Hilfe, die Lohas kommen!
Müll sortieren, Biosprit tanken, Vegetarier werden - übertreiben es die Deutschen mit ihrem Ökofimmel? Aber sicher! Vor allem die Spezies der scheinbar modernen, naturbewussten Städter schadet der Umwelt mehr, als ihr lieb sein dürfte.
Kommentare (94)
Beitrag abonnieren
Juppp...so isses.
Also wer eine Studie mit 24 Leuten für voll nimmt, kann nicht mehr richtig ticken.
Mein Leben als Lohas(e) sieht ganz anders aus. Ich kaufe auch viel im Bioladen, achte aber trotzdem darauf, dass die Waren nicht vom anderen Ende der Welt kommen. Ich kaufe auch schicke Kleidung, die meine Einstellung unterstreichen, im Second-Hand-Laden.
Dieser Artikel mag auf manche Menschen zutreffen. Aber bestimmt nicht auf den Großteil der Lohas.
http://de.wikipedia.org/wiki/LOVOS
Zudem sind beides ja nur Idealtypen.
Ich wäre genau die Mischung. In allen Bereichen sehr designorientiert, aber zugleich so wenig wie möglich kaufen.
Trotzdem sehr undifferenziert, der Artikel.
Arbeitslose, die zwar nicht Bio kaufen, aber sich dafür keine Flugreisen leisten können, haben sicher eine bessere Biobilanz als ein Loha, der einen Selbstfindungstrip nach Indien macht...
Außerdem habe ich im Internet eine Studie von FoodWatch gefunden, nach der Biofleisch sogar einen leicht größeren Fußabdruck als konventionelles Fleisch hat. (Bei pflanzlichen Produkten ist es aber umgekehrt)
Letztendlich finde ich solche Artikel aber auch eine Zumutung, denn ich finde es ziemlich arm, den Lohas zu unterstellen, dass sie sich vom Rest der Gesellschaft moralisch abheben möchte... Es geht ja nicht darum etwas schlecht zu machen, sondern etwas zu verbessern!
Die "schlechten" Ökogutmenschen sind mir zumindest lieber, als solche, die nur kritisieren und die die jetztige Konsumwelt als alternativlos darstellen...
Es geht um Rindfleisch aus dem sog. Festmistsystem, siehe Studie von 2008, S. 118, habe den relevanten Teil hervorgehoben, für eine Einschätzung von pauschal "Biofleisch" sollte man alle Bezüge zu den Unterschieden in der Fleischproduktion beachten.
http://foodwatch.de/presse/pressearchiv/2008/report_klimaretter_bio/index_ger.html
http://www.abload.de/img/rindfleisch-methanm7fq2.jpg
Aus der Zusammenfassung S. 203:
"(...) Die Ergebnisse der Klimabilanzen zeigen, dass die ökologische Landwirtschaft in der Regel klimafreundlicher ist als die konventionelle Landwirtschaft. Dies resultiert hauptsächlich aus
dem Einsatz großer Mengen mineralischer Düngemittel in der konventionellen Landwirtschaft, die bei Produktion und Einsatz hohe Treibhausgasemissionen verursachen. Andererseits weisen ökologische Produktionsverfahren einen höheren Flächenbedarf auf als konventionelle Verfahren. Ein erhebliches Klimaschutzpotenzial liegt außerdem in der Wiedervernässung von trockengelegten Moorflächen, deren derzeitige landwirtschaftliche Nutzung zu beträchtlichen Treibhausgasemissionen führt. (...)"
Die vermeintlich "schlechtere" Bilanz könnte man demnach an der tierfreundlichen Produktionsweise festmachen. Nackte Zahlen täuschen über diesen Faktor leicht hinweg. Die Frage bleibt, wollen wir optimiertes Bilanz-Fleisch auch bei heiklen Fleischsorten ?
Leicht ins Lächerliche geschrieben, um den Grundgedanken zu verunglimpfen!
Der Spiegel denkt halt auch mehr an seine Werbekunden.
1. Der importierte Apfel aus Neuseeland kann eine bessere Ökobilanz haben, als der Bio-Apfel aus Deutschland, der monatelang gekühlt wird. Ja, tolle Erkenntnis, aber vielleicht sollte man auch zur Kenntnis nehmen, dass der nicht gekühlte Bio-Apfel (Stichwort: saisonal einkaufen, auf Utopia dutzendfach empfohlen) natürlich weiterhin die beste Bilanz hat
2. Der Autor hat herausgefunden, dass eine Plastiktüte besser als eine Papiertüte ist, weil die Papiertüte ja fast immer nur einmal benutzt werde, die Plastiktüte dagegen mehrfach genutzt werden kann. Da möchte ich dem Herrn doch mal eine Empfehlung für Stofftaschen aussprechen, die man (Aufgemerkt) MEHRFACH verwenden kann und den Plastiktüten bei Herstellung und auch was das spätere Müllproblem angeht haushoch überlegen sind: http://www.utopia.de/magazin/killt-die-plastiktueten-befreit-die-stofftaschen-fuer-saubere-umwelt?all=
3. Dann der Clou, es wird der Skandal aufgedeckt, dass Plastikflaschen gar nicht bio sind und Mehrweg besser ist. Was ist an dieser Erkenntis bitte schön neu? Mir ist bisher noch kein LOHA untergekommen, der Fürsprecher für Plastikflaschen ist.
Führt mich zur Frage: Was ist eigentlich beim Spiegel los?
Nichts!
habe seit langem mal wieder auf einen Spiegel-Artikel geklickt, aber auch der ist doch nur reißerisch und unsachlich, ja sogar verfälschend. z.B. wird so getan als hätte das Dosenpfand den Einwegbehältern geholfen - weil Discounter mittlerweile billiges Mineralwasser in Einwegflaschen anbieten. Das Dosenpfand begünstigt aber doch diese Angebote garnicht, sondern stellt sie nur preislich den Mehrwegangeboten gleich.
Es wird behauptet dass der Lenkungseffekt der Ökosteuer verpufft sei - ohne Beleg. Dabei ist das Benzin weiterhin wegen der Ökosteuer teurer - und keiner kann mir erzählen, dass der Preis keinen Einfluss auf das Autofahrverhalten von Menschen hat.
Auch Energiesparlampen werden negativ dargestellt. Sind sie aber nicht, sie müssen einfach nur korrekt entsorgt werden.
Der Blick in den Artikel hat mich wiedermal in meiner Ansicht bestätigt, dass Spiegel nix mit Journalismus zu tun hat, sondern in erster linie polemisiert.
Passiert ständig überall!
Ich könnte nie die Frage beantworten, ob ich ein LOHA bin oder nicht?
Wenn die 24 Probanden handverlesen wurden, damit sie der gehobenen "Grünkern und Gucci"-Schicht entsprechen, dann mag die Kritik z.T. berechtigt sein...wenn auch schlecht verpackt.
Ich denke da spontan an eine spezielle Mode-Bio-Fraktion, die im coolen Land-Rover beim Bio-Bauern vorfährt und dgl.
Bei meinem Ökokisten-Lieferant (der auch gleichzeitig ein Kunde von mir ist) kaufen vorwiegend junge Familien mit Kind ein, die sicher keinen aufwendige Lebensstil führen, sondern ihre Wertigkeit geändert haben (wie es oft passiert, wenn Kinder kommen).
Also nicht aufregen, einfach ignorieren :-))
Anders zu leben, alternativ zu konsumieren, abweichen vom Mainstream, sei es nur die Öko-Banane, das ruft die Kritiker schnell auf den Plan, Schublade LOHAS auf und rein damit. Der "typische" LOHAS-Vertreter wird zum Maßstab (wie im Spiegel-Artikel persifliert), weicht man davon ab, ist man eben einer auf dem Weg dahin. Nicht etwa ein umweltbewusster Konsument, der gute Gründe für sein Verhalten oder seine Konsumentscheidungen hat.
Warum auch Argumente austauschen ? Es reicht der breiten Bevölkerung - wie offenbar der breiten Journalistenschaft - Schubladen zu bedienen. Schreibt sich leichter (auch ein Journalist ist den Effizienz-Geboten unterworfen) und verkauft sich eh besser als die alltägliche Last mit dem ökorrekten Leben in ihren Facetten zu beschreiben. Da sollten die verehrten Autoren einfach mal auf Utopia verweisen. ;-)
Die Rentnerin, die aus Knappheitsgründen auf Konsum verzichtet, ist m.E. solange Ökoheldin als das Geld knapp bleibt. Sich in Verzicht üben wenn man nicht anders kann, halte ich nicht für heldenhaft. Bewusst konsumieren TROTZ finanzieller Mittel hingegen - wie es zahlreiche Buchautoren beschrieben haben, wenn auch nur zeitlich befristet - fordert mir persönlich mehr Respekt ab. Wie ich umgekehrt finanzkräftige Prominente schärfer be(nicht ver-)urteile in ihrem umweltschädigenden Konsumentscheidungen als einkommensschwache Familien.
Die innere Haltung zu jedem Alltagsgegenstand und jedem "Verbrauch" macht aus meiner Sicht den Ökohelden, nicht das bessere Equipment Kraut zu hobeln. Hauptsache es wird beim Erzeuger gekauft und mit eigener Hand gehobelt (geschnitten in meinem Fall) und nicht fertig gekocht in Einmal-Beutelchen von wasweißichwoher in den Laden bestellt. Aber der Alltagsheld wiederum interessiert nicht in der Spiegel-Welt, Prominente müssen herhalten, Vorreiter spielen, als ob diese (Prinzen) die Welt ökologisch neu erfunden hätten.
Da stöbere ich lieber in Kochbüchern des 19. Jahrhundert, darin findet sich mehr KnowHow als in der LOHAS-Diskussion einer ökobewegten, aber ökounwilligen Autorenschaft.
Was hat sich beim Spiegel eigentlich geändert?
Wer ist denn nun der Ewiggestrige, die Lohas auf jeden Fall nicht, mögen sie sein wie beschrieben oder auch nicht.
Zum Glück hat jedes Kind einen Namen, nur wie man System Erhalter, Konsumjunkies nennt steht da nicht. Alles braucht schließlich ein möglichst komplizierter Name, damit auch ja keiner weiß wovon die Rede ist. Es ist auch leichter für Mensch wenn man Mensch am Haarschopf packen kann und in die geeignete Schublade steckt. Sicherheit geht eben vor.
Entscheiden ist doch, dass Mensch sich besinnt und sein Hirn beginnt zu gebrauchen. Dass ich überall in jeder Suppe ein Haar finden kann zeigt doch nur wie groß die Angst des Mainstream (wer ist denn das schon wieder) vor Neuem und Unbekanntem ist. Und dann noch diese Leute, Moralisten die doch glatt mit ihrem Verhalten das Wirtschaftswachsdumm gefährden könnten.
Und ich halte diese Aussage für ziemlich zynisch.
Und dein Beitrag zeigt doch, wie sehr es vielen in dieser Szene darum geht, eine Haltung zu präsentieren: wie du es ausdrückst als Ökoheld dazustehen. Das ist in meinen Augen erbärmlich.
Auf einmal wollen wir hier alle lieber doch keine Lohas sein?
Sind wir aber.
Die meisten hier, mich eingeschlossen, sind genau die Leute, von denen im Artikel gesprochen wird. Und ich habe mich durchaus auch ertappt gefühlt. Wenn ich ehrlich bin, lasse ich mich selbst doch auch gerne von dem Gefühl berauschen zu den Guten zu gehören. Schlecht sind die anderen, die, die skrupellos die Erde ausbeuten und keinen Gedanken daran verschwenden, dass die Ressourcen endlich sind. Wir sind diejenigen, die die Erde retten. Wenn mans genau betrachtet ist das doch eine absurde Einstellung.
Es ist legitim, sich gut zu fühlen, wenn man meint, Gutes zu tun. Allerdings sollte man sich nicht einbilden, die Welt mit Ökokonsum retten zu können. Dieses Rädchen ist einfach zu klein.
Deinen Kommentar habe ich mehrmals gelesen, erkenne leider keinen roten Faden in deiner Argumentation. Ist es - nach deiner Ansicht - gut Gutes zu tun ? Geht es nur um das Gefühl Gutes zu tun ? Sollen wir auf Ökokonsum verzichten ? Weil wir ohnehin nichts bewirken, es "absurd" ist es überhaupt zu versuchen ?
Leider werde ich nicht schlau. Falls es dir nicht zu lästig ist, du möchtest doch die Auseinandersetzung (siehe Kommentar unten), wäre ich über deine Vorstellung, welche Rolle wir Konsumenten spielen (können), dankbar.
Mir kommt dein Beitrag so rüber, wir sind Rädchen, die nichts bewirken, was machen wir dann hier auf Utopia ?
bitte lies doch Robinsons Kommentar von gestern nochmal in Ruhe. Vielleicht beurteilst du die Dinge dann anders.
ohne den Spiegel-Artikel gelesen zu haben, vermute ich, dass darin über die Lohas gelästert wird, weil sie mehr Umweltimpact haben als Geringverdiener, obwohl sie meinen so öko zu konsumieren.
Das finde ich nicht ganz fair. Wenn man schon Lohas unbedingt beurteilen möchte, sollte man ihren Umweltimpact mit einer einkommens-/vermögensmäßig ähnlichen Vergleichsgruppe vergleichen. Und da es sicher Lohas verschiedener Einkommensgruppen gibt, muss mit verschiedenen Vergleichsgruppen gearbeitet werden.
Natürlich ist der Hinweis an alle Lohas richtig, dass sie trotz allem höchstwahrscheinlich in ihrem Fußabdruck noch deutlich über "eine Erde" sind, d.h. dass die Erde nicht ausreichen würde, wenn jeder so konsumieren würde wie sie, ergo, dass sie nicht nachhaltig leben, obwohl sie es versuchen.
Aber warum muss ich die mittellose Rentnerin dann als Ökoheldin darstellen? Um den Lohas mal so richtig aufs Brot zu schmieren, das ihre Bemühungen für die Katz sind und nur mittellose Rentnerinnen sich nachhaltig nennen dürfen? Sollen sie doch alle munter so handeln wie die Vergleichsgruppe, dann haben wir aber alle etwas gewonnen.
Ich glaube nicht dass Lohas sich selbst als das Maß aller Öko-Dinge bezeichnen würden, wer mal drüber nachgedacht hat merkt selber dass es in der Regel "noch nachhaltiger" geht und dass im Endeffekt der Obdachlose das nachhaltigste Leben führt.
In der Realität macht doch wohl jeder einen Kompromiss zwischen annehmlichem Leben (große Wohnung, Auto, Flugurlaub) und nachhaltigem Leben. Und da ist mir jede Verschiebung hinsichtlich nachhaltigkeit recht.
Auch die Rentnerin ist übrigens mit sicherheit nicht bei "< 1 Erde". Also auch keine Öko-heldin, wenn man schon unbedingt den Begriff verwenden möchte.
Ein Vertriebsleiter sagte mir einmal, dass er schon so viele Flugkilometer auf seinem Konto hätte, dass er damit 4-mal mal zum Mond und zurück fliegen könne.
Alternativ könne er damit ca. 70-mal die Erde umrunden.
ja, da frage ich mich immer, ob man denn nicht auch für berufliche Kilometer mitverantwortlich ist. Viele blenden das ja aus.
Klar, einen Teil bringt der Job unvermeidlich mit sich - aber einen gewissen Freiraum hat man als Arbeitnehmer schon auch. Beispielsweise kann man sich mehrere Termine gesammelt legen oder die Bahn nehmen. Und private Urlaubsreisen mit beruflichen Reisen verbinden.
Für mich ist jede Rentnerin, die ihr Dasein mit Wenig in Würde zu absolvieren weiß eine Heldin, ob da nun Ökomaßstäbe angelegt werden oder nicht. Wer es sich leisten kann, freiwillig zu verzichten, hat für mich nix aber auch gar nix heldenhaftes.
Natürlich ist es "gut, Gutes zu tun". Die Frage ist: was ist gut? Ist es gut, so viel zu konsumieren wie jedeR DurschnittsverbraucherIn, dafür aber alles in öko? Nöö, ist es selbstverständlich nicht.
Besser wäre es so wenig wie möglich zu konsumieren.
Etwas zu versuchen, ist nicht absurd. Zu glauben, man wird durch Ökokonsum zum besseren Menschen allerdings durchaus.
Was jedeR hier auf Utopia macht, bleibt jeder und jedem selbst überlassen. Ich halte nicht wirklich viel von den Zielen und der Intention Utopias. Mir ist hier eindeutig zu viel Werbung, zu viel Konsumierbares in den Bereichen außerhalb der Community und zu viele Firmenprofile, denen ich ihr Umweltengegement nicht abnehme, weil nur eine so geringer Anteil am Gesamtsortiment den entsprechenden Kriterien gerecht wird (Rewe, Obi...)
Wenn wir nur als Verbraucher agieren sind wir tatsächlich Rädchen, die mit persönlich zu wenig bewirken. Das reicht mir einfach nicht. Statt uns hier auf Utopia herumzutreiben sollten wir die Zeit nutzen und uns engagieren, der Möglichkeiten gibt es genug. Menschen, die wirklich engagiert sind, verbringen ihre Zeit nicht im Netz.
Dann geh doch, wird mancheR sagen. Aber das werde ich nicht tun. Ich erlaube mir, Utopia von Zeit zu Zeit dafür zu nutzen, die Themen, die mich interessieren öffentlich zu machen.
Soso.
hast du diesen Beitrag eigentlich nur eingestellt, weil du sowas wie eine offene Rechnung mit Utopia hast und du allen, die sich hier regelmäßig tummeln, vorhalten willst, sie seien sowas wie der LOHAS-Prototyp? Kommt mir jedenfalls so vor.
Danke für deine Antwort. Jetzt erkenne ich den roten Faden auf Anhieb.
Menschen, die auf Ökokonsum verzichten, versuchen demnach folgerichtig ein schlechterer Mensch zu bleiben. Weil es andersherum absurd wäre, zu hoffen ein besserer zu werden.
Falls wir also ein Ökoprodukt kaufen sollten, dann bitte nicht durch Hinweise auf Utopia, weil die Kommerz-Alibi-Veranstaltung Utopia uns unsere sinnvoller einsetzbare Zeit stielt, zu mehr Ökokonsum anregt, als jedem Utopisten genügen würde, Ökomaßstäbe an das eigene Konsumverhalten sind fehl am Platz, Geld hat man besser auch keins übrig, besser man fristet sein Dasein unter völligem Verzicht auf ökologisch vertretbare Alternativprodukte, stattdessen geht man auf Demos, wirkt auf umweltschädigende Unternehmen ein oder überzeugt Menschen auf der Straße.
Auf deren Frage, wie man sich denn ein besseres Leben vorstellt, ob man denn selbst so leben könne, mit dem wegen Ökokonsum verteuerten Leben über die Runden käme - darauf antwortet man: Nein, der Ökokonsum ist sowieso Quatsch, als Einzelner können wir eh nichts bewirken, man sei nur deshalb auf der Staße, weil Aktion wichtig ist und ANDERE überzeugt werden sollten, selber möchte man auf Ökokonsum verzichten und weiter so leben wie bisher. Man versuche aber alles ... was nun genau am Ökokonsum gut oder schlecht sei, das müsse man erst definieren, was man unter gut oder schlecht im Einzelfall verstünde, jedenfalls "einfach so" Öko kaufen, das bringe ja gar nichts.
Ich stelle mir bildlich vor, wie die Leute auf der Straße die Augen aufreißen und um Formulierungen kämpfen, wie man solcher Überzeugungsarbeit am höflichsten begegne. Die meisten gehen einfach weiter, bleiben dann aber beim Stand von BUND und Greenpeace nicht mehr stehen. Weil sie sich denken, die Ökos wissen wohl selber nicht so recht was sie denn nun wollen.
Da würde ich mir wünschen, mancher "Aktivist" bliebe zuhause am PC, und mancher zeitvergessene Utopist ginge auf die Straße. Letzteres in jedem Fall. ;-)
bestimmt bist du ein ganz netter Mensch, mit dem sehr unterhaltsam ein (bio-)Wein zu konsumieren ist. Für deine Art der Rabulistik habe ich jedoch keine Kapazitäten. Sowas halte ich für Zeitverschwendung.
Fredegar,
ich will niemandem etwas vorhalten und an offene Rechnungen erinnere ich mich nicht, schon gar nicht auf Utopia.
Ich habe mich ausdrücklich mit eingeschlossen bei meiner Lohasen-Kritik. Auch ich berausche mich ganz gerne am Gefühl, zu den Guten zu gehören. Und ertappe mich bei dem absurden Gedanken, ich sei ein besserer Mensch als jeder x-beliebige Nachbar, der sich nicht um Umweltbelange schert.
Doch immerhin soll ja Selbsterkenntnis der erste Schritt weißgottwohin sein.
Es ist so einfach Menschen zu manipulieren!!
was ist so schlimm an einem Streit?
Streiten schärft den Verstand und festigt den Standpunkt. Oder weicht ihn auf bei überzeugenden Argumenten.
Was will man mehr innerhalb einer Auseinandersetzung?
Mir persönlich hat der Spiegel denselben vorgehalten. Und ein kritischer Blick auf das eigene Ego hat noch niemandem geschadet.
Es geht um die Manipulation von uns als Allgenheitheit!
Im Übrigen geht mir diese Schwarz Weiß Maler auf den Senkel, als ob wir nichts Besseres zu tun hätten. Ökohelden gegen Ökomuffel. Vieleicht gibt es bald einen Award für den ökoesten Ökofreak oder den besinnungslosesten Konsumenten.
Eines kann man beim Besten Willen nicht leugnen, wir sind Kinder unserer Zeit und es stehen Veränderungen an, die einen gehen sie aktiv, die andere werden gegangen, so war das immer. Wer jetzt der Bessere oder Schlechtere ist, ist doch einerlei, Menschen sind wir alle.
Trotzdem sind wir sehr leicht zu entzweihen!
Die Macht der Mächtigen ist mächtiger, als wir denken!!
Das liegt vor allen an uns selber!
http://www.karmakonsum.de/2011/02/10/sinus-karmakonsum-lohas-studie-jetzt-reduziert/
Dort werden die Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die in 5 LOHAS-Typen unterteilt. Da sind sicherlich Profile dabei, die der Spiegel-Artikel beschreibt und die auch tatsächlich davon ausgehen, dass Papiertüten generell besser seien als Plastik-Tüten. Und dass es ökorrekt sei, zur Selbstfindung nach Indien zu fliegen, solange man bei atmosfair o.ä. die durch den Flug produzierten CO2-Äquivalente kompensiert.
Viel aktuelle Technik mit kurzen Lebensdauern, viele und/oder lange Flugreisen, große Wohnfläche, große Autos.... das kann und wird einfach nie nachhaltig sein. Auch nicht, wenn man es mit entspannter, cooler Lounge-Musik unterlegt und nebenher ein paar regionale Äpfel isst.
Genau darum geht's. Ein Lebensstil mit viel Konsum, und sei er vordergründig noch so nachhaltig, ist nicht geeignet, die Welt zu retten. Weniger konsumieren, und dafür Langlebiges, dagegen schon. Jonas, der leider nicht mehr hier ist, hat den Nagel auf den Kopf getroffen mit seinem "Weniger ist mehr". Eine Ethik des bewussten und vernünftigen Verzichts ist aus meiner Sicht die überfällige Befreiung aus dem zu nichts führenden Konsumkreislauf.
Wozu brauche ich verschiedene "Naturkosmetik"-Produkte für's Händewaschen, für's Duschen, für's Eincremen, für die Hände, für's Gesicht, gegen die Falten, dazu alles hübsch in Plastik verpackt, wenn eigentlich eine einzige Seife für alles reichen würde?
Wieso muss ich warm duschen, wenn es auch kalt geht?
Wieso muss ich jeden Tag meinen fair gehandelten Bio-Kaffee zweimal täglich trinken und auch noch stolz darauf sein, anstatt den Kaffee einfach wegzulassen? Tut's nicht auch der regionale Bio-Apfelsaft aus Streuobst?
Wieso brauche ich ein Handy?
Wieso brauche ich immer wieder neue öko + faire Bio-Klamotten, wenn's auch ein deutlich reduzierter Klamottenbestand tut?
Wieso kaufe ich mir tolle Bio-Socken, nachdem die alten kaputt sind, anstatt einfach das Loch zu stopfen?
Ich muss hier mal meine Eltern loben. Sie leben nicht sehr öko-bewusst, aber wenig konsum-orientiert, und das seit vielen Jahrzehnten. Sie kaufen für hiesige Verhältnisse selten und wenig Neues und essen außerdem sehr wenig Fleisch, obwohl sie nicht vegetarisch leben, und bewegen nicht häufig ihr eher kleines Auto. Obwohl sie ihr Leben nicht bewusst ökologisch ausrichten, bin ich mir sicher, dass ihre Öko-Bilanz um Einiges besser ist als die vieler der sog. LOHAS.
Den Spiegel-Artikel habe ich nur oberflächlich überflogen, aber mich dabei gefragt, was der Bezug einer Öko-Gemüsekiste (mit regionalem und saisonalem Obst und Gemüse) mit der Kritik an der LOHAS-Einstellung zu tun haben soll. Zumindest diesen Einstieg fand ich ziemlich missraten.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/sz-serie-die-gruene-frage-rettet-die-welt-vor-den-weltrettern-1.1106177
"Per se nachhaltige Technologien und Objekte sind gar nicht denkbar. Die vielen Bestrebungen, das moderne Konsum- und Mobilitätsmodell von ökologischen Schäden zu entkoppeln, offenbaren eine Geschichte des Scheiterns und Verschlimmbesserns."
Der Spruch könnte von Michael Braungart stammen. Er hingegen bietet eine Lösung: Cradle-to-Cradle.
"Nicht nur aufgrund ihrer Kerosinträchtigkeit nebst anderen materiellen Voraussetzungen trägt die ausufernde Konferenz- und Missionstätigkeit zur Verschärfung der Probleme bei, die zu lösen sie vorgibt. (...) Wir erleben derzeit eine Nachhaltigkeitsprofessionalisierung, die von jedem substantiellen Handeln im unmittelbaren Umfeld abstrahiert. "
Dieser Vorwurf an die Reisetätigkeit der Weltverbesserer greift m.M. nur begrenzt, es findet Vernetzung mit den Mitteln der Telekommunikation statt.
Substantiell sind nur erkennbare Fortschritte, "wirkungsvolle" Konferenzentscheidungen, nicht aber Veränderungen in den Denkmustern als Folge der Anerkennung globaler Zusammenhänge ?
Mir geht es genauso ZU LANGSAM, doch welche Alternativen bestehen zur Vernetzung und Miteinander-ins-Gespräch-kommen ? In den Studiengängen könnte man (wieder) ein verpflichtendes Propädeutikum für (modern) Nachhaltigkeitsfragen installieren, um insbesondere angehende Wissenschaftler über veränderte Umweltkontexte ihres Faches zu sensibilisieren.
Warum kein Öko-Praktikum im Studium orientiert am FÖJ ?
"Aber Lehreinheiten, Auslandspraktika, kluge Vorträge oder medienwirksame Aktionen bilden keinen Ersatz für den eigenen Vollzug einer räumlich und zeitlich sinnvollen Lebensführung."
Gründe dafür ? Tja, Lebensführung ist nun mal ein verschwindend geringer Teil im Bildunssystem. Das lernt man "automatisch" bei den Eltern, ob die durch ihre Lebenshaltung und poltische Beteilitung Teil des Problems oder Teil der Lösung waren.
"... dann wäre der Planet irgendwann nur noch von wohlsituierten, ökologisch aufgeklärten Konsumenten bevölkert, die darüber kommunizieren, dass sich etwas ändern muss, aber niemanden mehr haben, dem ..."
Eine gute Analsyse, der ich vollauf zustimme. Es fehlen die Vorschläge zur Behebung der genannten Mißstände.
Die einzige Lösung ist ganz radikal gesagt kein Konsum. Realistisch also eine enorme Reduzierung des Konsums.
Das heißt nicht nur Verzicht sondern auch Gewinn. Wenn ich etwas nicht kaufe, brauche ich auch das Geld dafür nicht zu erwirtschaften. Ich könnte also weniger Arbeiten und hätte damit einen Gewinn an Zeit für mich, den ich mit Familie oder Hobbys verbringen kann.
Und natürlich hätte ich durch die schonung von Ressourcen und das sparen von Energie auch einen Gewinn für meine Umwelt und meine Mitmenschen erzielt. (Ganz im Sinne von Harald Welzer den Gewinn und nicht den Verzicht sehen)
Vielleicht finden sich einige der von dir als fehlend bemängelten Lösungsansätze zu der Analyse von Paech in den folgenden Texten vom Wuppertal Institut http://www.wupperinst.org/publikationen/impulse/index.html
Wie lernen Gesellschaften - heute?
Zur Verwirklichung politischer Einsichten oder: Abschied vom Wunschdenken
http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/Impulse_Lernen.pdf
Arbeit, Glück und Nachhaltigkeit
Warum kürzere Arbeitszeiten Wohlbefinden, Gesundheit, Klimaschutz und Ressourcengerechtigkeit fördern
http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/Impulse_Arbeitszeiten.pdf
Suffizienz als Business Case
Nachhaltiges Ressourcenmanagement als Gegenstand einer transdisziplinären Betriebswirtschaftslehre
http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/Impulse_Suffizienz_BC.pdf
Für eine Politik der Energie-Suffizienz
Impulse für die politische Debatte
http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/Impulse_Energiesuffizienz.pdf
Die Idee, technische Kreisläufe zu schließen, ist gut. Das muss dann aber auch passieren.
Das Zertifikat zeichnet aktuell allerdings lediglich die Möglichkeit aus, dass ein technischer Kreislauf geschlossen werden KANN.
Das nenne ich Populismus anstatt Journalismus - derzeit weiter verbreitet als Lohas, leider!
Euer Plädoyer für den Konsumverzicht kann ich nachvollziehen. Auch der Konsum von Ökoprodukten ist alles andere als ressourcenschonend, verglichen mit dem Nullkonsum (oder bastlerischen Reparaturaktivitäten).
Allerdings ist Konsumverzicht auch stets Verzicht auf eine Beeinflussung der Art und Weise, wie Konsumartikel produziert werden. Der Konsum von nachhaltigen Produkten verschiebt demgegenüber die Nachfrage und damit die Produktionsweise in Richtung einer nachhaltigeren Herstellung. Ein bloßer Verzicht kann das nicht bewirken, auch wenn er per se nachhaltiger ist.
Ich bin mir selber etwas unschlüssig, was effektiver ist. Sich dem System entziehen und dabei in Kauf zu nehmen, daß ich es nicht in einer positiven Weise beeinflussen kann? Vielleicht aber auch mit vorgelebter Konsumabstinenz ein positives Beispiel abzugeben, das andere inspirieren könnte, ihren Konsum ebenfalls einzuschränken?
Wie auch immer. Ich werde jetzt erst einmal Fredegards Anregung folgen und das schon seit längerer Zeit verschollene Stopfei suchen. Löchrige Socken zu finden, dürfte hingegen kein Problem sein.
"naja...den von uns mußt Du mir mal zeigen, der Konsumverzicht wirklich wörtlich nimmt."
hat Maria vollkommen recht.
Ich konsumiere auch fleißig und werde mich davon nicht absolut befreien können. Ich achte aber sehr darauf, dass ich möglichst nachhaltig einkaufe, wenn es denn schon sein muss.
Ich sehe aber keinen Sinn darin, mehr zu konsumieren nur damit ich bestimmte Anbieter fördere. Das es Firmen gibt, die auf echte Nachhaltigkeit achten ist super und wenn sich mehr und mehr Leute auf deren Angebot einlassen und einsehen, dass man auch verantwortungsvoll konsumieren kann ist das gut.
Aber um unseren ökologischen Fußabdruck auf ein Maß zu verringern, mit alle Menschen leben könnten ohne die Erde mit der Zeit immer unbewohnbarer zu machen, müssen wir auch den Konsum an sich verringern.
Der erste Schritt mag für die meisten sein, verantwortungsvoll zu Konsumieren. Der zweite notwendige Schritt, muss aber sein, den Konsum zu verringern. Ansonsten ist man kaum besser als die Lohas, die im Spiegel beschrieben werden. Genau deshalb hat die Arme Oma einen viel kleineren ökologischen Fußabdruck. Ob es daran liegt, dass sie schon immer Arm war oder freiwillig entschieden hat, dass sie nicht mehr zum Leben braucht, ist dabei zweitrangig.
naja...den von uns mußt Du mir mal zeigen, der Konsumverzicht wirklich wörtlich nimmt.
Ich rede auch gerne über Konsumverzicht, aber wenn ich lese, was Fredgar oben darunter versteht, dann treibt es mir die Schamesröte ins Gesicht.
Ich habe nähmlich eben warm geduscht.
Aber ich tu's nicht jeden Tag.
Ich habe ein Handy.
Das kommt alle sechs Wochen mal an die frische Luft, wenn's drum geht, daß ich von unterwegs aus meinen Firmen-Festnetzanschluss abhören möchte.
Die Nummer ist geheim, weil ich die
Ich habe ein Auto, das ist gemeinsames Firmen+Privat-Auto von meinem LG und mir.
U.s.w.
Ich denke, das kann man getrost auch schon als Konsumverzicht einstufen und darum gehts ja auch wirklich:
Daß man diesen alltäglichen Wahnsinn -immer mehr, immer Neuer, immer schneller, immer billiger- nicht 1:1 auf Bio überträgt.
Mir gehts beim Konsumverzicht auf der einen Seite, auch darum, daß ich mir die "guten" Produkte auf der anderen Seite leisten kann.
Und daß ich es mir leisten kann, keine Festanstellung zu benötigen bei einer Firma, deren Geschäfts-Philosophie ich nicht mitbestimmen kann.
Es geht um eine Verschiebung der Wertigkeit.
"Sich dem System entziehen und dabei in Kauf zu nehmen, daß ich es nicht in einer positiven Weise beeinflussen kann?"
So habe ich das mal vor Jahren (eher Jahrzehnten) verstanden.
Das bringt wirklich nichts.
Heute will ich mitspielen, aber ich möchte nicht zwangskonsumieren müssen, um mitspielen zu dürfen.
Das ist gar nicht so einfach.
Ein Smartphone (und zwar einer angesagten Marke) wäre schon das Minimum in der Webentwickler-Branche...u.s.w.
Konsumbefreiung macht jeden Menschen mehr Spaß! Es liegt oft an der Sicht der Dinge, die unser Denken beeinflusst.
Ich habe mich von vielen Dingen befreien können und es geht mir besser als vorher.
Ich frage mich manchmal:
Was brauche ich um ein artgerechtes Leben zu führen?
- Essen und Trinken,
- ein Dach über dem Kopf,
- Gesundheit,
- die Möglichkeit der Mobilität,
- Freunde,
- Humor,
- ein oder mehrere Ziele,
- und vor allem die Liebe.
Alles sollte dabei nachhaltig sein. So einfach sehe ich das. Ob mich jetzt irgendwer Loha oder sonst irgendwie nennt ist mir egal.
Für mich sind nur 2 "Dinge" wichtig, die ich allen Menschen wünsche:
Liebe und Bildung.
Das zu mehren ist die größte Herausforderung, alles andere regelt sich dann von alleine!
Ich stelle mir gar nicht so sehr die Frage, was sinnvoller ist aus strategischen Gründen, sondern was für mich das lebenswertere Leben ist.
Da bin ich absolut egoistisch.
Ich müsste also mein Einkommen auf "0" setzen, denn jedes Geld, das durch meine Finger geht erzeugt Konsum, außer ich verbrenne es. Selbst das Spenden an eine Hilfsorganisation erzeugt Konsum, wenn sie es ausgibt.
Meine Überlegung dazu geht dahin, dass auch das Einkommen auf ein Maß reduziert wird, um die notwendigen Bedürfnisse befriedigen zu können. Tja und was für den einzelnen Notwendig ist, ist wohl eine Frage des Individuums.
Ich versuche möglichst viel Geld in Dinge zu investieren, die langfristig dazu geeignet sind vom Geld unabhängiger zu werden.
Ich glaube es geht darum einen Trend auf der einen Seite mit den Attributen einer Bewegung des Mainstreams zu betrachten.
Ich finde es immer komisch wenn meine Nachbarn verkünden das sie ja auch zur Tafel gehen würden wenn sie den könnten.
Also Er der Stahlkocher und Sie Die Industriekauffrau die 2 Autos brauchen und Markenkleidung für überlebens notwendig halten während sie gleichzeitig Politiker wählen die jeden Cent Hartz IV Erhöhung für zuviel erklären.
In unserem Umsonstladen in dem man kostenlos Kleidung und Haushaltsgegenstände aller Art bekommen kann kommen aber immer öfters Anhänger dieser neuen Ökobewegung an.
Nein nicht um Dinge mitzunehmen sonder um uns arme Menschen mit ihren Tshirts aus Biobaumwolle zu spenden.
Genau die die nach wie vor von Kindern in Bangladesh hergestellt werden, die für ihre Arbeit so wenig Geld bekommen das H Und M Ihnen einmal im Monat Tabletten gegen den hunger spendiert.
Dabei wird aber unfairerweise unterschlagen, dass diese Menschen, wären sie keine Lohas mit ökologischen Bewußtsein, ja dann TROTZDEM große Häuser hätten und viel reisen würden, allerdings OHNE bei Ihrem Konsum auf Nachhaltigkeit zu achten.
Der Vergleich "gutverdienende Lohas" mit "wenig betuchter Rentnerin" hinkt. Vergleichen muss man "gutverdienende Lohas" mit "gutverdienenden...naja...Nicht-Lohas.
So ist die Darstellung unfair.
http://www.utopia.de/blog/bubensteyns-beschauliche-blatter/lohas1
Ich will doch kein Loha werden. Ihr mäkelt mir zu gerne an allem herum.
Danke für Eure Hinweise.
genau das ist nicht meine Absicht, in die Diskussion einzutauchen.
Ob Loha oder ganz allgemein Utopist spielt keine Rolle.
Das Gerede über die bösen Anderen (in dem Fall wohl vor allem der Spiegel) ist mir zu mühsam.
Egal, was ein Mensch tut in seinem Leben. Die Auswirkungen zählen als ganzes.
gefällt mir sehr gut!
Was immer fehlt, ist die Liebe! Auch die Anderen brauchen Liebe, Verständnis von uns.
Sonst geht es in die Hose, wenn man die Anderen ohne Respekt behandelt, keiner von uns ist perfekt auf die Welt gekommen, sondern um etwas zu lernen.
Das ist manchmal sehr schwierig zu bewerkställigen, auch für mich, aber das sehe ich als den richtigen Weg an, um mit Mitmenschen umzugehen.
Kein einfaches Thema!
Dazu noch der Hinweis auf den oben schon von mir verlinkten Artikel: http://www.sueddeutsche.de/kultur/sz-serie-die-gruene-frage-rettet-die-welt-vor-den-weltrettern-1.1106177
Und wer gerne Kabarett mag: http://youtu.be/0QnW-wkSM1U
ist alles so an Haaren herbeigezogen. Die Großindustrie hat wohl Angst um ihre Pfründe, willige Zeitungsschmierer finden sich immer.
"In Wahrheit können allein Lebensstile insgesamt nachhaltig sein. Nur die Summe der ökologischen Wirkungen aller von einem einzelnen Subjekt ausgeübten Aktivitäten lässt Rückschlüsse auf dessen Nachhaltigkeits-Performance zu."
Ich halte das nicht für Schwachsinn. Mag im Artikel von einem Reputationseffekt die Rede sein, wäre eine Ausgleichshandlung anzukreiden weil sie
- negative Aspekte des Lebensstil "gerade biegen" will,
- die Gesamt-Bilanz schön zu zeichnen beabsichtigt,
- ein echtes Bemühen widerspiegelt, eine Neuausrichtung des Lebensstils zu erreichen ?
Kaum jemand von uns ist frei von "Schuld" im Sinne vermeidbarer Konsumentscheidungen, verzögerter Umsetzung von als richtig erkannter Verhaltensänderungen, Zurückhaltung dort wo Engagement möglich gewesen wäre u.ä. Von aussen fehlt der Einblick, was den nachhaltigerEN Effekt an Lebensstil-Faktoren gehabt hätte, sogar aus der Innenperspektive ringen wir oft mit uns, was besser, richtiger, nachhaltiger wäre, jagen Informationen nach, täuschen uns in der Interpretation dieser Informationen, verlassen uns auf Ratschläge Dritter, einfach weil wir nicht unendlich Zeit für die Findungsphase habe, nicht perfekt sind in unser Berufs-, Wohnort- und Partnerwahl, nicht die richtigen Eltern hatten, Connections oder Freunde haben, die uns zu einem "besseren" Leben verhelfen würden.
Der Mensch ist keine Maschine, bei der man den Hebel von Öko-Sau auf Umwelt-Engel umlegt und fertig. Er findet sich hineingeboren mit Chancen und Ressourcen zum Zeitpunkt X und diversen Umweltbedingungen an die Startlinie versetzt, sein Leben zu gestalten. Ich grüble manchmal darüber, warum sich Menschen mit "besseren" Ausgangsbedingungen nicht entschlossener im Umweltverhalten zeigen, warum Menschen mit Geld im Hintergrund den Sportwagen statt dem Hybrid wählen, die Fernreise statt die Bergwanderung mit 1. Klasse Bahnkomfort, die Designer-Mode statt Bio.
Wären Menschen so durchschaubar und berechenbar, würden wir (Eltern, Staat, Gesellschaft, Kirchen, Bildungssystem usw.) einfach eine neue Software aufspielen, die Entscheidungsvielfalt wäre per Mausklick auf das Wesentliche, Relevante und v.a. auf das Vorgegebene reduziert.
Diese Freiheit wollen wir aus verschiedenen Motiven unbedingt erhalten, wir fördern Individualität und Freiheit der Lebensgestaltung, beklagen uns später, dass die Menschen diese Freiheit tatsächlich kreativ nutzen. Ist Freiwilligkeit ein Baustein unserer Art von gesellschaftlichem Leben, so werden wir damit umgehen müssen. Mit einer Lagerdefinition von Großindustrie und Zeitungsschmierern ist es nicht getan. Diese sind nämlich abhängig von uns Wirtschaftssubjekten. Wären wir uns einig über die Marschrichtung, Tempo und den Pausen, wer sollte dem widerstehen können ?
Der Anblick von Passivhäusern und PV auf den Dächern freut mich, ich weiß darin sitzen Menschen, die die Zeichen der Zeit richtig erkannt haben, das SUV vor der Garage, na ja, das dämpft meine Freude, spielende Kinder in den Gärten, toll, Kinderwägen zu (mehreren) 1000 Euro das Stück ?
http://www.welt.de/lifestyle/article13360710/Zum-Kind-gehoert-der-passende-Luxus-Kinderwagen.html
Demnach gibt es in Berlin für diese teuren Stücke inzwischen eine Abteilung Kinderwagenkriminalität. Ist das ausgleichende Gerechtigkeit, logische Konsequenz, Spiegel unserer Zeit, in der sich eben alles ändert bis hin zum Verhältnis zu unseren Kindern ? Ich denke Zerrbilder von Wirklichkeit zerstören nicht die Wirklichkeit, sie verorten sie. Luxus hat in allen Kulturen zu allen Zeiten die Befindlichkeiten der Nicht-Reichen gestört, die LOHAS-Diskussion geht m.E. ein Stück weit in diese Richtung. Man krittelt gern an den Möglichkeiten anderer herum. Die Erkenntnis bleibt, dass die materielle Orientierung nicht automatisch Lebensglück offeriert, wie die materielle Optimierung im Konsum nicht automatisch Nachhaltigkeitsglück spendet.
Ich z.B. würde mit meinem Querdenker-Verhalten regelmäßig jede Marketing-Zielgruppen-analyse Ad Absurdum führen.
Schon alleine beim Begriff LOHAS könnte ich die Krise kriegen.
Positiv besetzt ist er bei mir nicht, aber genauso doof finde ich den Artikel über LOHAS.
Jegliche Diskussion darüber ist eigentlich Zeitverschwendung.
( FürAnalyseZweckeUngeeigneteNichtEinordenbareQUErDenker)
Naja, es ist ja bald Ostern.
Machen wir doch einfach die Gruppe der LOsterHASis auf ...
Poliisten haben schließlich auch ihr Kappl damit man sie erkennt.
Schon amüsant, was das Marketingsprech für Vokabeln auf Lager hat.
Immerhin, wenn sich die Industrie neuerdings für den ökubewussten Menschen interessiert, kommen vielleicht auch mehr faire Produkte auf den Markt. Die Tendenz ist zumindest sichtbar!
*lg, m
Klar, deswegen hat ja LIDL nun den Fair Trade-preis bekommen und NORMA wurde auf der Biofach als "Spitzenadresse für Bio" ausgezeichnet.
Ob das jetzt ein Fortschritt ist?
Ich wage es zu bezweifeln...zumindest müßte man streng hinterfragen, für wen es ein Fortschritt ist.
So langsam weiß ich sowieso nicht mehr, auf wen ich hören und was ich machen soll, weil meine vorherigen Überzeugungen ständig wieder mit Gegenargumenten in Frage gestellt werden und ich mir erneut darüber Gedanken machen muss....
Und zwar was ?
Das Thema Öko-Strom ist auf Utopia in Breite diskutiert worden. Derzeit sehe ich keinen Anlaß das Konzept der Stromerzegung aus regenerativen Energien über Bord zu werfen.
Die "Alternative" zu Öko-Strom ist Kohle und Uran. Ist das besser ?
Manchmal reicht es in einer konkreten Entscheidungsfrage, die ökologisch sinnvollere Wahl zu treffen. Beim Öko-Strom besteht m.E. überhaupt kein Dilemma, die Sonne schickt uns keine Rechnung. Und dass es Strukturprobleme bei der Verteilung über das Netz geben wird, war von Anfang an klar. Die verantwortlichen Minister und Manager in den Konzernen haben erfolgreich auf Zeit gespielt und sogar den Ausstieg aus dem Ausstieg auf ihrem "Erfolgskonto" eintragen können.
Falls der Konsument, wir Verbraucher, Flagge zeigen, was unsere Überzeugungen in nachhaltiger Energiewirtschaft sind, sollten keine Regierung und keine Konzerne diese Überzeugungen dauerhaft unterdrücken können. Weil international das grüne Hemdchen anziehen aber zuhause nichts zustande bringen, können nur Maulhelden.
Frag doch mal in die Runde, wer von den Utopisten BEREUT hat, Öko-Strom zu beziehen.
Und wer deswegen seine Kinder verkaufen musste, um das bezahlen zu können.
Wer heute noch Atomstrom bezieht, während ein Wechsel 5 Minuten Zeitaufwand kostet, dem sollen seine Kindeskinder gebührend gedenken.
Geld für Strom lenkt die Investitionspläne. Atomstrom muss das Wasser abgegraben werden. Sprichwörtlich und buchstäblich, wer die Kühlung dieser Technik mitbedenkt. Abwärme von BHKs kann sinnvoll genutzt werden.
mich würde auch mal interessieren, was das Buch zum Thema Ökostrom zu sagen hat. Lass mich raten, Ökostrombezug bringe nichts und sei sowieso nur Betrug?
Wenn Du magst, sag doch Bescheid, dann können wir das gern diskutieren.
In jedem Fall solltest du bedenken, dass dieses Buch gerade das Ziel zu haben scheint, ökologische Maßnahmen im Alltag zu diskreditieren. Natürlich gibt es viele Streitfälle (was ist nun ökologischer), das ist ganz klar, einfach weil unsere Welt sehr kompliziert ist.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass du dir selbst Gedanken machst. Das sagt ja eigentlich Dein Nick schon :)
Hör dir die Argumente von beiden Seiten an und bilde dir dann selbst deine Meinung.
Das ist prinzipiell sicher ein guter Ratschlag, aber dazu müsste ja vorausgesetzt werden können, daß in dem Buch tatsächlich glaubwürdige Argumente vorgebracht werden, nicht jedoch Scheinargumente oder Unwahrheiten.
Stattdessen scheint aber die Problematik dieses Buches gerade darin zu liegen, daß der Leser (/die Leserin) mit einem Sammelsurium von Argumenten, Scheinargumenten und Unwahrheiten konfrontiert wird, ohne diese voneinander abgrenzen zu können.
Wenn z.B. behauptet wird, das Mülltrennen sei überflüssig, da hinterher ohnehin (fast) alles wieder zusammengeworfen und anschließend verbrannt wird, ist das ja zunächst nur eine unbewiesene Behauptung, aber kein Argument im engeren Sinne. Doch kaum ein Leser wird imstande sein, den Wahrheitsgehalt derartiger Aussagen zu überprüfen und somit gerät das Verarbeiten dieses Lesestoffs zu einer Glaubensangelegenheit. Wer immer schon glaubte, Umweltschutz sei in erster Linie ein Vorwand, den Bürgern ihr Geld aus der Tasche zu ziehen, wird sich durch derartige Pseudo-Sachbücher natürlich in seinem Glauben bestätigt fühlen (und sich natürlich darüber freuen, vielleicht bei der nächsten Stammtischrunde mit einigen neuen "Argumenten" auftrumpfen zu können).
Vieles aus dem Buch wurde übrigens zuvor wohl schon im "Spiegel" verbreitet, was sicher auch zum permanenten Schwund der Reputation dieses Blattes, insbesondere bei Umweltthemen, beigetragen hat.
Der Autor empfielt dazu, diese Zertifikate selber zu kaufen, damit die Kraftwerksbetreiber sie nicht kaufen können. Das klingt für mich so, als ob die Energieriesen eine Lücke gefunden haben und mir erscheint der Vorschlag, diese Zertifikate dann zu kaufen, als recht logisch.
Die Frage ob es sinnvoll sei, diese selbst zu kaufen, hatten wir schon, Stichwort "Schadstoffzertifikate".
kennst du wirklich solche Klischee-Lohas? Ich kenne irgendwie keine. In meinem erweiterten Bekanntenkreis würde ich sagen, es entweder den Leuten egal, was sie konsumieren, und es wird munter drauf los gekauft - dann wird aber auch nicht so getan als ob. Oder sie bemühen sich vergleichsweise ehrlich.
"Und das diese (Konsum-)Menschen dann im Endeffekt trotz tollem Holzkrauthobel einen großen ökologischen Fussabdruck haben, ..."
..."...Loha-Familie, die ... das eigene Gewissen damit beruhigt und..."
Ich besitze übrigens auch so einen "tollen Holzkrauthobel"!
Und das mit der Gewissensberuhigung durch den Kauf des Krauthobels (zwar gebraucht bei ebay, aber funktonsmäßig noch 1a) ist wohl nicht ganz verkehrt.
Ich hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen, und zwar dem Kohl gegenüber, der mit viel Liebe gepflanzt, dann aller widrigen Umstände zum Trotz zu einer verkaufsfähigen Größe hochgepäppelt werden konnte, um dann ausgerechnet bei mir zu landen und mir somit quasi ins offene Küchenmesser zu laufen, das mangels eines Krauthobels dazu hätte dienen sollen, den Kohl in möglichst dünne Scheiben zu zerteilen, der sich anschließend im Keller auf geheimnisvolle Weise in Sauerkraut hätte verwandeln sollen. Aber der Plan mißlang aufs gründlichste (über die Details möchte ich hier nicht unbedingt sprechen) und so kam ich dann auf die Idee, mir so einen tollen Krauthobel zuzulegen. Aufgrund dieser und darauffolgender Erfahrungen kann ich zwecks Herstellung größerer Mengen Sauerkraut nur wärmstens zur Verwendung eines Krauthobels raten; Küchenmesser sind für diesen Zweck ungeeignet.
Hobeln tut er erste Klasse, nachdem ich die Sensenblätter mühsams mit dem Hammer getrieben und poliert habe.
Hoffentlich besitzt Du noch eine weitere Sense und musst jetzt für die Heuernte nicht den Krauthobel mit den Sensenblättern verwenden... :)
Dann kommen PARKOS heraus.
Was ist eigentlich wenn ich in keiner Gruppe bin, mich weigere Produktpropaganda wahrzunehmen, existiere ich dann nicht, weder in Raum noch in Zeit?
Bin ich dann dunkle Materie, der Raum zwischen dem Atomkern und dem Raum wo die Elektronen rumschwirren?
Wenn man den Atomkern auf die Größe eines Stecknadelkopfes vergrößert, dann befinden sich die Elektronen ca. 200 Km entfernt.
Bildlich sieht das dann so aus:
Wenn sich der Stecknadelkopf in Hannover befindet, dann sind die Elektronen in Kiel. Und der ganze Raum dazwischen ist leer.
http://www.luftlinie.org/Hannover_Kiel
Ich bin ein entschiedener Leerraummensch. Also ein Lrm (man/frau spricht es aus, wie man/frau es liest).