Mir ist bewusst, dass es zu diesem Thema bereits Blogbeiträge und Fragen in den Community-Seiten gibt.
Trotzdem möchte ich hier einen eigenen Beitrag zur "Spendenaffäre Utopia" erstellen.
Ich finde diesen Aufruf an die Communitymitglieder Utopias unerhört.
Utopia ist ein Unternehmen. Ein Unternehmen, das mit der Guten Sache Geld verdient. Utopia verdient daran, dass hier andere Unternehmen Werbung schalten, die von Menschen gesehen wird, die sich um eine gerechte, ökologische, klimafreundliche Welt bemühen. Das ist eine win-win-Situation, denn die Firmen, die hier werben profitieren von der Aufmerksamkeit der Communitymitglieder und diese wiederum davon, dass ihnen diese Platform finanziert wird. Dieses Geschäftsmodell sichert außerdem dem Betreiber der Platform Utopia ein Einkommen.
Soweit so gut.
Aber nun bittet der Betreiber der Platform um Spenden, um neue Projekte anleiern zu können.
Da kann doch etwas nicht stimmen.
Ich selbst war lange Jahre selbständig. Wenn ich neue Projekte anleiern wollte, musste ich zusehen, dass ich das Geld dafür erarbeiten oder von der Bank leihen konnte, war das nicht möglich, war die Zeit für diese Projekte einfach noch nicht reif. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, von meinen Kunden Geld zu verlangen, um meine Projekte zu finanzieren. Das hätte ich für unlauter, im höchsten Maße unprofessionell und geradezu unverschämt gehalten. Wenn ich als Unternehmerin nicht in der Lage bin, Projekte zu finanzieren, muss ich die Finger davon lassen.
Und ich als Kundin von Utopia, als jemand, der mit seiner Anwesenheit hier dazu beiträgt, dass Firmen für Geld um mich werben dürfen fühle mich von Utopia verarscht.
All die Menschen hier, die sich einer besseren Welt verpflichtet fühlen sollen dafür bezahlen, dass Utopia seine Hausaufgaben nicht macht? Im Namen der Weltrettung soll ein offenbar doch nicht so gut funktionierendes Geschäftsmodell von denjenigen finanziert werden, die die Existenz des Unternehmens eh garantieren?
Leute, Ihr seid die Community, ihr haltet allein durch eure Anwesenheit den Laden am Laufen! Ihr tragt dazu bei, dass die Betreiber Utopias Geld verdienen und sollt nun auch noch Geld dafür bezahlen?
Ich fass es nicht.


Kommentare (21)
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im Grundsatz bin ich absolut Deiner Meinung - ich fühl´mich nur deswegen nicht von Utopia verarscht, weil ich diese Plattform schon ziemlich lange kenne und beobachte und mich insofern nichts mehr überrascht, eigentlich eher amüsiert....und mich allenfalls gelegentlich erstaunt, wieviele Menschen doch so leicht manipulierbar sind. (Vielleicht reizt der versprochene "Spender-Button auf der Profil-Seite so dermassen?)
Allerdings sollte fairerweise doch darauf hingewiesen werden, dass der Spenden-Aufruf sich auf die Utopia-STIFTUNG bezog, und nicht auf das Unternehmen Utopia AG, das diese Plattform betreibt. Klar gibt´s da sicher vielfältige Verflechtungen in allen Bereichen - es muß ja einen Grund haben, sich ohne bedeutsames Kapital ausgerechnet für die Gründung einer Stiftung zu entscheiden, die typischerweise nur mit den Erträgen des Kapitals Gutes bewirken kann - aber rein rechtlich ist die Stiftung schon getrennt von der AG zu betrachten.
Stellt sich nur wirklich die Frage, warum die grossen Werbepartner bisher nicht gewonnen werden konnten, Zustiftungen zu geben....und statt dessen jetzt zu (Klein-)Spenden aufgerufen wird. Insofern warte ich sehr gespannt auf nähere Erläuterungen der Utopia-Führung....
Gruß,
Nadeshda
ja, man kann es kaum fassen...
Utopia ist kein gemeinnütziger Verein und kein non-Profit Unternehmen.
Frau Langer war vor Ihrer Zeit erfolgreiche Werberin und weiss, wie es geht.
Gregor Wöltje, ihr Mann, bewegt sich auch erfolgreich im Nachhaltigkeitsgeschäft.
Zum Beispiel mit der Messe goodgoods und wie hieß noch das Buch, das er er letztes Jahr? veröffentlicht hat?!
GRÜN, SCHLAU und SEXY?
Der Spendenaufrauf und die Art und Weise, wie er getätigt wurde, war nicht schlau...
Dazu kann man Ja oder Nein sagen.
Was hier jetzt alles aufgewühlt und als unverschämt angesehen wird, kann ich nicht nachvollziehen.
Aber vielleicht gehöre ich ja zu denen, die sich leicht manipulieren lassen...
Das wäre mir allerdings zum ersten Mal aufgefallen,
Danke für die "Nachhilfe".
Auf die Frage, was nun eigentlich empörend am Aufruf ist, möchte ich mit Jonas’ ausgewogenen Worten antworten (und klarstellen, dass der Ausdruck "empörend" *meine* Sicht widerspiegelt):
"Utopia hat in der Vergangenheit einige Versuche, die Website für Aktionismus zu nutzen (ausser Hinweisen auf andere Aktionen) abgeblockt, mit dem Hinweis, es sei keine Projektplattform bzw. die Mittel seien zu knapp für die Unterstützung, selbst aber immer wieder versucht, das Potential von registrierten Benutzern als politischen Hebel zu nutzen: das ist nicht zulässig (weil ich hier kein Programm unterschrieben habe, es gibt kein konkretes, dies ist keine Partei: mit meiner Registrierung habe ich für nichts gestimmt, sondern die technische Voraussetzung dafür geschaffen, dass ich hier etwas posten kann und mein Profil ausfüllen) und inkonsequent bzw. undemokratisch (unterstützt werden nur die Projekte, die man selber kontrolliert, also "Die rote Tomate" nicht, weil sie zu "negativ" ist, eigene Projekte/Aktionen aber schon?). Ich kann verstehen, wenn man selber bestimmen will, aber dann muss man auch selber zahlen: es ist ja nicht so, dass nur Utopia Projekt-Ideen zur Verbesserung der Welt hätte." ( http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/was-ist-den-werbetreibenden-utopia/antworten/25497 )
Ich hebe noch einmal die entscheidende Passage hervor: "[Utopia hat] selbst aber immer wieder versucht, das Potential von registrierten Benutzern als politischen Hebel zu nutzen: das ist nicht zulässig […] und inkonsequent bzw. undemokratisch."
Habe mir gestern mal die alternativ genannten Plattformen zur Ökologie angeschaut. Leider ist die Eine inaktiv und die Andere ohne jegliche öffentlich einsichtbare Portalseite..
Zu Global-U-turn: An der Inaktivität lässt sich was ändern, das ist wohl klar… Johannis ist seit einigen Wochen in Nepal und Neuseeland unterwegs, das ist sicherlich *mit* ein Grund.
Zu WasserundErde: Anmelden kostet nichts… Als Vorwarnung: Da ist zur Zeit auch nicht viel los. Durch Beiträge kann man das ebenfalls ändern. (Dass man da ohne Anmeldung an die Inhalte nicht herankommt, hat historische Gründe.)
Dies ändert aber nichts daran, dass solche Plattformen auch ohne Werbung und Spenden auskommen.
Ich sehe viel berechtigte Kritik an Utopia und der Stiftung, aber die Bitte um Spenden grundsätzlich für falsch zu erklären, kann ich nicht nachvollziehen.
"Ich weiß nicht, warum ihr so schlecht über den Spendenaufruf schreibt."
Nun, jenseits allgemeiner Überlegungen zur Frage, ob man einem Unternehmen etwas spenden will oder nicht, fragt es sich, welchen Sinn es hat, genau die drei von der Utopia-Stiftung genannten Projekte zu fördern.
1. Angesichts bereits vorhandener Organisationen, denen es an Ideen und Konzepten nicht mangelt und die bereits über entsprechende Infrastrukturen und Erfahrungen verfügen, frage ich mich, wie sinnvoll es ist, zusätzliche Mentorenprogramme zu etablieren, die eigens finanziert werden müssen.
2. Angesichts der notorisch mangelhaften Strukturierung der anscheinend kostenintensiven Utopia-Plattform frage ich mich, wie sinnvoll es ist, eine neue, eigene Homepage für die Stiftung zu entwerfen.
3. Angesichts der bisherigen Changemaker frage ich mich, wie sinnvoll es ist, die Weiterentwicklung dieses Prozesses pauschal zu fördern, ohne zu wissen und ohne Einfluss darauf nehmen zu können, was wie wo mit dem Geld letztlich gemacht wird.
Es geht nicht darum, ob die Utopia-Stiftung oder auch die Utopia AG es "verdienen" würde, unterstützt zu werden, sondern – wie gesagt, jenseits von prinzipiellen Überlegungen über die Natur einer Stiftung, über Prioritäten beim Spenden usw. – um die konkreten "Projekte".
Darüber hinaus wäre es interessant zu wissen, ob der Spendenaufruf auch an die Partnerunternehmen ergangen ist, die ja mindestens ebenso von der Plattform profitieren wie wir und zum Teil sicherlich auch an Nachhaltigkeit interessiert sind.
Über die "Buttons" sage ich lieber nichts; das wäre zu subjektiv gefärbt.
Soviel kann ich zu dem sagen, was im Newsletter stand; ich hoffe, nach der "Winterpause", wenn das Team wieder da ist, mehr über diese Sachen zu erfahren.
Von alldem unabhängig wird Dir hier niemand verbieten wollen zu spenden, ist ja klar.
Gruß,
YouMe
Ärzte ohne Grenzen,der Stiftung "Percy Schmeiser", die sich gegen Gentechnik und für den Erhalt der Artenvielfalt in Afrika einsetzt und usw usw usw
Diese Utopia Stiftung mag ja sinnvoll sein - aber auf mich wirkt es momentan noch viel zu schwammig und unausgewogen.
da diese Diskussion an so vielen Stellen auf der Plattform gleichzeitig stattfindet, poste ich meine Antwort ganz bewusst hier ein zweites Mal. Meinen ersten Post findet ihr unter:
http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/was-ist-den-werbetreibenden-utopia/antworten/25571
Stimmt, es war sicher unklug, sich so lange nicht zu melden, aber was in den letzten 2 Tagen passiert ist, hatten wir nicht vorausgesehen.
Und es betrifft uns.
Zum Jahresende haben wir eine Frage gestellt, die durchaus doppeldeutig gemeint war: „Wie viel ist euch Utopia tatsächlich wert?“ und eindrucksvolle Antworten bekommen.
Es gibt Feedback, das mehr als berechtigt ist (Satzung nicht auf dem Profil etc.), das wir gerne annehmen und sofort im neuen Jahr abarbeiten werden.
Das überwiegende Feedback spricht aber eine Sprache, die uns betroffen macht: Den Kommentaren von Nutopia, oekomark, Leia und anderen entnehmen wir aber etwas anderes, nämlich mangelnde Wertschätzung und Anerkennung für unsere Arbeit und Zweifel an unserer Arbeit! Das beschäftigt in diesen Stunden nicht nur mich, sondern all die Menschen, die in den letzten Jahren unendlich viel Zeit und Herzblut investiert haben.
Die Utopia Stiftung hat in den letzten 3 Jahren viel bewegt, und das wird uns Gott sei dank auch immer wieder bestätigt.
Das Grundkapital der Stiftung beträgt 50.000.- €, das ist nichts, wenn man bedenkt, dass wir nur die Zinserträge ausgeben dürfen. Die Arbeit funktioniert darum nur, weil wir viel Unterstützung bekommen, unter anderem von den Kuratoriumsmitgliedern, die seit 3 Jahren ehrenamtlich eine unvorstellbare Menge Arbeit geleistet haben und uns sehr selbstlos unterstützen. Der jährliche Jurierungsprozess für die Utopia Awards sei hier nur als ein Beispiel genannt. Wer sich die Besetzung des Kuratoriums anschaut, versteht vielleicht, warum wir diese Unterstützung als großes Geschenk betrachten und warum wir von unseren Kuratoren mehr bekommen haben, als wir je zurückgeben können.
Gleichzeitig zeigt sich in der Diskussion ein ewiges Dilemma: Einige Community-Mitglieder fordern einerseits lautstark viele Änderungen der Website, stoßen sich andererseits an unseren Kooperationen mit großen Industriepartnern. Wenn es aber „zum Schwur“ kommt und wir um Hilfe bitten, müssen wir feststellen, dass von Firmen oft mehr Hilfe und Solidarität kommt –Firmen wie memo und Otto zum Beispiel unterstützen uns tatsächlich vor allen Dingen, weil sie wollen, dass unsere Arbeit weitergehen soll.
Für mich ist ein Schluss aus der Diskussion hier – selbst wenn es hier eigentlich um die Stiftung und nicht um die AG geht – leider der, dass der Ausgleich zwischen Geben und Nehmen nicht stimmt: Es wird Mitbestimmung gefordert nicht selten von den Menschen, die nicht die geringste Wertschätzung für unsere Arbeit an den Tag zu legen.
Zum Thema Geschäftsmodell:
Dazu haben wir wiederholt Stellung genommen: Es gibt Werbepartner, die auf Utopia Banner schalten, und es gibt Unternehmen, die sich auf Utopia mit ihren Nachhaltigkeitsstrategien präsentieren und den kritischen Dialog mit Verbrauchern suchen. Dem berechtigten Wunsch kleiner und mittelständischer Nachhaltigkeitspioniere, sich auf Utopia präsentieren zu können, haben wir Rechnung getragen und bieten ihnen im neuen Jahr neue Angebote zu sehr günstigen Konditionen.
Bei der Auswahl unserer Kooperationspartner legen wir aus gutem Grund sehr strenge Kriterien an, und entsprechend ist das Erlöspotenzial von Utopia begrenzt. Wer sich ein bisschen mit dem auskennt, was wir tun – das Betreiben einer Community, die Bereitstellung hochwertiger journalistischer Inhalte - der ahnt sicher, dass damit nur sehr schwer ein „Geschäft“ zu machen ist.
Darum kämpfen wir seit 3 Jahren am absoluten Ressourcen- und Kraftlimit, um Utopia über Wasser zu bekommen. Die Unterstellung, dass wir so prima davon leben könnten, dass wir die Community zu Spenden aufrufen, während wir uns in der Wärme erholen, vor allem die Unterstellung, die Stiftung sei ein Steuerspar-Modell, empfinden wir als ehrenrührig. Für das gesamte Utopia-Team und ganz besonders für die Mitglieder des Kuratoriums.
Wenn wir diese Woche um Spenden gebeten haben, dann nicht für die Utopia AG, sondern für die Utopia Stiftung und deren Projekte, die wir allein aus eigener Kraft nicht mehr stemmen können.
Dazu ist niemand verpflichtet, aber wir sind dankbar für jede Handreichung und Unterstützung. Denn sie gibt uns Kraft und zeigt uns, dass unsere Arbeit tatsächlich einen Sinn hat.
Für uns alle ist die Frage, ob euch Utopia etwas wert ist, wichtiger, als ihr vielleicht denkt.
PS: Gleichzeitig kam im Laufe dieser Diskussion positives, sehr konstruktives, vor allem abgewogenes Feedback von Menschen, die sich sonst sehr kritisch mit uns auseinandersetzen. Dafür möchte ich an dieser Stelle Danke sagen. Das berührt uns sehr!
Da ich von Claudia namentlich genannt wurde: als eine von denen, die hier mit mangelnder Wertschätzung, Zweifeln und fehlender Anerkennung für diese Seite aufwarten, fühle ich mich bemüßigt, auf diese Vorwürfe zu antworten.
Claudia Langer kolportiert unter Anderem, es gebe ein Mißverhältnis zwischen Geben und Nehmen von Seiten der Kritiker.
Nun, ich denke, meine Anwesenheit hier sollte eigentlich genügen. Ich bin, wie alle anderen User hier ein Teil der Utopia-Community und damit eine potenziell Kundin für die Werbe- und sonstigen Partner. Ich denke, meine Beiträge waren vorwiegend konstruktiv, wenn auch manches Mal kritisch und scharf formuliert. Meine Erfahrung ist, dass klar und ungeschönt formulierte Kritik sehr wirkungsvoll ist, wenn sie nicht beleidigt. Damit, so finde ich, gebe ich Utopia sehr viel.
Wenn die Voraussetzung für die Teilnahme an den Diskussionen der Community jedoch die sein soll, über die aktive Anwesenheit hinaus offene Wertschätzung und zweifelsfreie Anerkennung an und für Utopia zu äußern, wenn Kritik und wie in meinem Fall Empörung unerwünscht ist und bei den Betreibern derart schwere Betroffenheitsreaktionen hervorruft, dann habe ich wohl eine völlig andere Sicht der Funktionsweise Utopias als Claudia Langer und eine andere Haltung zur Art der Beziehungen zwischen den Betreibern und mir.
Damit kann ich leben.
Meine Beziehung zu den Betreibern der Platform, zu Claudia Langer ist rein geschäftlich. Und so soll es bleiben.
BP soll bitte eine Million für Utopia spenden.
Und auch die anderen großen Firmen, die dieses Plattform nutzen dürfen, um mit den Utopisten zu diskutieren.
das ist marktforschung, die sonst teuer von den Unternehmen bezahlt werden muss.
Also bitte schön: das hier ist kein Wohlfahrtsverein.