen schlechte Erfahrungen mit der Schulmedizin machen, weil sie zum Beispiel allergisch darauf reagieren, heißt das ja nicht, das alles was ein Schulmediziner macht schlecht sein muss. Umgekehrt ist das sicher ebenso.
Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass es zahlreiche Heilpraktiker gibt, die homöopathische Arzneien verordnen ohne auch nur einen blassen Schimmer davon zu haben, was sie eigentlich tun. Gleiches gilt in zunehmendem Masse für Ärzte und Tierärzte, die sich Homöopathie aufs Schild schreiben.
Die Ausbildungen sind in den meisten Fällen leider viel zu wenig fundiert und zu oberflächlich. Daher meine Forderung nach einem Bachelor-Abschluss für Complementär-Medizin mit Fachrichtungen wie Homöopathie und TCM.
Maria_L
schrieb am 06.11.2011 um 20:22 ¶Das würde ich sehr begrüßen...
animalmundi
schrieb am 07.11.2011 um 11:13 ¶Deine Anmerkung: <…und gefährdet bei lebensbedrohlichen Krankheiten sogar Menschenleben, wovor die WHO auch eindringlich warnt.> ist sehr interessant, aber selbst wenn dies in bedauerlichen Einzelfällen als Behandlungsfehler geschieht, so stehen dem gegenüber ganz offizielle Zahlen nach denen allein in deutschen Krankenhäusern 50.000 Menschen jährlich an MULTIRESISTENTEN KEIMEN sterben. (Es lebe das Antibiotikum)
Mindestens 30% aller an alte Menschen verfütterten Medikamente dienen lediglich dazu Nebenwirkungen anderer Medikamente zu relativieren. Erst kürzlich gab es dazu einen sehr interessanten Beitrag in den Medien. Eine Studie hat belegt, dass man das Befinden der Patienten deutlich verbessern könnte, wenn man die Medikationen sinnvoller und zurückhaltender gestalten würde.
Und wenn Du schon Spiegelartikel zitierst, wie wäre es denn mit diesem:
Behandlungsfehler bei 130.000 Patienten
Falsch geröntgte Körperstellen, übersehene Frakturen, falsche Medikamente - 130.000 Patienten erleiden pro Jahr in deutschen Kliniken Gesundheitsschäden aufgrund von Behandlungsfehlern. Und die Dunkelziffer liegt nach Ansicht von Experten vermutlich noch viel höher.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,517535,00.html
Es ist wahrlich jeder Mensch zu bedauern, der einem Behandlungsfehler unterliegt, ganz gleich welche Therapieform er bevorzugt hat. Doch das Risiko scheint mir hier doch recht eindeutig gelagert zu sein.
Herzliche Grüße und einen gesunden Tag
PS: Da frage ich mich, wieso die WHO nicht vor pharmazeutischen Therapieformen warnt∞
gerfi
schrieb am 07.11.2011 um 11:49 ¶Nachweisslich werden Behandlungsfehler durch Krankenhäuser, Ärzte der klassischen Medizin festgestellt, die im schlimmsten Fall zum Tode führen, bzw. weitere Nebenwirkungen verursachen die dann wieder medikamentös weiterbehandelt werden.
Über die Zahlen will ich mich da nicht auslassen, Statistiken sind mir immer etwas zu supekt, aber es ist schon eine Richtschnur.
Was ich sagen will, diese "Fehler" werden anscheinend von den Gegnern und Skeptigern der H. und anderer alternativen Heilmethoden ignoriert, es zählt entweder nur die eigene negative Erfahrung oder eben diverse Artikel.
Kann ich nicht beweisen, vielleicht hast Du @animalmundi Vergleiche zur Hand:
Wieviele Fehldiagnosen/Behandlungsfehler/Todesfälle prozentual gesehen gibt es im Vergleich zwischen alternativ-Behandlungen und der klassisch traditionellen Behandlung.
Eine Zahl kann ich leider nicht nennen, müsste recherchieren, aber ich denke da schneidet die Alternativ-Medizin wesentlich besser ab.
Oder liege ich da falsch?
animalmundi
schrieb am 07.11.2011 um 12:09 ¶mir liegen da leider auch keine Zahlen vor. Ich denke das liegt daran, dass dies keiner Untersucht. Vielleicht ist die Gefahr zu groß, dass die pharmazeutische Medizin nicht so gut abschneidet.
Aber wie gesagt kann man das nur vermuten. Was die klassische Homöopathie betrifft, machen wie ja eher die Erfahrungen, dass Menschen oder Tiere zu uns kommen, die schulmedizinisch "austherapiert" sind oder eben mit schulmedizinischen Behandlungsversuchen schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Die extrem geringe Gefahr von Nebenwirkungen durch Homöopathische Arzneien hatte ich schon irgendwo beschrieben. Aber auch darauf hingewiesen, dass man auch hier zum schaden des Patienten verordnen kann, wenn man zu wenig davon versteht.
Es wäre wirklich interessant hier einmal zu verlässlichen Zahlen zu kommen. Dann aber bitte differenziert und nicht pauschal Schulmedizin gegen Alternativmedizin. Denn es gibt auch bei der Alternativmedizin fragwürdige Entwicklungen.
Ich werde aber mal recherchieren, ob sich irgendwo Zahlen finden lassen.
Gruß Peter
-Olli-
schrieb am 07.11.2011 um 19:36 ¶Würdet ihr einem durchfallkranken Kind keine WHO-Elektrolyt Lösung verabreichen, sondern Kügelchen?
Gibt es keine freie Presse außer infokrieg.tv und sind die ganzen Anti-AKW Artikel in der bürgerlichen Presse vielleicht Teil eines noch größeren Plans der Energiekonzerne?
Also bitte.
hierophant
schrieb am 28.02.2012 um 17:10 ¶animalmundi
schrieb am 07.11.2011 um 20:26 ¶Dein Beitrag ist mir einfach zu unsachlich und emotional um darauf einzugehen. Nur so viel… JA es muss möglich sein jede Therapiemethode und JEDES Medizinsystem kritisch zu betrachten.
Aber bitte nicht nur einseitig!
Und wenn Du in jeder Hinsicht so uneingeschränkt an die guten Absichten aller Beteiligten unseres unübersehbar einseitig durch die Interessen der Pharmaindustrie beeinflussten Gesundheitswesens glauben magst, sei Dir das gegönnt.
Ich versuche weiterhin und auch in dieser Hinsicht mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu laufen, Fragen zu stellen und mir Sorgen zu machen, wenn zu erkennen ist, dass es in vielen Fällen nicht mehr um das Wohl der Patienten geht, sondern um den Profit.
Deine Provokation mit der Elektrolyt-Lösung ignoriere ich freundlich und frage mich, wie Du überhaupt auf eine solche Idee kommen kannst.
Was macht Homöopathie-Gegnern nur so eine unheimliche Angst, dass sie entweder zynisch oder verachtend über Menschen urteilen, die mit dieser Therapiemethode beeindruckende Heilungserfolge erleben und von ihr überzeugt sind?
Verstehe das wer wolle…
Shivani
schrieb am 07.11.2011 um 22:59 ¶Bei mir funktioniert es eben sehr gut. Und ich glaube, es gibt auch Menschen, für
die eine andere Therapie-Form besser geeignet ist. Dogmatismus halte ich hier
für nicht angemessen. Ich will auch nicht, wass mir jemand vorschreibt wie ich mich
behandeln lassen muss...
Wenn meine Wahl dann auch noch solche Vorteile für die Umwelt hat - wunderbar.
animalmundi
schrieb am 08.11.2011 um 12:19 ¶ja, Dogmatismus war noch nie hilfreich, wenn es um Aufklärung und Entwicklung ging. Wenn es um Menschen oder Tiere geht sollte einzig eins im Mittelpunkt stehen. Hahnemann hat es mit seinen Grundsätzen im Organon der Heilkunst gleich im 1. § sehr deutlich zum Ausdruck gebracht.
Des Arztes höchste und einzige Berufung ist es, Kranke gesund zu machen, was man Heilen nennt.
und im § 2 fügt er hinzu:
Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.
Ob Homöopath, Arzt, Tierarzt, Heilpraktiker, wer auch immer Mensch oder Tier medizinisch Behandelt, sollte sich diese Ziele zu eigen machen. Ganz gleich welche Therapiemethode er vertritt und er sollte bereit sein, seine Tätigkeiten nach diesen Grundsätzen zu prüfen und kritisch zu reflektieren.
Vor etlichen Jahren hat sich eine Gruppe von Ärzten aufgemacht eine so genannten Evidenz-basierte Medizin (EMB) zu entwickeln. Hintergrund dafür war die Erkenntnis, dass der Mensch bei allem Bestreben nach Wissen und Wahrheit erkennen muss, dass dieses stets unvollkommen sein wird. Anlass waren zahlreiche aus Überzeugung praktizierte Verfahren, die sich im Nachhinein nicht nur als falsch sondern oft sogar als kontraproduktiv, ja schädlich herausgestellt hatten. Um dieser Erkenntnis im Alltag des Mediziners einen Platz zu verschaffen, entwickelten Sie einen Ansatz der den Mediziner anhält, sein Handeln stets kritisch zu reflektieren, es zum Wohle des Patienten auszurichten, dabei offen zu bleiben und sich konstant weiterzubilden.
Dieser Ansatz wurde zunächst mit viel Enthusiasmus verfolgt und auch heute gibt es einen hartnäckigen Kern von Medizinern die versuchen diesen Ansatz zu etablieren, doch zunehmend wird dieses Konzept durch einen einseitigen Fortbildungsansatz verwässert. Evidenz-basierte Medizin wird heute oft mit Science based medicine (SBM) verwechselt in dem es nur darum geht, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein. Kritische Fragen über deren Sinnhaftigkeit und Verlässlichkeit werden hier jedoch gern übergangen und sind nicht ausdrücklich erwünscht.
Bedenkt man wer heute Medizinforschung finanziert, kann sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Anmerkung: Eine Tierärztliche Hochschule, die nicht nur zu 100% durch eine Stiftung finanziert wird, deren Protagonisten Pharmaunternehmen sind, sondern deren Hörsaal ganz unverblümt Böhringer-Hörsaal heißt, wird sich kaum aufmachen unvoreingenommene Studien über die Effektivität klassisch homöopathischer Therapieansätze oder andere alternativer Therapieverfahren zu finanzieren. Und alternative Therapieansätze wenigstens so umfangreich zu lehren, dass der Tierarzt anschließend nicht nur fröhlich Kügelchen verteilt, sondern vielleicht auch noch weiss, was er da eigentlich tut, dürfte ebenfalls nicht in ihrem Interesse liegen…oder?
Wir brauchen eine wahrhaft Evidenz-basierte Medizin für Mensch und Tier, die eine ökologisch nachhaltige Ausrichtung ebenso sehr mit Interesse verfolgt, wie das Wohl des Patienten.
-Olli-
schrieb am 08.11.2011 um 13:25 ¶Dem stimme ich zu.
animalmundi
schrieb am 08.11.2011 um 18:42 ¶Das ist doch schon mal eine gute Grundlage konstruktiv über dieses Thema zu diskutieren, Utopien zu entwickeln und zu schauen, was man tun kann um sie wahr werden zu lassen.
In diesem Sinne wünsche ich uns viel Erfolg.
animalmundi
schrieb am 09.11.2011 um 09:04 ¶sollte jemand Interesse haben, die Anforderungen an eine ökologisch nachhaltige Medizin auszuformulieren um daraus eine Petition zu gestalten die an Parteien, Verbände und die Regierung geht, ist eingeladen hier mitzumachen:
http://www.utopia.de/gruppen/oekologisch-nachhaltige-1017/diskussion/vorschlaege-fuer-anforderungen-die-ein-oekologisch-198517
Natürlich kann die Diskussion hier gern weiter gehen…
hierophant
schrieb am 27.02.2012 um 11:59 ¶Wenn ich mir die welt der wissenschaftlichen vertreter von hochschule, hochfinanz und wirtschaft anschaue, sagen wir mal die unkritischen, angepassten, gut verdienenden. Auch wie sie argumentieren...mit selbstverständlickeiten und einer himmelschreienden vor dummheit strotzenden selbstgefälligkeit und -gerechtigkeit... dann verschwinde ich lieber in den wald und meditiere.
Homöopathie beispielsweise als irrlehre zu proklamieren hat für mich verbrecherische züge.
animalmundi
schrieb am 28.02.2012 um 10:35 ¶das klingt sehr emotional und glauben Sie mir, ich kann das durchaus nachvollziehen. Dennoch meine ich, dass wir nur durch gute Argumente und einen klaren Verstand überzeugen können. Wenn es schon ein Verbrechen sein soll, die Homöopathie als Irrlehre hinzustellen, muss man sich die Frage gefallen lassen, wo die Meinungsfreiheit anfängt und wo sie ihre Grenzen hat. Ebenso kritisch kann es gesehen werden, wenn wir die Pharmaindustrie mit dem Drogen und Waffenhandel in einen Topf tun. Das Prinzip der Unschuldsvermutung, so lange kein eindeutiger Beweis für eine Schuld vorliegt, sollte für alle gelten. Also auch hier würde ich zu einer differenzierten Betrachtung neigen. D
Dennoch stimme ich Ihnen zu, dass die Pharmaindustrie ihre Interessen sehr gut zu vertreten weiß und dabei zuweilen wenig Rücksicht auf bestehende Gesetze nimmt. Umweltschutz und Tierschutz sind nur zwei dieser Felder. Entsprechende Skandale hat es hierzu zahlreich gegeben. Und gerade an diesem Punkt denke ich können wir ein Umdenken in der Bevölkerung bewirken. Uns allen ist zunehmend bewusst, dass wir nur mit der Natur und nicht gegen sie überleben können. Ökologie und Nachhaltigkeit sind Themen die sich inzwischen in kaum einem Bereich der Wirtschaft ignorieren lassen.
Einzige und sehr auffällige Ausnahme ist die Medizin. Es gibt zwar den Bereich der Alternativ-Medizin, aber dieser wird ebenso wenig wie die Schulmedizin auf seine Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit in Bezug auf den menschlichen oder tierischen Körper untersucht. Ein gutes Beispiel ist die chinesische Medizin. Nicht wenige Tier- und Pflanzenarten sind wegen Ihr vom Aussterben bedroht und auch im Bereich der Phytoherapie (Pflanzenheilkunde) gibt es aus ökologischer Perspektive einiges kritisches anzumerken.
Ungleich kritischer sind hingegen die Praktiken der pharmazeutischen Industrie zu beurteilen. Und das nicht nur in Bezug auf die Herstellung und Einführung von Medikamenten. Hier ist vor allem die Wirkung auf das "Ökologische Gleichgewicht" der Kräfte auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene gemeint. Was muten wir unserem Körper eigentlich zu, wenn wir ihn ständig "entmündigen" seine Selbstregulierung unterdrücken und statt dessen Substanzen einsetzen, die das dann übernehmen. Die den Patienten zugleich abhängig machen und deren Nebenwirkungen erneut Anlass geben wiederum regulierend einzugreifen.
Ich meine es gilt zu verstehen, dass der menschliche und tierische Organismus ähnlich betrachtet werden sollte wie ein Ökosystem, dass in der Lage ist, sich selbst zu regulieren. Dazu braucht es die richtigen Konditionen und hin und wieder eine kleine Erinnerung, daran, dass er es kann.
-Olli-
schrieb am 28.02.2012 um 12:24 ¶animalmundi
schrieb am 28.02.2012 um 13:42 ¶sind wir heute mal wieder etwas zynisch…
Nichts spricht dagegen ehrliches Geld zu verdienen, nichts dagegen eine Kritik zu äußern und nichts spricht gegen einen aufgeklärten Geist. In diesem Sinne bringen zynische Bemerkungen wie die Ihre wenig. Aus welchem Grund sind Sie bei Utopia?
Wenn hierophant sich vielleicht etwas zu emotional und sicher zu verallgemeinernd gegenüber bestimmten Tendenzen in der Wirtschaft äußert und dabei auch noch gleich die Hochfinanz und die Hochschulen mit in einen Topf wirft, ist das gewiss etwas undifferenziert. Das ist ähnlich in der occupy Bewegung, in der sich der Protest in einer sehr verallgemeinernden Weise gegen eine existierende Dominanz der Finanzmärkte richtet. Natürlich ist die Kritik im Detail nicht immer richtig und auch nicht in der Verallgemeinerung, aber in der Gesamtheit dennoch nicht von der Hand zu weisen.
Zynismus bringt uns in keinem Fall weiter…
berniewa
schrieb am 28.02.2012 um 14:15 ¶Hahnemannschen Prinzipien
ein n a c h h a l t i g e r . I r r t u m . sind
Und auch wenn es langjährigen Hahnemannanhängern schwerfällt das einzugestehen, es bleibt dabei:
Es g i b t . tatsächlich eine Vielzahl naturnaher Medikamente, und auch quasi ganzheitliche Heilmethoden,
aber sie sind - im Hahnemannjargon ausgedrückt - nicht homöo- sondern .a l l o pathisch
.
animalmundi
schrieb am 28.02.2012 um 14:48 ¶Millionen von Menschen auf der ganzen Welt haben beeindruckend positive Erfahrungen mit einer klassisch homöopathischen Behandlung gemacht. Und das in chronischen Fällen, wo die von Ihnen so gerühmte allopathische Medizin nicht weiter kam, weil sie eben nur am Symptome kuriert.
Dies zu ignorieren basiert offensichtlich auf einem n a c h h a l t i g e n V o r u r t e i l
Sie können gern versuchen die Wirkungen einer klassisch homöopathischen Therapie zu ignorieren. Was am Ende zählt sind die Erfahrungen der Patienten.
Aufklärung: Der Begriff allopathische Medizin wurde im übrigen von Hahnemann eingeführt.
Die allopathische Methode versucht, mit solchen Arzneien zu heilen, die etwas völlig anderes, unterschiedliches als das am Patienten Beobachtete bewirken. Mit dieser Bezeichnung kritisierte Hahnemann den aus seiner Sicht konzeptlosen Umgang der damaligen Schulmedizin mit oft mehreren vermischten Substanzen, die in ihrer Wirkung nicht am Symptombild des Patienten, sondern auf eine vermutete Ursache ausgerichtet waren. Ihre Wirkung sah Hahnemann im Hervorbringen zusätzlicher, künstlicher „Arznei-Krankheiten“, die zur ursprünglichen Krankheit hinzutreten und diese verkomplizieren.
hierophant
schrieb am 28.02.2012 um 16:08 ¶ich wünschte mir, die Köpfe würden etwas heller werden und kämen zu dem schluss, dass es doch viel interessanter wäre, miteinander zu arbeiten, als gegeneinander. Also, eine von der Homöopathie unterstützte Schulmedizin, bspw.,
Wie auch immer.
Natürlich bin ich emotional und auch polemisch, wenn ich die vielen Ungerechtigkeiten einer Welt anschaue, in der ich lebe.
Es macht mich deshalb wütend, weil auch ich am eigenen Körper den Segen einer klassischen Homöopathiebehandlung erfahren habe.
und noch mal einen ganz weit hergenommen Vergleich:
Wen galilei nicht auf seinen Entdeckungen bestanden hätte, wäre auch die erde vielleicht heute noch eine Scheibe. und wenn er auch widerrufen hatte, so zeigt es letztendlich doch auch nur, wie "ausgefeilt" unterdrückerisch die spezies mensch sein kann, wenn etwas absolut nicht sein darf, bzw. etwas nicht ins Weltbild passt.
-Olli-
schrieb am 28.02.2012 um 19:20 ¶Im Gegensatz zu der Anzahl von ausgelegten Ostereiern im Verhältnis zum globalen Temperaturanstieg konnte bisher noch kein Mensch eine (nicht auf statistischen Fehlern basierende) Korrelation zwischen der Einnahme von homöopathischen Medis und der Genesung des*der Patient*in feststellen, die über den Placeboeffekt hinausginge.
Dazu kommt, dass beide Modelle keine auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Grundlage aufweisen. Homöopathie ist eine über 200 Jahre alte Theorie und es gibt keine Belege für die Wirksamkeit.
Hast du hierophant schonmal darüber nachgedacht, dass deine Gesung auch ohne die Einnahme der Globuli vielleicht genau gleich verlaufen wäre. Hättest du nichts genommen, wäre wohlmöglich alles einfach von ganz allein' verschwunden und du hättest dich nicht gefragt warum.
Wenn du Galilei heranziehen möchtest, wer argumentiert bei diesem Thema denn mit der Wissenschaft und wer mit reinen Glaubensbegriffen?
maude62
schrieb am 28.02.2012 um 22:28 ¶http://www.focus.de/gesundheit/news/medizin-potente-verduennungen_aid_159762.html
Noch ein paar Gedanken zum "Placeboeffekt", der immer wieder bemüht wird. Was mich wirklich erstaunt ist, wie selbstverständlich dieser Effekt hingenommen wird und dass Placebos zum anderen dafür herhalten sollen, eine Nicht-Wirksamkeit zu beweisen.
Der Placeboeffekt basiert doch auf der Annahme, dass ein Organismus alleine durch den inneren Glauben an Heilung zur Mobilisation seiner Selbstheilungskräfte angeregt wird. Wie kann man denn aber eine Studie Placebo kontrollieren, wenn diese nicht kalkulierbare Größe den Heilungsprozess beeinflusst. Außerdem müsste sich dieser Effekt auf alle anderen Heilmittel auflagern, also auch die Wirksamkeit von Wirkstoffen beeinflussen (es gibt diesen Effekt übrigens auch mit negativem Vorzeichen, so wirken z. B. Opiate nicht mehr, wenn dem Patienten vorher erklärt wird, dass es sich bei dem Medikament um ein Placebo handelt). Außerdem tut man auch allen engagierten Schulmedizinern unrecht, wenn man immer behauptet, die Zuwendung zum Patienten sei für diesen Effekt verantwortlich. Außerdem können wir immer wieder beobachten, dass während der homöopathischen Behandlung das eine Mittel wirkt während das andere Mittel wirkungslos bleibt- obwohl beide vom selben Behandler verabreicht wurden.
Zur Selbstregulation: Gerade vorhin habe ich eine alte Bekannte wieder getroffen und war total entsetzt über ihren Zustand (total aufgedunsen). Sie wurde vor über einem Jahr wegen massiven Depressionen stationär behandelt und erhielt dort ein bestimmtes Antidepressivum. Seither versucht sie verzweifelt, von diesen Mitteln wieder los zu kommen, was ihr nicht gelingt, weil sie massive z.T. lebensbedrohliche Entzugssymptome bekommt. Selbst kleinste Schritte der Reduktion werden von ihrem Körper nicht toleriert. Die Ärzte und Pharmavertreter behaupten vehement, dass diese Symptome nicht mit dem Medikament in Verbindung stehen, da gäbe es klare Studien, die dies beweisen (kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?) Wenn man das Medikament jedoch googelt, kann man in einschlägigen Foren genau diese Problematik wiederfinden. Nun, wem sollte man denn nun eher glauben? Zum Glück haben wir mittlerweile das Internet, dass es uns besser erlaubt, eine unabhängige Meinung zu bilden.
Ich finde, hier wird das Hauptproblem von manchen schulmedizinischen Therapien deutlich- sie halten durch die dauerhafte Substitution den Organismus in einer Abhängigkeit, da die Eigensynthese dieser körpereigenen Substanzen aberzogen wird (was ja eigentlich in einem Regelkreis völlig logisch ist).
Dies genau ist es, was die Homöopathie für mich so bemerkenswert macht- der Organismus bekommt seine Souveränität wieder. Und das ist genau das, was ich von einem Heilungsprozess erwarte.
-Olli-
schrieb am 29.02.2012 um 15:43 ¶Natürlich sollte der übermäßige Einsatz von nebenwirkungsreichen Medis kritisch betrachtet werden, aber nur weil Antdepressiva abhängig machen können sind Globoli noch nicht wirksam.
maude62
schrieb am 29.02.2012 um 18:37 ¶Hier ist ein Link zu einer solchen Studie
http://www.kommunikation.unibe.ch/content/medien/medienmitteilungen/news/2005/050905adsstudie/
Vorsicht, hier hat die Uni Bern in einer Doppeltblindstudie eine signifikante Wirksamkeit der Homöopathie über den Placeboeffekt hinaus festgestellt.
Wir müssen leider nur immer wieder feststellen, dass solche Studien konsequent ignoriert werden, während Marktplatzaktionen, bei denen sich irgendwelche Ignoranten kiloweise Globulis ohne Sinn und Verstand einverleiben, mit großem Trara gefeiert werden. Da werde ich einfach den Verdacht nicht los, dass es diesen Leuten nicht um die Gesunderhaltung oder Heilung ihrer Mitbürger geht sondern um andere Interessen- welcher Art auch immer. Sonst könnte man seine Mitmenschen doch ganz gelassen selbst entscheiden lassen, welche Therapie sie denn in Anspruch nehmen möchten.
-Olli-
schrieb am 29.02.2012 um 20:25 ¶«Je sorgfältiger und qualitativ besser eine homöopathische Studie war, desto weniger konnte die Wirksamkeit der Homöopathie nachgewiesen werden»"
Entgegen der Einleitung des von dir verlinkten Artikels über die Kikon-Studie besteht kein Widerspruch zwischen beiden, denn eine Studie mit 62 Probanden schließt nunmal keine Zufallsabweichungen aus. Wenn z.B. Wahlumfragen durchgeführt werden, weicht dass Ergebnis der tatsächlichen Wahl trotz einer Anzahl von über 2000 Befragten um mehrer Prozent ab, wenn nur 62 Menschen befragt würden gäbe es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine strake Abweichung von der Realität.
Dieser Blog zweifelt zudem die wissenschaftliche Unabhängigkeit und Arbeitsweise des Kikon an: http://www.skeptiker-blog.ch/2010/06/universitat-bern-und-kikom-wissenschaft_03.html
Natürlich darf jeder nehmen was er oder sie möchte, aber vorbehaltlos propagieren würde ich H nur falls eine qualitativ hochwertige Studie die Wirksamkeit eindeutig belegen kann, da ansonsten wohlmöglich Menschen um eine ernsthafte Heilungschance gebracht werden, was z.B. bei Krebs tötlich enden kann.
animalmundi
schrieb am 29.02.2012 um 22:18 ¶Diese so genannte Meta-Studie hatte nur ein Ziel, bei dem das Ergebnis bereits vorher feststand.
Aber ganz unabhängig davon ob es in Studien zur Homöopathie Schwächen gegeben hat und auch sicher in Zukunft geben wird. Diese Schwächen existieren in gleichem Umfang bei Untersuchungen zu schulmedizinisch-pharmazeutischen Präparaten und ihren Wirkungsnachweisen.
Ganz unabhängig von diesem Umstand kann jede Wirkung chemisch-pharmazeutischer Präparate ebenso dem Placebo-Effekt unterliegen wie die einer homöopathischen Arznei. Diesen Umstand muss jeder Wissenschaftler berücksichtigen, was in der Regel mit der Placebo-Gruppe geschieht. Aber über die Placebo-Gruppe hinaus spielen eine ganze Reihe von Faktoren, wie die Erwartung des Probanden, die Erwartung des Assistenten, die Ausstrahlung des Assistenten bei der Vergabe der Versuchspräparate eine ebenso bedeutende Rolle in Bezug auf den Placebo-Effekt.
Aus diesem Grund werden heutigen Standards zur Folge randomisiert kontrollierte Doppelblindstudien auch mit homöopathischen Arzneien durchgeführt. Nach meinem Kenntnisstand gibt es derzeit 6 Studien dieses höchsten Standards in der Wissenschaftswelt zur Homöopathie mit signifikant positivem Ergebnis.
Wie ich bereits in früheren Beiträgen bemerkt habe, gibt es ohne Zweifel einen enormen Forschungsbedarf zur Homöopathie. Gleiches gilt aber aus meiner Sicht auch in Hinblick auf die Wirkungen pharmazeutischer Arzneien in ihren Wechselwirkungen, die bisher kaum betrieben werden.
Die Frage ist ob wir als Gesellschaft uns eine Wissenschaft leisten wollen, die sehr eindeutig und in der Medizin nahezu ausschliesslich von wirtschaftlichen Interessengruppen finanziert wird. Und die zweite Frage ist, weshalb offensichtlich erfahrene Wirkungen etlicher Millionen von Patienten weltweit als Placebo-Effekt abgetan werden, obwohl sie durch diese Intervention häufig beschwerdefrei und nachhaltig gesund werden. Wer kann daran ein vernünftiges Interesse haben?
Das Label "wissenschaftlich nachgewiesen" sollte vom Verbraucher sehr viel kritischer betrachtet weren und von Wissenschaftlern sollte der Versuch etwas zu beweisen also es zu verifizieren, ebenso selbstkritisch reflektiert werden.
Dann sind solche Diskussionen wie diese in der "nicht sein kann, was nicht sein darf" in dieser Art auch eindeutig überflüssig.
-Olli-
schrieb am 01.03.2012 um 14:25 ¶Du schreibst:
"Und die zweite Frage ist, weshalb offensichtlich erfahrene Wirkungen etlicher Millionen von Patienten weltweit als Placebo-Effekt abgetan werden, obwohl sie durch diese Intervention häufig beschwerdefrei und nachhaltig gesund werden. Wer kann daran ein vernünftiges Interesse haben?"
Warum ist diese Wirkung so offensichtlich wenn sie sich nicht nachweisen lässt?
Und animalmundi, hast du als Vertreter*in eines kommerziellen Anbieters von Lehrveranstaltungen zur H. nicht selbst ein "vernünftiges Interesse" Lobbyarbeit zu betreiben, schließlich ist dein ökonomisches Bestehen daran gekoppelt, dass Menschen von H. überzeugt bleiben?
maude62
schrieb am 01.03.2012 um 16:39 ¶Ich finde, diese ganzen Diskussionen für oder gegen Homöopathie bringen uns nicht weiter. Ich bin seit einigen Jahrzehnten im -vorwiegend schulmedizinischen- Heilwesen tätig und mir geht es hauptsächlich um eine möglichst wirkungsvolle Therapie der Patienten. Deshalb kann ich derart viele Hinweise auf erfolgreiche homöopathische Therapien nicht einfach ignorieren. Ich habe neulich eine Neurologin kennengelernt, die ihre seit fast 20 Jahren bestehende neurologische Praxis eingestampft hat und nur noch klassische Homöopathie anbietet, weil sie damit wesentlich höhere Heilungsquoten erzielt. Den MS-Kranken, die so weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen können, ist es sicher völlig schnuppe, ob irgendwelche Studien höherwertig und von irgendwelchen Wissenschaftlern anerkannt sind oder nicht. Hier geht es um einzelne Schicksale und nicht um wissenschaftliche Selbstbefriedigung.
Wenn Du oben schreibst, jeder kann sich ja therapieren lassen wie er will, dann stimmt das nur dann, wenn neben den leidigen Krankenkassenpflichtbeiträgen auch eine freie Therapiewahl eingeführt würde. So muss ich und mein Arbeitgeber jeden Monat mehre hundert Euro für ein Gesundheitswesen berappen, deren Sinnhaftigkeit ich mittlerweile zutiefst bezweifle, das ich selbst nicht mehr in Anspruch nehme und muss zusätzlich die Kosten für den Homöopathen selbst tragen. Hätten wir hier eine Chancengleichheit wäre durch empirische Studien recht schnell ein realistescherer Vergleich möglich. Das uns hier ein so kalter Wind entgegenbläst kann eigentlich nur daran liegen, dass es um das Abstecken von Claims geht anstatt um das Wohlergehen von mündigen Menschen, die die für sie passende Therapieart selbst auswählen. Wenn wir den Placeboeffekt nämlich ernst nehmen, dann scheint ja er Glaube an den Therapieerfolg keinen unerheblichen Einfluß auf das Ergebnis zu haben.
animalmundi
schrieb am 02.03.2012 um 13:55 ¶Das von Dir angeführte Merkmal einer geringen Einstufung der Qualität ist nur eines von vielen möglichen. Tatsächlich gibt es auch aus meiner Sicht zahlreiche Kritikpunkte an der Gestaltung von Untersuchungen zur Homöopathie, ob Sie nun bemüht waren eine homöopathische Wirkung zu belegen und sie zu widerlegen. In einer Recherche die ich im Rahmen meines Masterstudiums durchgeführt habe sind von über 2500 veröffentlichten Untersuchungen aus rein klassisch homöopathischer Perspektive nur ein sehr geringer Teil der Untersuchungen geeignet die Wirkprinzipien der Homöopathie zu beweisen oder sie zu widerlegen. Der größte Teil der Untersuchungen ist zudem allein auf die Wirkung hochpotenzierter Arzneien gerichtet und ohne die wichtigste Grundregel der Homöopathie nämlich das Ähnlichkeitsprinzip in ausreichendem Maße zu berücksichtigen.
Wie gesagt gibt es hier noch viel zu tun. Dennoch gibt es sehr hochwertige Studien, die einen Wirksamkeitsachweis erbringen!
Insgesamt muss man aber feststellen, dass die Welt der Wissenschaft leider nicht so eine saubere Welt ist, wie wir sie uns wünschen. Das Bedürfnis etwas mit absoluter Gewissheit als Wahr und verlässlich annehmen zu können ist leider nicht vollkommen zu befriedigen. So sehr man es sich auch wünschen würde. Gerade in der medizinischen Forschung kann man dies wegen der einseitigen Finanzierung von Forschung in diesem Bereich ausgeprägt beobachten.
Und über ihren Vorwurf des kommerziellen Interesses kann ich nur schmunzeln. Sicher muss sich unsere Bildungseinrichtung tragen aber einen kapitalistischen Gewinn gibt es bei animalmundi nicht. Wenn Sie auch nur einen finanzkräftigen "Lobbyisten" kennen, der unser gemeinnütziges Projekt bereit ist zu unterstützen würde ich mich sehr freuen diesen Menschen kennen zu lernen. Sponsoren, Stifter und Mäzenen sind herzlich willkommen.
maude62
schrieb am 04.03.2012 um 12:00 ¶Die Schulmedizin hat nun zwei Hauptmechanismen, dem Schmerz zu begegnen. Der erste ist die Blockierung der Rezeptoren für Schmerztransmitter an den Synapsen in der Peripherie, so dass der Schmerz nicht weitergeleitet wird. Der 2. Weg ist die Dämpfung der Verarbeiteung des Schmerzes im Gehirn. Erfüllt ein Medikament eine oder beide Aufgaben zuverlässig und wiederholt, ist seine Wirksamkeit zu vermuten. Nun ist bei dieser Vorgehensweise der Grund für den Kopfschmerz nicht primär relevant. Er könnte von einem Gefäßspasmus, einer Dehydratatation, einem Entzündungsgeschehen, einer Fehlverarbeitung von Reizen wie Lärm, Licht ect., von Muskelverspannungen im Rücken und Nacken usw. herrühren.
Die Homöopathie geht hier einen sehr viel komplizierteren und anspruchsvolleren Weg. Sie versucht, die körpereigenen Gegenspieler zu aktivieren indem sie bestimmte Gewebestrukturen minimal "ärgert". So gibt es für jeden Mechanismus im Körper einen anderen, der diesen Effekt wieder aufhebt. In der Regel sind diese komplexen Wechselwirkungen lebenswichtig wie z.B. das Aufrechterhalten der Körperkerntemperatur. Haben wir hier Störungen, können wir Symptome entwickeln. Sehr schön sehen kann man dies z. B. bei Spastiken, bei denen der relaxierende Part nicht mehr funktioniert.
Deshalb ist die Anamnese in der Homöopathie so ausführlich und lang. Wir müssen möglichst exakt über diesen Schmerz bescheid wissen. Ist er ziehend, drückend, pulsierend, stechend nur lokal oder den ganzen Kopf betreffend usw. da jedem Symptom eine andere gewebespezifische Ursache zugrundeliegt und deshalb ein anderes Heilmittel angezeigt wäre.
So ist es sehr verständlich, dass je größer, also "wissenschaftlich hochwertiger" die Studie wird, desto weniger exakt übereinstimmende Symptomenkomplexe werden wir vorfinden und desto weniger ist die Homöopathie dazu geeignet bei so einer Studie mitzuwirken.
-Olli-
schrieb am 04.03.2012 um 17:18 ¶"So gibt es für jeden Mechanismus im Körper einen anderen, der diesen Effekt wieder aufhebt." Was du ansprichst, ist ein weiterer Punkt, der an der H kritisiert wird, nämlich dass sie nicht die eigentliche Ursache bekämpft, sondern die Symptome. Entwickelt in einer Zeit in der Baktrien und Viren als Krankheitserreger unbekannt waren wurde die Idee entwickelt die Symptome mit einem Gift zu bekämpfen dass ähnliche Symptome hervorruft. Nun ist es zum einen logisch inkonsistent Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen und zum anderen unsinnige die Ursache zu ignorieren (z.B. Bakterieninfektion).
Ich verstehe nicht ganz warum eine Studie mit hoher Probandenzahl nicht Zweckmäßig ist um die Wirksamkeit von H. zu erforschen, es können doch Menschen mit Kopfschmerzen zu einem H.-Arzt gehen der sie dann wie beschrieben dazu ausfragt und dann Globuli verschreibt, die Globuli werden dann den Forschern übergeben und die Hälfe durch nicht durch Potenzierung hergestellte Zuckerkügelchen ersetzt.
maude62
schrieb am 04.03.2012 um 20:21 ¶Den von Dir erdachten Versuchsablauf muss ich erst einmal durchdenken, aber er hört sich auf den ersten Blick vernünftig an. Er würde jedenfalls die individuelle Mittelfindung berücksichtigen.
-Olli-
schrieb am 05.03.2012 um 05:48 ¶Wenn du jetzt aber krank bist, egal ob durch eine schwaches Immunsytem oder hohe Menge Pathogene daran schuld sind, dann stellt sich akkut nur die Frage der Gesundung. In einigen Fälle hilft nur abwarten (Vireninfektion) in anderen kann es notwenidig sein die Bakterien oder Pilze direkt abzutöten. Würdest du z.B. bei einer schweren Wundinfektion auf Antibiotika verzichten oder bei einer Pilzkrankheit auf antifungizide Salben?
animalmundi
schrieb am 05.03.2012 um 11:21 ¶Hier wird ein essentieller Irrtum der modernen Medizin sichtbar! Ganz gleich auf welchen Umwelteinfluss ein Organismus mit pathologischen Symptomen reagiert, der Umwelteinfluss an sich muss in keiner Weise die Ursache für seine Reaktion sein. Beispiel Hausstaub: Die meisten Menschen reagieren überhaupt nicht auf diesen Staub oder den darin enthaltenen Kot der Hausstaubmilben. Doch einige entwickeln eine erhöhte Emfpindlichkeit auf äußere Einflüsse und der eine Patient reagiert auf Milben, der andere auf Pollen, der dritte auf bestimmte Eiweiße und manche sind empfänglich für die Besiedelung mit Bakterien oder Viren.
Ob ein Organismus reagiert hängt primär von seiner Perzeption, also seiner Empfänglichkeit ab! Im Falle von Viren oder Bakterien aber auch bei Pollen, die ja eigentlich keine Krankheitserreger darstellen, entwickelt der Patient an den Eintrittspforten oder Kontaktstellen mit einem fremden Einfluss oder Agens Symptome. Diese Symptome repräsentieren die Art und Weise, wie der einzelne Patient auf den Einfluss reagiert. Ein gesundes Immunsystem reagiert kräftig und unmittelbar. Im Besten Fall entwickelt der Patient ausser ein paar Niesern keine weiteren Symptome. Im ungünstigeren Fall, nämlich dann wenn sein Immunsystem unangemessen schwach oder im Falle von Allergien auch unangemessen stark auf den Reiz reagiert mit Symptomen, die meist heftigerer Natur sind.
Zum Beispiel einer klassischen lokalen Entzündung mit allen gesunden Anzeichen eines aufgewachten Organismus dessen Immunsystem nun beginnt sich aktiv mit dem Erreger zu beschäftigen. Dazu gehören die Symptome des Schmerzes, der Schwellung, der besseren Durchblutung also einer Rötung und einer erhöhten Temperatur. Letzteres in der Regel zunächst lokal später auch global als Fieber, wenn die Erreger sich bereits ausgebreitet haben.
Doch die Erreger verursachen diese Symptome nicht. Der Patient verursacht sie, weil es seine Reaktionen auf den Auslöser sind. Die Art und Weise wie der Patient reagiert, offenbart die Angemessenheit und Vitalität seiner Reaktion und beschreibt wie groß die Aussicht auf einen Erfolg und die Wiederherstellung des eigenen Gleichgewichts durch die körpereigene Abwehr ist.
Die Antwort einer homöopathischen Arznei auf dieses Geschehen nimmt dem Patienten nichts ab, sie regt ihn lediglich an oder besser sie erinnert ihn quasi an das was er gerade macht, zeigt ihm auf eine offensichtlich leicht annehmbare Weise, welche Schwächen er hat und erinnert gleichzeitig an sein Potenzial zur Wiederherstellung der Kraft. Wieso dass so elegant funktioniert haben wir gelernt, ist letztlich noch nicht ausreichend erforscht, aber dass es funktioniert, kann auch ohne den Placebo-Effekt immer wieder auf beeindruckende Weise erfahren und beobachtet werden.
Beispiel: Eine Pferdebesitzerin rief mich eines Tages mitten in der Nacht an. Sie hatte meine Telefonnummer von einer Bekannten. Ihr Pferd litt unter einer Tetanus-Infektion und befand sich trotz aller Bemühungen von insgesamt drei Tierärzten bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium in dem die Tierärzte zum einschläfern rieten. Das Pferd stand stocksteif da, hatte bereits eine Kiefersperre und konnte folglich weder Futter noch Wasser aufnehmen. Am anderen Morgen wollte der Tierarzt kommen und es einschläfern. Ich lies mir die Symptome schildern, die sich trotz aller Behandlungen kontinuierlich verschlechtert hatten und empfahl ein passendes homöopathisches Arzneimittel. Die Bekannte hatte das Mittel zum Glück in ihrer Stallapotheke und so wurde die Arznei um 0:30 verabreicht. Am anderen Morgen kam die Besitzerin in den Stall und das Pferd stand an der Heuraufe und frass.
Sicher können Sie nun spekulieren und die Wirkung letztlich doch auf die zuvor verabreichten pharmazeutischen Präparate zurückführen oder den Placebo-Effekt hernehmen und die Wirkung der homöopathischen Arznei ignorieren. Aber dies ist kein Einzelfall. In meiner über 20 jährigen Praxis habe ich zahlreiche Erfahrungen dieser Art machen können. Was für eine Häufung von Zufällen… !
Studien mit hohen Probandenzahlen sind immer besser auch in der homöopathischen Forschung. Lediglich die Art und Weise der Untersuchung müsste sich im klassisch homöopathischen Sinne anders gestalten. Was eben nicht geht ist der Vergleich eines einzigen Arzneimittels bei 200 Probanden für die Behandlung einer Erkrankung mit dem selben Erreger.
Aber nicht nur die Individualität muss berücksichtigt werden. Auch die Frage auf welchem Hintergrund ist der Patient für die Besiedelung mit diesem Keim empfänglich. Wir nennen das ein Miasma, moderner auch als erbliche Disposition zu begreifen.
In diesem Sinne…
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