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Greenpeace Guide to greener Electronics

Die grünsten IT- und Elektronikhersteller 2011

Greenpeace hat die 17. Ausgabe des Guide to Greener Eletronics veröffentlicht. Gegenüber dem letzten Jahr haben sich die Firmen Dell, Lenovo und Apple besonders verbessert. Der große Gewinner ist aber der weltgrößte PC-Hersteller HP, der mit 5.9 von 10 möglichen Punkten als einziges Unternehmen nun im „orangen Bereich mit Grünstich“ (siehe Grafik) steht. Der Vorjahressieger Nokia wurde vom Thron gestoßen und reiht sich nun zwischen Dell und Apple auf Platz 3 ein. Zum ersten Mal dabei und gleich ganz hinten ist der Blackberry-Hersteller RIM.


Who will be the first? – Über den Greenpeace Guide to Greener Electronics

Eins ist klar: Elektronikprodukte sind problematisch für die Umwelt und werden nie wirklich "grün" sein. Aber ihre Hersteller können mehr oder weniger umweltfreundlich handeln und produzieren. Seit einigen Jahren versucht Greenpeace darum mit dem "Guide to Greener Electronics", die größten Unternehmen der IT- und Elektronikbranche dazu zu bringen, so grün wie möglich zu wirtschaften. Auf der Basis frei verfügbarer Informationen und Selbstauskünften der Unternehmen vergibt die Umweltschutzorganisation –  anhand eines ausführlichen Kriterienkatalogs – Punkte für klima- und umweltfreundliche Maßnahmen. Dieser umfasst nicht nur die Produkte an sich, sondern bewertet die gesamte Umweltpolitik der IT- und Elektronikhersteller.

Alle geforderten Maßnahmen sind drei Kriterien zugeordnet:

  • Energieverbrauch und CO2-Ausstoß (Energy)
  • Umweltfreundlichkeit der Produkte (Greener Products)
  • Nachhaltigkeit der Produktionsmethoden (Sustainable Operations)

Innerhalb der drei Kriterien konnten insgesamt 69 Punkte erreicht werden, die Greenpeace auf eine 10er Notenskala heruntergerechnet hat. Hier ist das Ergebnis:

Gesamtwertung – Greenpeace Guide to Greener Elektronics 2011 Punkte (von 10)

HP

HP ist drei Plätze nach oben geklettert und damit das bestplatzierte Unternehmen – führend bei den Kriterien „Nachhaltigkeit“ und „Energie“, könnte sich aber in Sachen „grüne Produkte“ noch verbessern.
Download: kompletter Bericht zu HP (engl.) bei Greenpeace

5.9

Dell

Mit dem starken Ziel, die CO2-Emmisonen bis 2015 um 40 Prozent zu senken, schneidet Dell in der Kategorie „Energie“ besonders gut ab. Bei "grünen" Produkten besteht hingegen großer Nachholbedarf.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Dell bei Greenpeace

5.1

Nokia

Nokia hat seine Spitzenposition aus dem letzten Ranking eingebüßt, weil man in Sachen „Energie“ von HP und Dell überholt wurde. Gut gepunktet hat Nokia sowohl bei „grünen Produkten" als auch bei „Nachhaltigkeit“.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Nokia bei Greenpeace

4.9

Apple

Apple ist fünf Plätze aufgestiegen. Zusammen mit Sony Ericsson nun führend bei „grünen Produkten", vor allem beim Verzicht auf PVC und bromierte Flammschutzmittel. Relativ stark bei „Nachhaltigkeit“, aber sehr schwach bei “Energie“.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Apple bei Greenpeace

4.6

Philips

Mit seiner vorbildlichen Unterstützung erneuerbarer Energien macht Philips viele Punkte beim „Energie“-Kriterium. Viel zu tun gibt es bei „grünen Produkten und Nachhaltigkeit. Insgesamt geht es zwei Plätze nach unten.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Philips bei Greenpeace

4.5

Sony Ericsson

Zusammen mit Apple führend in Sachen „grüne Produkte, gut in „Nachhaltigkeit“, aber schwach bei “Energie“. Vier Plätze runter.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Sony Ericsson bei Greenpeace

4.2

Samsung

Bei den Nachhaltigkeits-Bemühungen schneidet Samsung am besten ab. Verbesserung ist beim Energie-Kriterium dringend nötig. Zwei Plätze runter.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Samsung bei Greenpeace

4.1

Lenovo

Lenovo hat sechs Plätze gut gemacht. Gut abgeschnitten hat man bei „Nachhaltigkeit“, muss aber unbedingt strengere Richtlinien für CO2-Vermeidung einführen sowie die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreiben.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Lenovo bei Greenpeace

3.8

Panasonic

Für Panasonic geht es drei Plätze runter. Zwar erreicht man einen der höchsten Werte bei "grünen Produkten", kann aber kaum bei "Energie" punkten. Besonders nötig ist ein klarer Plan zur CO2-Reduzierung und die Nutzung erneuerbarer Energien.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Panasonic bei Greenpeace

3.6

Sony

Sony fällt vier Plätze zurück. Einen außerordentlichen Strafpunkt* gibt es für Lobbyarbeit gegen striktere Energieeffizienz-Standards in Kalifornien. Trotzdem punkten die Japaner beim Kriterium "Klima", vor allem weil sie ambitionierte Klima-Ziele in Europa verfolgen.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Sony bei Greenpeace

3.6

Sharp

Sharp unterstützt zwar das Erneuerbare Energiengesetz in Japan, kann aber kaum beim Kriterium Nachhaltigkeit punkten. Wie gehabt Platz 11.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Sharp bei Greenpeace

3

Acer

Acer ist immerhin ganz gut bei der Vermeidung giftiger Substanzen, aber leider besonders schlecht in Sachen "Energie". Wie gehabt Platz 12.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Acer bei Greenpeace

2.9

LG Electronics

LGE hat einen Platz gut gemacht. Unbedingt nötig: Strengere Richtlinien zur CO2-Vermeidung und eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu LGE bei Greenpeace

2.8

Toshiba

Auch Toshiba hat sich wie Acer immerhin in puncto Vermeidung giftiger Substanzen verbessert. Beim Kriterium "Energie" besteht noch erhöhter Nachholbedarf.
Download: kompletter Bericht (engl.) zu Toshiba bei Greenpeace

2.8

RIM

Blackberry-Hersteller RIM ist neu im Guide. Schneidet überall schlecht ab, besonder traurig: Kein einziges Gerät im Agebot, das auf gefährliche Chemikalien verzichtet.
Download: kompletter Bericht zu RIM (engl.) bei Greenpeace

1.6

*Aufgrund des Strafpunkts wird Sony trotz gleicher Punktzahl einen Platz hinter Panasonic geführt.

Thema: Green IT, Stand: 16.11.2011 von

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    schrieb am 20.07.2012 um 08:58
    ... na, dann bin ich ja wieder etwas beruhigt. Danke für die Info ...
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    schrieb am 19.07.2012 um 19:49
    Mit Sicherheit ist fairtrade noch nicht absolut fair, doch mir dreht sich der Magen um, wenn ich zwischen den Zeilen lese, dass hier jemand das Gute als Schlecht bezeichnet, weil es noch nicht perfekt ist UND DANN IN SCHEINBARER RUHE DAS WIRKLICH SCHLECHTE ( BRUTALSTE SKLAVENARBEIT ) KAUFEN GEHT UND FAIRTRADE BOYKOTTIERT.

    Eigentlich bin ich meist sehr friedlich, doch dieser niederste Selbstbetrug bringt mich regelmäßig auf die Palme ... mehr weniger
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    schrieb am 19.07.2012 um 18:32
    Ohne Marken wie Apple in Schutz nehmen zu wollen, muss man aber anmerken, dass der Werterhalt und die Nutzungsdauer von Apple Produkten, die der andern bei weitem übertreffen. Es ist auch sehr wesentlich welchen Markt die Firmen bedienen und für welche Klientel. SONY hat den professionellen Broadcast Bereich, HP & Dell Firmennetzwerke & Infrastruktur etc. Es ist nicht ganz leicht, alles mit allem zu vergleichen. Dies sollte eher branchenspezifisch evaluiert werden, weil in verschiedene Branchen eine verschiedene Nutzungsdauer von Geräten üblich sind. Im Consumer Bereich sollte Apple eigentlich klar an der Spitze sein, aufgrund der recyclefähigen Materialien. Produzieren tun übrigens fast alle in China bei Foxconn und wie die Stimmung dort ist, kann man sich ja vorstellen. Gebrauchte Ware zu kaufen ist momentan sicher die beste Lösung. Jedenfalls besser, als jetzt zu glauben, dass HP die grünere Marke ist... mehr weniger
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    schrieb am 20.04.2012 um 08:21
    Liebe/r Wiltert,

    Grundsätzlich kann ich dir da nur zustimmen. Es ist der ewige Streit um das "wieviel Innovation brauchen wir" und zu welchem globalen Preis ...

    ... Ich will dich auch nicht mundtod machen mit dem Spruch "benutztest du zum Schreiben deines Beitrages einen farbigen Stein an der Felswand oder einen Computer, der auch einmal neu und innovativ war?" denn das tue ich ja auch.

    Im Moment stehe ich auf dem Standpunkt, dass neue Techniken wohl unumgänglich sind und es an UNS VERBRAUCHERN liegt, ob sie ökologisch verträglich oder um jeden Preis billig und rücksichtslos produziert werden.

    Ich kaufe daher nur noch gebrauchte Artikel (notebook, MDA, ...), denn das ist

    * Direktrecycling und damit
    * Rohstoffeinsparung
    * kostengünstiger und damit
    * nicht so sehr kapitalbindend wie Neuwaren,

    ... was zur Folge hat, dass man auch in anderen Bereichen (Lebensmittel, Kleidung) noch mehr Geld übrig hat, um bio und fairtrade einzukaufen. Mir fällt im Moment keine bessere Handlungsweise ein - natürlich begleitet von online-Petitionen, Kundenreaktionen, Gesprächen mit Firmen, ..., ...

    WENIGER konsumieren ist auf jeden Fall einer der großen Schlüssel zu einer immer dichteren Kreislaufwirtschaft und das hab ich mir angewöhnt, seit ich "the story of stuff" gesehen hab:

    http://vimeo.com/2416832

    Viel Freude damit!

    Stefan mehr weniger
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    schrieb am 19.04.2012 um 23:14
    Greenpeace schreibt: "Eins ist klar: Elektronikprodukte sind problematisch für die Umwelt und werden nie wirklich "grün" sein. Aber ihre Hersteller können mehr oder weniger umweltfreundlich handeln und produzieren. Seit einigen Jahren versucht Greenpeace darum mit dem "Guide to Greener Electronics", die größten Unternehmen der IT- und Elektronikbranche dazu zu bringen, so grün wie möglich zu wirtschaften."

    Genau das bietet auch die Plattform "Utopia" mit vielen anderen Produkten an und verdient gut dabei; nebenbei dürfen sich Unternehmen wie T-Online, Facebook usw. durch Ihr Sponsoring noch ein grünes Mäntelchen umhängen.
    Aber was ist dabei so "utopisch" ? Vielleicht dieses: dass die Nutzer irgendwann merken, dass sie mit den Tipps von Utopia keinen echten Schritt zur Rettung dieses Planeten tun, sondern durch Scheinlösungen und "green-washing" hinters Licht geführt werden (s. z.B. auch den Artikel: "how can we clean the cloud ?" ).
    Hauptsache, wir können weiter bequem leben, konsumieren und die mobilen Techniken aufrüsten ! In der "schönen neuen Welt" geht der Strom nie aus ! mehr weniger
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