WIR STELLEN FEST
Wir
indigenen Völker und Dorfgemeinschaften (Andenhochland und
amazonsicher Regenwald) sind Überlieferer uralten Wissens, das es
ermöglicht hat, unseren Planeten tausende von Jahren zu schützen und zu
erhalten.
Unsere
überlieferten Kenntnisse und deren Anwendung wie das Prinzip der
Gegenseitigkeit (Reziprozität) und der Ergänzung mit der Mutter Erde
(Pachamama oder auch madre naturaleza gennant, H.Sch.) waren die
Prinzipien, die es ermöglichten, ein Leben in Harmonie mit dieser zu
führen. Das ist das, was wir heute DAS GUTE LEBEN nennen. Seit den
Zeiten unserer Vorfahren erhalten wir auch die biologische Vielfalt.
Unser
Leben in Harmonie mit der Natur wurde zerbrochen als Menschen aus
westlichen Ländern kamen, die ihren Reichtum suchend, unsere Territorien
besetzten. Sie begannen mit dem Raubbau der Natur, hinterließen
Umweltzerstörung, Krankheiten und Tod. Heute geht die Vernichtung durch
neue internationale Eroberer, die Großkonzerne, weiter.
Sie
werden von den Regierungen unserer Länder gesegnet unter dem Mythos
des wirtschaftlichen Wachstums. Das förderte die irrationale Ausbeutung
der Rohstoffe in unseren Territorien und lässt Armut und Vergiftung
der Natur zurück.
Unsere
Territorien, eigentlich voller Leben, wurden umgewandelt in
Territorien der Verschmutzung, der Vergiftung von Mensch und Natur, in
Gebiete der Militarisierung, der Kriminalisierung unserer Kämpfe.
(…) Auf der anderen Seite entwickelten sich unsere Territorien in
Widerstandsregionen. Hier wird gekämpft, werden Vorschläge gemacht, wie
die Umwelt erhalten werden kann. Wir besinnen uns mehr auf unsere
Formen Probleme gemeinsam zu besprechen und zu lösen.
Durch
die neoliberale Wirtschaftsoffensive hat sich die Ausbeutung der
natürlichen Reichtümer verstärkt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die
Freihandelsabkommen zwischen den Staaten. Diese setzen sich über unsere
kollektiven Rechte hinweg, die u.a. in der UN-Deklaration für Indigene
Völker und in der ILO-Konvention 169 festgelegt sind.
Durch
den ausufernden Konsum in den westlichen Industrieländern, die
Ausbeutung unserer natürlichen Reichtümer, die starke Industrialisierung
in den sog. Schwellenländern entwickelte sich das, was KLIMAKRISE
genannt wird. Hinzu kommt noch die Ernährungskrise.
Die
globale Klimaerwärmung hat die Risiken für die indigenen Völker erhöht
und die überlieferten Lebensformen stark verändert. (…)
Wir sind
diejenigen, die am Wenigsten zur Klimaerwärmung beitragen, aber am
schlimmsten davon betroffen sind. Außerdem sind wir aus den
internationalen und nationalen Verhandlungen anlässlich der Klima
ausgeschlossen.
Die
Staaten haben neue politische Formen der Kriminalisierung eingeführt.
Mit neuen „Straftaten“, die das einzige Ziel haben, unsere Kämpfe zu
schwächen, werden tausende indigener FührerInnen verfolgt, angeklagt und
ins Gefängnis gesteckt, weil sie unsere Mutter Erde verteidigen.
Aus all diesen Gründen erklären wir:
Wir
rufen auf zur Einheit aller indigenen Völker und sozialen Bewegungen
weltweit und dazu, aktiv zu bleiben zur Verteidigung der Mutter Erde,
zum Aufbau pluri-nationaler Staaten und dem Prinzip des GUTEN LEBENS auf
globaler Ebene. (…)
Wir
fordern von den Staaten, dass sie unsere Rechte anerkennen und
einhalten. Hierzu gehören die (o.g.) internationalen Abkommen, damit wir
über unsere Lebensform selbst entscheiden können.
Wir klagen die Kriminalisierung der Verteidiger der Mutter Erde an, deren Verfolgung, Gefängnisstrafen und Ermordung.
Wir
fordern eine Agrarpolitik, die eine Ernährungssicherheit- und
Autonomie ermöglicht sowie eine rationelle und gerechte Verteilung des
Wassers.
Angesichts des Klimawandels:
fordern wir von den Staaten... dass unsere Rechte akzeptiert werden.
Wir fordern die Respektierung gegenüber der Mutter Erde und allen Lebewesen.
Wir
fordern von den Staaten, die für den stattfindenden Klimawandel
verantwortlich sind, dass diese ihre Klimaschuld bezahlen. Wir würden
dazu ein Internationales Tribunal für Klimagerechtigkeit organisieren.
(…)
Wir
fordern, dass in den Abkommen zur Klimaanpassung und Milderung der
Effekte des Klimawandels unsere Kenntnisse und Prinzipien der
Gegenseitigkeit und Ergänzung mit der Mutter Erde eingebunden werden.
(…)
Die
ökologische Schuld der westlichen Staaten muss von diesen bezahlt
werden. Die dafür eingerichteten Fonds sollen vorrangig der von dem
Klimawandel besonders betroffene Bevölkerung im Süden zugute kommen.
Wir weisen die falschen Lösungen des CO-2- Marktes zurück sowie alle Vorstellungen, die die Mutter Erde als Ware ansehen.
Wir
sind gegen die aktuelle Form des REDD ( Verringerung von Emissionen,
die durch Entwaldung und die Degradierung von Wäldern entstehen) sowie
den Anbau von Agrotreibstoffen, die die Ernährungssicherheit gefährden.
Wir sagen deutlich: MIT DEM LEBEN MACHT MAN KEINE GESCHÄFTE!
Wir
fordern, dass alle Programme gegen Waldzerstörung die Rechte der
indigenen Dorfgemeinschaften respektiert: Territorium, Autonomie und
Mitsprache. (…)
Wir
fordern, dass die Regierungen ihre Politik, die die Abholzung fördern,
ändern und die Vorhaben der indigenen Bevölkerung im Sinne einer
nachhaltigen Waldbewirtschaftung fördern. (…)
Angesichts der Bergwerksaktivitäten sagen wir:
Wir
rufen mit aller Kraft: Nein zum Bergbau, ja zum Leben. Das betrifft
vor allem die Bergbauaktivitäten internationaler Konzerne und die
Bergbauaktivitäten in indigernen Territorien. Hier fordern wir die
Aberkennung aller Abbau-Genehmigungen, die ohne vorherige Information
und Partizipation der betroffenen indigenen Bevölkerung erteilt wurden.
Wir
betonen, dass wir indigene Völker seit uralten Zeiten die legitimen,
kollektiven Besitzer des Landes oberhalb und auch unterhalb des Bodens
sind, sowie der natürlichen Reichtümer innerhalb unserer Territorien.
Wir fordern von den Vereinten Nationen, dass diese natürlichen
Reichtümer als Kulturgüter der indigenen Völker anerkannt werden.
Wir
setzen uns dafür ein, dass das Modell der Extraktion, der Ausbeutung
von Rohstoffen geändert wird – hin zu einem Modell, das dem GUTEN LEBEN
der indigenen Völker auf der ganzen Welt dient.
Wir
müssen unsere Kämpfe dahingehend ausrichten, dass Gesetze erlassen
werden, die den Bergbau in verbotenen Zonen in unseren Regionen
verbietet, wie das in Costa Rica erreicht wurde. (…)
Wir
rufen indigene Dorfgemeinschaften auf, keine Bergbauprojekte zu
aktzeptieren, die nicht vorher in einem transparenten Prozess von ihnen
akzeptiert wurden.
Wir
rufen auf zur Beteiligung an kontinentalen und internationalen
Kampagnen gegen internationale Organisationen (z.B. die Weltbank), die
mit ihren Programmen die Klimaerwärmung anheizen, den CO-2-Ausstoß
erhöhen und das, weil sie gegen unsere Kenntnisse und Rechte agieren.
(…)
Wir
bitten um Unterstützung in den Fällen von Menschenrechtsverletzungen
zum Vorteil der Bergbaukonzerne, z.B. wenn ganze Dörfer gewaltsam
umgesiedelt werden. (…)
Wir
rufen... zu einer großen Demonstration in ganz Lateinamerika am
21.6.2011 auf zur Verteidigung des lebens, der Ermöglichung eines GUTEN
LEBENS, für unsere Rechte gegenüber den (Bergbau)-Konzernen und der
Klimakrise. Lima, 20.11.2010.
Teilnehmer an diesem Forum und Erstunterzeichner (Auszug von über 80 Organisationen)
Coordinadora
Andina de Organizaciones Andinas (CAOI)/ Coordinadora de las
Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica (COICA)/ Consejo de
Centro América/ Alianza Social Continental/ Confederación nacional de
Comunidades del Peru Afectadas por la Minería – CONACAMI / Confederación
De Pueblos de La Nacionalidad Kichwa del Ecuador – ECUARUNARI /
Organización Nacional Indígena de Colombia – ONIC / Organización de
Pueblos y Naciones Indígenas en Argentina, ONPIA/ Foro Ciudadano de
Participación por la Justicia y los Derechos Humanos, FOCO,Argentinia /
FUNDAMAYA, Guatemala/ Coordinadora de Organizaciones Maya Kaqchikel
para el Desarrollo Equitativo y Sostenible, Guatemala,/ Maderas del
Pueblo de Sureste Chiapas, mexiko / Movimiento de Mujeres Indígena
Tzùnuntja, Guatemala / Asamblea Buenos Aires no a la Mina, Argentinia /
Confederación Indígena Neuquina de Argentinia / Consejo Mapuche de
Neuquén, Argentinia / Salva la Selva / Coordinadora Nacvional de Fondos
Regionales y Organizaciones Indigenas y Campesinas, Mexiko / Fronteras
Comunes – Common Frontiers, Canada / Instituto de Cultura Indígena
Jujuy, Argentinia / Televisión Indigena Jujuy, Argentinia / Horizón Peru
– Red Ambiental la Libertad/ Red Méxicana de Afectados por la Minería/
Consejo RegionalIndígena de CAUCA, CRIC, Colombia / Movimiento
Ciudadano frente al Cambio Climático, MOCCICA / Marcha Mundial de
Mujeres / Servicios Jurídicos y Sociales – SERJUS / Comarca
Ngäbe-Bugle, Pueblo Indígena de Panamá / Instituto de Investigación
Desarrollo y Derechos Humanos DEVENIR / Movimiento para la Salud de los
Pueblos / Programa de Estudios Antropólicos de El Colegia de San Luis /
Consejo de Aumautas Indigenas del Tawantinsuyo / Organización Wiwa
Yugamaiun, Sierra nevada, Colombia / Cabildo Mayor- Asociación de
Autoridades Tradicionalel del Pueblo / Organización Wayujumsurat –
Mujeres Tejienda Paz/ Red Colombiana Frente a la Gran Minería
Transnacional / Consejo de Aymará, Kechuas, Tupiguaranies para Ayllus y
Comunidades / Earthworks / K`loj Qchman, Maya Man de Quetzaltenango,
Guatemala / Comité de Defensa de Tierra y Bosquez de Villa Rica,
Oxapampa, Peru / Corporación de Promoción y Estudios Americanos /
Asociacvión de Mujeres Ngobe / Municpalidad Indígena de Santo Tomas
Chichicastenango, Guatemala / Comisión Juastice et Paix Belgique/
ALTER-ECHOS, Comité en Defensa del Páramo / Preceso de Comunidades
Negras de Colombia / Cabildo de Cerro Tijeras / Organización de Pueblos
Yanesha Asháninka, OPIVAT, peru/ Fundación Equilibrio / World
Agroforestry Centre / Consejo Regional Indígena de Caldas / Frente de
Defensa de los Intereses y Desarrollo de Huanuca, Peru / Universidad
Politecnica Javeriana / Coordinación de organizaciones del Pueblo
Kichua Saraguro / Organización 350 / Fondo Verde / Enfasis, Peru/ Grupo
Impulsar contra el Racismo y otras formas de Discriminación, Peru /
Red Latinoamericana sobre Deuda, Desarollo y Dferechos – LATINDADD /
Forum Solidaridad Peru / Alcaldias Indígenas de la Regiópn IXIL /
Coordinadora nacional de Viudad de Guatemala, CONAVIGUA / Explorperu –
Informativo Digital / Club Cultural Cusco de New York / Convergencia y
Coordinadora Nacional Mya, Waquib Kej/ Programa Pueblos Indígenas y
Globalización/ School for International Training / Comisión
Intereclesial de Justicia y Paz / Consejo Regional del Pueblo nasa del
Putomayo, Colombia / Organizaciones de la Alianza por un Comercio
Responsable ART / Movimiento Ssvilupo E Pacee, Italia/ etc.


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